Polizeiwagen stehen im Kieler Stadtteil Mettenhof vor einem weißen Hochhaus.

AUDIO: Nachrichten 06:30 Uhr – 14.07.2026 (1 Min)

Stand: 14.07.2026 10:05 Uhr

Nachdem Anfang Juni ein Stein eine Polizeibeamtin verletzt hatte, sichert die Polizei in Kiel heute in einem Großeinsatz DNA-Proben im „Weißen Riesen“. Es handelt sich um ein Hochhaus im Stadtteil Mettenhof.

Rund 100 Einsatzkräfte der Polizei haben am frühen Dienstagmorgen ein Hochhaus im Kieler Stadtteil Mettenhof umstellt. Anschließend sicherten die Beamtinnen und Beamten die einzelnen Stockwerke von oben nach unten. Aktuell gehen sie von Tür zu Tür, um DNA-Proben der Bewohner abzugleichen. Insgesamt 242 Wohnungen gibt es in dem Mehrfamilienhaus am Kurt-Schumacher-Platz.

Staatsanwaltschaft wertet Steinwurf als versuchtes Tötungsdelikt

Polizisten stehen vor einer geöffneten Wohnungstür und nehmen Personalien auf.

Von jeder im Gebäude anwesenden Person wird die Identität festgestellt.

Hintergrund des Großeinsatzes ist ein Vorfall vom 2. Juni. Ein Unbekannter hatte vom Balkon des 25-stöckigen Hauses einen Pflasterstein auf einen Polizeiwagen geworfen. Der Stein durchschlug die Frontscheibe und verletzte eine Beamtin an der Hand und am Fuß. Die Polizistin war lange Zeit dienstunfähig. An dem Stein konnte mittlerweile DNA festgestellt werden. Die Staatsanwaltschaft stuft den Steinwurf als versuchtes Tötungsdelikt ein.

Abgabe der DNA ist freiwillig

Polizeibeamte betreten ein Gebäude.

Die verletzte Beamtin ist nach dem Vorfall dienstunfähig.

„Wir haben einen richterlichen Beschluss zur DNA-Reihenuntersuchung“, erklärt Stephanie Lage von der Polizei Kiel. „Dennoch ist die Abgabe dieser DNA-Speichelprobe freiwillig. Nichtsdestotrotz werden wir von allen Bewohnern, die sich hier aktuell im Objekt aufhalten, die Identität feststellen.“ Die freiwillige Probe wird demnach nur für diesen Fall genutzt und anschließend vernichtet.

Dolmetscher begleiten den Großeinsatz in Kiel

Um den Bewohnerinnen und Bewohnern den Vorgang auf Augenhöhe erklären zu können, begleiten Dolmetscher für Kurdisch, Arabisch und Polnisch den Einsatz. Eine DNA-Untersuchung dieser Größe hat es laut Staatsanwaltschaft in Schleswig-Holstein schon lange nicht mehr gegeben. Laut Polizei wird der Einsatz voraussichtlich bis in den Nachmittag andauern. Bis wann das Ergebnis der DNA-Proben vorliegt, sei noch unklar und hänge stark von der Beteiligung der Bewohner ab.

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