Bereits gegen zwölf Uhr zeigt das Thermometer etwa 30 Grad an. Dennoch tummeln sich in der Mittagshitze etliche Besucher des Berggartenfestes vor der Volkshochschule. „Es ist unglaublich, dass bei den Temperaturen so viele Leute gekommen sind, auch wenn das Berggartenfest inzwischen ein Selbstläufer ist“, sagt VHS-Direktor Thomas Erler.

In der Vergangenheit hatten ab und an Regenschauer dafür gesorgt, dass manch einer lieber zu Hause blieb. Dieses Jahr zeichnete sich jedoch bereits eine Stunde nach dem Start der Veranstaltung ab, dass die Besucherzahl der erfolgreichen Jahre wieder erreicht wird. „Wir hatten dann bis zu 5000 Besucher“, so Erler.

Viele Auftritte auf dem Berggartenfest in Mönchengladbach

Schon bald sind die Bänke an den Klapptischen besetzt, besonders dort, wo das Gebäude der Musikschule oder die Bäume des angrenzenden Hans-Jonas-Parks Schatten spenden. Auf einigen Stellen können die Besucher nicht nur Waffeln, Pommes oder Gegrilltes essen, sondern auch das Programm auf der Außenbühne vor der Backsteinfassade der Volkshochschule mitverfolgen. Zwölf musikalische Darbietungen gibt es dort mitzuerleben, sie reichen vom Bläserorchester über modernen Flamenco bis hin zur „Very Hot Stuff Big Band“ am frühen Abend.

Wer der Sommerhitze entfliehen will, findet Abkühlung in den Räumen der Volkshochschule oder der Musikschule, in deren Foyer die Inklusionsband „Groove4All“ bereits um 11 Uhr ihr Programm startet, gefolgt von den „Vitus Voices“, den „Akkordeon Kids“ und etlichen weiteren. Zwischen 11 und 18 Uhr gibt es im Carl-Orff-Saal der Musikschule neben „Stix and More“, dem Kinderorchester „Violis“ und dem „JeKits-Ensemble“ neun weitere Auftritte. Ein besonderes Highlight des Berggartenfests ist für Ilham Huynh der Auftritt der Taiko-Truppe. „Die Gruppe ist durch den Japantag, den wir veranstaltet haben, entstanden“, erklärt Huynh, die an der Volkshochschule den Programmbereich Kultur und Medienbildung leitet. „Das war ein großer Erfolg. Und heute treten fünf Mitglieder der Gruppe auf.“

An den Japantag erinnert auch einer der Schnupperkurse: die offene Mangaklasse. In einem Kursraum sitzen einige Kinder über Tablets gebeugt und versuchen sich an dem berühmten japanischen Comicstil. Um diese asiatische Zeichenkunst wirklich für jede Altersgruppe zugänglich zu machen, hat sich Dozentin Theresia Winkler bei ihrem Schnupperangebot einiges einfallen lassen: Für die ganz Kleinen liegen niedliche Mangamotive sowie bunte Holz- und Wachsmalstifte bereit. Etwas ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene können zu Anleitungen greifen, die von der ersten abstrakten Kontur Schritt für Schritt zu einer komplexen Figur führen. „Ich finde es toll, dass hier immer jemand da ist, wenn es nicht so klappt und man dann Tipps bekommt“, sagt der zehnjährige Noah, der nach einer Katze, einem Pinguin und einem Igel nun einen Schwan malt.

Ein paar Türen weiter kündigt ein Schild eine „Makramee-Mitmachstation“ an. Im Kursraum liegen bunte Garnspulen, Häkelnadeln, Kämme und Maßbänder bereit. Kleine Handtaschen oder Blumenampeln lassen sich so herstellen. Die Schnupperkursteilnehmer basteln jedoch heute an kleineren Accessoires wie Schlüsselanhängern. „Das macht total viel Spaß“, findet die elfjährige Mira. Den Schlüsselanhänger, der auf ihrem Tisch entsteht, wolle sie ihrer Oma schenken, erzählt die Schülerin und schaut auf die Uhr. „Ich muss mich beeilen, weil Oma einen Kriminalfall lösen will und mich dann hier abholt.“

Sehr wahrscheinlich ist Miras Oma in der dritten Etage der Volkshochschule unterwegs. Einen echten Kriminalfall gibt es dort zwar nicht, aber es steht ein spanischer Ratekrimi auf dem Plan. Denn der Bereich widmet sich Schnupperangeboten zu Fremdsprachen.

Einige Zeit später schlendert Mira mit ihrer Oma über den Vorplatz der Volkshochschule, auf dem etliche Initiativen aus der Stadt ihre Stände aufgebaut haben, darunter der „Eine Welt Laden Mönchengladbach“, die „Tibet Initiative Deutschland“ oder der Bund für Umwelt und Naturschutz. „Nachher holen wir noch ein Eis“, verrät Mira. „Aber eben ging die Schlange vor dem Eisstand über die halbe Wiese.“