ADAC-Test
So schlecht schneiden Rastplätze bei Nürnberg ab
14.07.2026 – 14:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Lkws auf einer Raststätte (Symbolbild): Wie schneiden Frankens Anlagen ab? (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON/imago-images-bilder)
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Der ADAC hat 50 Rastplätze an deutschen Autobahnen getestet. Kein einziger bayerischer Platz schneidet gut ab. Betroffen sind auch wichtige Routen bei Nürnberg.
Der ADAC hat 50 unbewirtschaftete Rastplätze an deutschen Autobahnen erneut getestet, also Anlagen ohne Tankstelle und Restaurant, dafür mit kostenlosen Toiletten. Das Ergebnis fällt deutlich schlechter aus als beim letzten Test 2022: Fast die Hälfte der Plätze (46 Prozent) erhält die Note „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“. Die Bestnote „sehr gut“ erreichte in der Gesamtwertung kein einziger Platz.
Für Bayern ist die Bilanz besonders ernüchternd. Elf der 50 getesteten Rastplätze liegen im Freistaat, mehr als in jedem anderen Bundesland. Kein einziger davon kommt über ein „ausreichend“ hinaus, vier bewertet der ADAC als „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“.
Diese Rastplätze liegen auf Frankens Urlaubsrouten
Vier getestete Anlagen liegen an Strecken, über auch die Reisende aus der Region Nürnberg in den Urlaub fahren. Alle erhielten die Gesamtnote „ausreichend“:
- Offenbau West (A9 Richtung München): bei Thalmässing im Landkreis Roth. Für die Sanitäranlagen gab es nur ein „mangelhaft“.
- Lipperts West (A9 Richtung Berlin): bei Leupoldsgrün im Landkreis Hof. Die Sanitäranlagen bewerteten die Tester mit „sehr mangelhaft“.
- Auergründel Süd (A6 Richtung Nürnberg): bei Heilsbronn im Landkreis Ansbach. Bis auf die persönliche Sicherheit war den Testern hier keine Kategorie mehr als ein „ausreichend“ wert.
- Wiesenttal (A3 Richtung Passau): bei Wörth an der Donau in der Oberpfalz, auf dem Weg in den Bayerischen Wald und nach Österreich. 2022 zählte die Anlage laut ADAC noch zu den zehn besten im Test. Dass es nun trotzdem nur für „ausreichend“ reicht, liegt an der Gewichtung: Die Sanitäranlagen machen die Hälfte der Gesamtnote aus. Und da liegt laut ADAC das größte Problem.
Toiletten sind die zentrale Schwachstelle
62 Prozent der getesteten Rastplätze erhalten bei den Sanitäranlagen die Note „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“. Die Tester fanden fehlende oder defekte Seifenspender, kaputte Handtrockner und fehlendes Toilettenpapier. Auf sechs Anlagen waren Toiletten ohne Ankündigung geschlossen, eine Alternative gab es nicht. Auf jedem fünften Platz fehlt zudem eine Notrufeinrichtung, und auf 96 Prozent der Anlagen dokumentierte der ADAC Vandalismus.
Wo die Pause in Franken funktioniert
Wer lieber eine bewirtschaftete Anlage ansteuert, findet in Franken beide Extreme. Das Reisegutscheinportal „tripz.de“ hat im Frühjahr die Google-Bewertungen von 633 Raststätten und Autohöfen ausgewertet, also keine Untersuchung vor Ort, sondern eine Auswertung von Nutzermeinungen.
Am besten schnitt in Bayern demnach der Autohof Berg an der A9 im Landkreis Hof ab: Platz 4 bundesweit mit 4,7 Sternen. Der Betrieb an der Abfahrt 31 ist seit den 1960er-Jahren in Familienhand und gilt unter Fernfahrern als Institution.
Das bundesweite Schlusslicht liegt dagegen im Nürnberger Land: Der Aral Autohof Schnaittach an der A9 kam in der Auswertung auf 1,6 Sterne. Nutzer kritisieren in den Rezensionen vor allem Sauberkeit, Service und Preise.
