Die Fuggerei zählt zu den beliebtesten Orten in Augsburg. Rund 200.000 Menschen besuchen jährlich die älteste Sozialsiedlung der Welt. Der Besuch in der Fuggerei kostet Eintritt. Acht Euro regulär zahlen Gäste. Einmal im Jahr verzichtet die Fuggerei auf diese Einnahmen. An einem Wochenende im Juli gibt es freien Eintritt für Augsburger Bürger und Touristen. Ein traditionsreiches Fest ist Ausgangspunkt für die Entscheidung. „Es ist ein Nachbarschaftsprojekt“, sagt Heike Peller von den Fuggerschen Stiftungen. Die Fuggerei kooperiert mit der Jakober Kirchweih.

Termin ist am Samstag, 18. Juli, und Sonntag, 19. Juli. Für die Organisatoren der Kirchweih ist das Mitwirken der Fuggerei ein großer Gewinn. „Wir haben darüber hinaus noch viel mehr zu bieten“, sagt Sabine Hofmann, Vorsitzende des Stadtteilvereins Jakober Vorstadt.

Der freie Eintritt in die Fuggerei ist mit einem abwechslungsreichen Programm verbunden. Es gibt Aktionen für Kinder und Führungen. Zudem treten die Augsburger Patrizier am Sonntag zweimal auf. „Wir sind interessiert an einem guten Miteinander“, erläutert Heike Peller die Idee, die hinter der Aktion steht. Bewusst habe die Stiftung entschieden, keinen Eintritt an zwei Tagen zu erheben: „Man hat gesehen, dass unser Konzept zur Zeit der Kirchweih gut angekommen ist“.

Zusammenstehen für die Jakober Kirchweih, von links: Thomas Kololewski, Heike Peller, Brigitte Tanneberger, Sabine Hofmann, Martin Burkhardt und Uli Häfele.

Icon vergrößern

Zusammenstehen für die Jakober Kirchweih, von links: Thomas Kololewski, Heike Peller, Brigitte Tanneberger, Sabine Hofmann, Martin Burkhardt und Uli Häfele.
Foto: Michael Hörmann

Schließen

Icon Schließen

Icon vergrößern

Icon verkleinern

Icon Pfeil bewegen

Zusammenstehen für die Jakober Kirchweih, von links: Thomas Kololewski, Heike Peller, Brigitte Tanneberger, Sabine Hofmann, Martin Burkhardt und Uli Häfele.
Foto: Michael Hörmann

Freier Eintritt in die Fuggerei ist ein Bestandteil der Kooperation. Geschäftlich engagiert bei der Kirchweih ist Gastronom Thomas Korolewski vom Restaurant „Die Tafeldecker in der Fuggerei“. Sabine Hofmann, die sich seit vielen Jahren mit Unterstützung aus dem Verein um die Kirchweih kümmert, nennt ihn „unseren Festwirt ohne Festzelt“.

Der „Festwirt ohne Festzelt“ kommt von den Tafeldeckern

Am Jakobsplatz, der an die Fuggerei grenzt, versorgt das Team der Tafeldecker die Gäste der Kirchweih mit Speisen und Getränken. Biertischgarnituren stehen auf dem Platz. „Wir setzen auf einen Mehrwert“, sagt Korolewski. Bayerisch-schwäbische Küche wird serviert. Für aktive Teilnehmer des Jakobuslaufs gibt es Sonderkonditionen. „Hoffen wir, dass das Wetter mitspielt“, sagt der Gastronom.

Der Jakobuslauf ist fester Bestandteil der Kirchweih

Der Jakobuslauf ist seit mittlerweile 26 Jahren ein wichtiger Programmpunkt der Jakober Kirchweih. Gelaufen wird in unterschiedlichen Altersklassen. Rund 300 Kinder von unterschiedlichen Schulen machen mit. Erstmals organisieren Eltern den Lauf, Freiwillige helfen als Streckenposten. Start und Ziel ist am Jakobsplatz mit dem markanten Brunnen. Die Kinder laufen durch das Viertel. Für die Erwachsenen führt der Weg am Lech entlang und zurück. Es gibt vier unterschiedlich lange Routen. „Für die Läufer gibt es einen Segen“, sagt Uli Häfele vom DJK Diözesanverband, der den Lauf veranstaltet.

Der Glaube begleitet die Kirchweih seit jeher. Die Jakobuswoche (Dienstag, 21. Juli, bis Sonntag, 26. Juli) ergänzt das Programm. Der evangelische Pfarrer Martin Burkhardt von der Kirchengemeinde St. Jakob verweist auf mehrere Gottesdienste und Konzerte. Ökumene werde umgesetzt und gelebt, sagt Burkhardt. Die Kirchweih, die offiziell am Freitag, 17. Juli, beginnt, wird mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet.

Die Konkurrenz an Festen im Stadtgebiet ist groß. Sabine Hofmann betont, „dass wir natürlich bestrebt sind, den Zeitgeist zu erfassen“. Ihr Stellvertreter Christian Gerlinger ergänzt: „Jedes Fest muss seinen eigenen Weg gehen.“ Die Verbindung mit dem Jakobuslauf und freiem Eintritt am Wochenende in der Fuggerei sei „schon etwas Besonderes“.

Eine weitere Besonderheit gehört gleichfalls zum Fest. Pilger sind die historische Wurzel der Jakober Kirchweih. Augsburgs ältestes Volksfest entstand im Mittelalter aus einer Raststätte für Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Die Kirche St. Jakob war der zentrale Ausgangspunkt in der Jakobervorstadt. Dieses Jahr findet am Samstag, 18. Juli, in der Kirche St. Jakob von 12 bis 17 Uhr ein Pilgerfest statt.

Auch Pilger prägen das Bild der Jakober Kirchweih

Zu den treibenden Kräften gehört Brigitte Tanneberger aus Kaisheim. „Pilgern wird immer beliebter“, sagt die Vorsitzende der Jakobus-Pilgergemeinschaft Augsburg. Regelmäßig gebe es Touren auch in der Region. „Ich selbst komme im Jahr auf 2000 gelaufene Kilometer“, verrät die Frau. Aus körperlicher Sicht sei dies kein Problem: „Ich benötige halt oft neue Schuhe.“ Beim Pilgern gebe es die Möglichkeit, sich selbst näher kennenzulernen. Wobei die Geselligkeit andererseits ebenfalls wichtig ist, so Brigitte Tanneberger: „Pilger sind sing- und trinkfreudig.“