Das Innere der Kirche St. Martin in Zoppoten bei einem Gottesdienst

Radio-Gottesdienste im Juli 2026 bei MDR KULTUR

Stand: 13.07.2026 21:49 Uhr

Jeden Sonntag sendet MDR KULTUR live einen Gottesdienst. Hier finden Sie eine Vorschau und die Audios zum Nachhören. Im Juli 2026 kommen die Gottesdienste aus der Stiftskirche in Herdecke, aus St. Martin in Hüpstedt/Eichsfeld, der Martinskirche in Zoppoten und von einer Wiese an der Kirche St. Peter in Dessau-Törten.

05. Juli | Evangelischer Gottesdienst aus der Stiftskirche in Herdecke, Westfalen

Predigt: Leska Randisi

Der Gottesdienst aus Herdecke ist eine Übernahme vom Deutschlandfunk.

Am ersten Sonntag im Juli soll motiviert werden neue und unbekannte Wegen zu gehen. Die Geschichte aus den Evangelien dazu ist der „Fischzug des Petrus“ (Lukas 5,1-11). Petrus wird von Jesus aufgefordert, trotz Fangflaute zur Unzeit mit dem Boot hinauszufahren und die Netze auszuwerfen. Es erfordert Mut und Vertrauen, etwas zu wagen, wenn die Erfahrung dagegenspricht.

Der Gottesdienst steht unter dem Motto „Ich glaub an dich“. Im Gottesdienst wird über Lebensgeschichten gesprochen, die genau davon erzählten. Die Predigt hält Pfarrerin Leska Randisi.

Die Stiftskirche St. Marien in Herdecke geht auf ein klösterliches Stift zurück. Die älteste erhaltene Urkunde aus dem Stift selbst stammt von 1214. Im Jahre 1488 wurde das Kloster in ein freiweltliches Damenstift überführt. Im 16. Jahrhundert hielt der evangelische Glauben Einzug in das Stift, seit 1666 war es Simultanstift. Spätestens seit dieser Zeit setzte der wirtschaftliche und religiöse Niedergang ein. Endgültig aufgelöst wurde das Damenstift 1812.

Heute ist sie die Kirche der evangelischen Gemeinde Herdecke. Jeden Sonntag wird dort Gottesdienst gefeiert.

12. Juli | Katholischer Gottesdienst aus der Kirchengemeinde St. Martin in Hüpstedt/Eichsfeld

Predigt: Pfarrer Günter Christoph Haase

Die erste Erwähnung einer Kirche in Hüpstedt findet sich in einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Werner aus dem Jahr 1268. Mitte des 16. Jahrhunderts hatte die Komtur des Johanniterordens zu Weißensee das Kirchenpatronat übernommen. Nach Einführung der Reformation musste der katholisch gebliebene Komtur die Stadt verlassen. Mit der Säkularisation fiel das Patronat ab 1802 an Preußen. 1737 wurde mit dem Neubau der heutigen Kirche begonnen. Im Frühsommer 1740 war der Bau fertig. Die Kirche wurde am 29. Juni 1740 eingeweiht und 1864 erweitert.

Anfang der 1960er-Jahre wurde das Kircheninnere umgestaltet. Hoch- und Marienaltar wurden ersetzt, der Chorraum erweitert und das Kirchengestühl ausgetauscht. Der Hochaltar kam nach Kreuzebra, wurde renoviert und in der dortigen Dorfkirche aufgestellt.

Anfang der 1980er-Jahre erfolgte eine erneute Innen-Renovierung der Kirche. Die barocken Schmuckelemente im Kirchenschiff wurden bei der malerischen Ausgestaltung wieder hervorgehoben. Ein aus der Mühlhäuser Kilianikirche stammender Barockaltar wurde aufgestellt und das Provisorium einer Kreuzdarstellung mit Johannes und Maria entfernt.

Schon die Vorgängerkirche verfügte über eine Orgel. Die heutige Orgel mit 19 Registern, verteilt auf zwei Manuale und Pedal, wurde 1852 von Johann Michael Hesse dem Jüngeren gebaut und 2010 von Karl Brode & Sohn, Heilbad Heiligenstadt aufwendig restauriert.

Zur Pfarrgemeinde St. Martin Hüpstedt gehörten vier Kirchorte: Hüpstedt, Beberstedt, Helmsdorf und Zella. In allen vier Kirchorten stehen barocke Kirchen. Diese sind tagsüber geöffnet und laden ein zum Gottesdienst, zum Gebet und zum stillen Verweilen.

19. Juli | Evangelischer Gottesdienst aus der Martinskirche in Zoppoten / Saalburg-Ebersdorf

Predigt: Pastorin Stephanie Ladwig

Das Thema des Gottesdienstes lautet: „Gottes Liebe kann man schmecken!“

Am 7. Sonntag nach Trinitatis steht das gemeinsame Essen im Zentrum des Gottesdienstes. Im Evangelium wird erzählt, wie Gott mit fünf Broten und zwei Fischen 5.000 Menschen satt macht. Diese erlebten eine besondere Gemeinschaft, teilten, was ihnen geschenkt wurde: ein gemeinsames Mahl, was Leib und Seele stärkte.

Eine besondere Gemeinschaft und Teamgeist erleben an diesem Tag auch Fußball-Fans beim Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Begeisterung für ihre Sache verbindet sie.

Es predigt Pastorin Stephanie Ladwig. Musikalisch wird der Gottesdienst vom Posaunenchor Friesau und Zoppoten gestaltet, unter Leitung von Reinhard von Thaler und Kreiskantor Ronny Vogel an der Orgel sowie Solisten.

Die Martinskirche in Zoppoten ist über 800 Jahre alt. Sie wurde vermutlich um das Jahr 1211 gegründet und geweiht. Später hat wahrscheinlich der Deutsche Orden für eine Erweiterung der Kirche gesorgt, indem er die Kapelle um das Langhaus erweiterte.

Die Martinskirche in Zoppoten

Die Martinskirche in Zoppoten

1790/91 wurden die Emporen eingebaut und die Kirche bekam einen Turm.

Das Innere ist reich bemalt und wird von zwei Radleuchtern geprägt, die dort seit 1910 hängen. An der Brüstung der Patronatsloge sind die Porträts Martin Luthers, Philipp Melanchthons, Friedrich des Weisen und König Gustav Adolfs von Schweden angebracht. Die Orgel baute 1910 Otto Poppe in Schleiz.

26. Juli | Evangelischer Gottesdienst an der Kirche St. Peter in Dessau-Törten

Predigt: Pfarrer Andreas Janßen

Der Gottesdienst steht unter dem Motto „Garten der Lebendigkeit“ und wird im Freien auf der Wiese vor der Kirche St. Peter im Dessauer Ortsteil Törten gefeiert. Denn eine Besonderheit in der Gemeinde in Törten ist der Friedhof. Er ist nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern ein lebendiger Ort für Begegnungen. Auf dem naturnahen Friedhof finden sich immer wieder Menschen zusammen, die einfach die Natur genießen wollen und Ruhe suchen. Neben dem Kunstprojekt „Standworte“ öffnet auch regelmäßig die „Turmoase“, ein kleines Café, das mit viel Liebe Menschen zum Verweilen einlädt.

Die Liedpredigt hält Pfarrer Andreas Janßen. Musikalisch wird der Gottesdienst vom Gemeindegesang und einem Posaunenchor gestaltet. Die musikalische Leitung des Gottesdienstes liegt in den Händen von Kirchenmusiker Hans-Stephan Simon.

Die Kirche St. Peter, in dem auf einem Hügel erbauten ehemaligen Dorf Törten, das heute zu einem Stadtteil von Dessau-Roßlau gehört, gilt als älteste Kirche Dessaus. Die Kirche wurde 1228 erstmals erwähnt, ist aber in ihrer Bausubstanz älter. Damals war Törten ein Fischerdorf an der Mulde. Daher wurde der heilige Petrus zum Schutzpatron der Kirche. Mönche aus Nienburg an der Saale erbauten hier eine kleine romanische Kirche, deren Glocke aus dem 12. Jahrhundert stammt.

Die Kirche St. Peter in Dessau-Törten

Die Kirche St. Peter in Dessau-Törten

Am 7. März 1945 wurde die Kirche von einer Luftmine fast vollständig zerstört. Auch die Friedhofskapelle und das Pfarrhaus wurden stark beschädigt. Nach dem Krieg baute die Gemeinde die Kirche wieder auf; 1953 wurde die Kirche wieder eingeweiht.

Die evangelische Kirchengemeinde St. Peter und Kreuz gehört mit ihren 800 Gemeindegliedern zum Gemeindeverbund Dessau Innenstadt-Süd. Daher werden die meisten Gemeindeveranstaltungen im Verbund geplant. In Törten finden regelmäßige Gottesdienste statt und einige Gesprächskreise treffen sich noch vor Ort.

Die Kirchengemeinde ist im äußersten Süden der Stadt zu Hause, hier findet sich auch die berühmte Bauhaussiedlung „Törten“. Der Ortsteil Dessau-Törten ist bis heute eher dörflich geprägt. Zur Kirchengemeinde gehört die Kreuzkirche, die Kirche St. Peter, ein Kindergarten (betrieben von der Diakonie), eine Friedhofskapelle und zwei Pfarrhäuser. Der Gemeindekirchenrat ist sehr aktiv, hat viele Ideen und Mut, Dinge auszuprobieren. In Törten gibt es zudem eine enge Zusammenarbeit mit den ansässigen Vereinen, besonders dem Heimatverein.