Bielefeld-Schildesche. Pinsel und Farbeimer sind in den vergangenen Monaten häufig im Einsatz gewesen. So leuchten jetzt einige Fassaden im Bültmannshof wieder weiß. An anderen nagt hingegen weiterhin der Zahn der Zeit. Im März hatten die Schildescher Bezirkspolitiker die Verwaltung gebeten, ein Konzept mit geeigneten Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität im Bültmannshof vorzulegen. Vor der Sommerpause meldet sich die zuständige Behörde nun zu Wort.
Das Bauamt teilt mit, dass bereits alte Pflanzkübel entfernt worden sind. Zudem seien Abfallbehälter erneuert worden. Die Stützmauer sei gereinigt worden und habe einen neuen Anstrich erhalten. Auch die Fahrrad- und Rollstuhlrampe sei nun wieder funktionsfähig. Eine Sitzbank habe einen neuen Standort erhalten. „Ergänzend erfolgte die Reduzierung von Stolperstellen“, heißt es in der Informationsvorlage. Schadstellen im Pflaster seien – sofern möglich – beseitigt worden.
Allerdings räumen die Mitarbeiter ein, dass nicht alles umgesetzt werden kann, was verbessert werden müsste: „Angesichts der herrschenden Eigentumsverhältnisse kann die Stadt ausschließlich auf städtischen Flächen Maßnahmen umsetzen.“ Für Verbesserungen an privaten Flächen und Gebäuden würden die jeweiligen Eigentümer und Eigentümerinnen die Verantwortung tragen.
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Pfeiler von Laubengängen restauriert
Einige Fassaden sind frisch gestrichen, bei anderen breitet sich der Grünspan aus.
| © Jörg Dieckmann
Anwohner und Politiker hatten in der Vergangenheit bereits von schwierigen Eigentumsverhältnissen gesprochen. So gebe es Eigentümer, die seit Jahrzehnten nichts mehr an ihren Immobilien gemacht hätten. Thomas Kleine ist im April mit guten Beispiel voran gegangen. Der Inhaber der Uni-Apotheke hat alles von innen und außen renoviert, auch die Pfeiler der Laubengänge an seinem Versandhandel hat er restaurieren lassen.
Im Bültmannshof wird auch weiterhin Eigeninitiative gefragt sein, denn zusätzliche Mittel für ein Gesamtkonzept fehlen im städtischen Haushalt. Das Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ ist bereits im November 2025 abgeschlossen worden. Über eine Neuauflage liegen keine Informationen vor. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Haushaltslage der Stadt sind weitergehende Maßnahmen ohne Fördergelder nicht darstellbar“, teilt das Bauamt mit.
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Pflanzkübel und mobiles Grün seien wegen der Bewässerung mit einem hohen Pflegeaufwand verbunden. Eine teilweise Entsiegelung von Flächen sei grundsätzlich umsetzbar, allerdings müssten dann die Anlieger und Anliegerinnen einbezogen werden. Die Platzfläche innerhalb des Ladenzentrums werde von der städtischen Straßenreinigung gesäubert. In den übrigen Seitenstraße und Verbindungswegen seien für die Reinigung von Fahrbahn und Gehweg die Grundstückseigentümer zuständig.
Brunnen seit Jahrzehnten außer Betrieb
Die Apotheke an der Jakob-Kaiser-Straße hat ein Fassaden-Lifting erhalten.
| © Jörg Dieckmann
Die Park- und Grünanlage Bültmannshof wird durch die Arbeitsgruppe „Saubere Stadt“ betreut. Zweimal pro Woche wird gereinigt. Dazu gehören auch alle 18 installierten Papierkörbe. Der Brunnen ist „vor mehreren Jahrzehnten außer Betrieb“ genommen worden. Um Aussagen über Kosten der Reaktivierung machen zu können, müsste er genauer untersucht werden.
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Die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft WEGE arbeitet mit dem City-Team zusammen, wenn es um gewerbliche Leerstände geht. Ohne Bereitschaft der Eigentümer können jedoch keine Flächen vermarktet werden. Anstatt einer regelmäßigen Sprechstunde vor Ort, schlägt die WEGE Quartiersgespräche mit Eigentümern, der Verwaltung und Gewerbetreibenden vor Ort vor.
Anwohner wünschen sich die Wiederansiedlung eines Nahversorgers. Da die möglichen Ladenflächen im Viertel jedoch klein sind, komme laut Bauamt realistischerweise nur ein „Nischenanbieter“ in Betracht. „Die Funktion als Nahversorgungsstandort, die der Bültmannshof in seiner Entstehungszeit hatte, wird sich in der vorhandenen Baustruktur heute nicht mehr realisieren lassen“, lautet der Tenor in der Informationsvorlage. Gefragt sei hier die Bereitschaft von Eigentümerinnen und Eigentümern, sich aktiv in den Prozess einzubringen.

