Es sind Zahlen, die real kaum noch zu greifen sind und zweifellos außergewöhnliche Dimensionen erreicht haben. Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Deutschen Bundestag geht hervor, dass sich die Kosten für den Wiederaufbau allein im Energie- und Rohstoffsektor in der Ukraine mittlerweile auf fast 91 Milliarden US-Dollar belaufen.
Deutschland hat bis rund 94 Milliarden Euro gezahlt
Mit Verweis auf den 5. Schadensbericht („Ukraine Rapid Damage and Beed Assessment“), der in Kooperation zwischen Weltbank, ukrainischer Regierung, den Vereinten Nationen und der EU-Kommission erarbeitet worden sei, heißt es weiter: Der Großteil des Bedarfs entfalle demnach auf den großflächigen Wiederaufbau des Stromsystems (70,8 Milliarden US-Dollar), der Fernwärmesysteme sowie der Gas- und Ölinfrastruktur.
Deutschland hat nach Aussage der Bundesregierung seit Kriegsbeginn im Februar 2022 für den Wiederaufbau von Energieversorgung, Gesundheitswesen und öffentlicher Infrastruktur rund 8,3 Milliarden Euro bereitgestellt und zugesagt.
Engagement privater Unternehmen für Wiederaufbau sehr wichtig
Zum Stichtag 31. Dezember 2025 hatte die Bundesregierung bilaterale zivile Unterstützung für die Ukraine in Höhe von rund 39 Milliarden Euro und militärische Unterstützung in Höhe von ca. 55 Milliarden Euro geleistet.
In ihrer Antwort macht die Bundesregierung deutlich, wie wichtig beim Wiederaufbau auch das Engagement privater Unternehmen sei. „Der Wiederaufbau der Ukraine kann nur durch international koordinierte Unterstützung bewältigt werden, auch unter Einbeziehung internationaler Finanzinstitute. Dabei spielen auch Reformen und die Transformation der ukrainischen Wirtschaft eine wichtige Rolle. Auch im Kontext des EU-Beitrittsprozesses der Ukraine sind aus Sicht der Bundesregierung wirtschaftspolitische Reformen erforderlich“, so die schwarz-rote Koalition.