Bielefeld-Stieghorst. Ein ordentliches Sommergewitter war am späten Montagabend, 13. Juli, über Bielefeld hinweggezogen. Vor allem im Bielefelder Osten zuckten die Blitze hell und oft über den Himmel. Schließlich auch mit Folgen: Um 22.37 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem größeren Dachstuhlbrand nach Stieghorst gerufen. Die riesige Rauchsäule über dem Vier-Parteien-Haus an der Flensburger Straße war weit über den Stadtbezirk hinaus zu sehen.
Wie der Feuerwehreinsatzleiter mitteilte, hatte der Bewohner der Dachgeschosswohnung den Notruf gewählt. Er konnte sich zusammen mit einem weiteren Bewohner des Mehrfamilienhauses schon vor Eintreffen der Feuerwehr in Sicherheit bringen.
Rund 50 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr sowie der Löschabteilungen Hillegossen, Ubbedissen und Sieker eilten zum Brandort, wo sich bereits ein zerstörerisches Feuer unter der Dachhaut gebildet hatte. Um möglichst schnell an die Flammen herankommen zu können, brachten die Brandbekämpfer auch eine Drehleiter in Stellung.
Mit einer Drehleiter erreichten die Einsatzkräfte das Dach des Gebäudes.
| © Paul Brinkmann
Blitzeinschlag wird vermutet
Gegen 23.30 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand bereits unter Kontrolle. Dennoch wurden große Teile des Dachfirstes zerstört, die Dachgeschosswohnung war daher nicht mehr bewohnbar. Im gesamten Haus mussten Strom, Wasser und Gas abgestellt werden, alle Parteien mussten vorübergehend woanders unterkommen, hieß es aus der Leitstelle der Feuerwehr am Dienstagmorgen. Der Einsatz der Feuerwehr dauerte bis in die tiefe Nacht an.
Die betroffenen Bewohner wurden vor Ort vom Rettungsdienst betreut und mit Hilfe bedacht. Verletzt wurde zum Glück niemand. Ein Bewohner soll kurz vor dem Ausbruch des Feuers einen lauten Knall gehört haben, woraufhin der Strom ausfiel und kurze Zeit später Flammen und Rauch sichtbar wurden. Es liegt nahe, dass ein massiver Blitz den Brand ausgelöst haben dürfte. Die Kripo geht von einem Blitzeinschlag als Brandursache aus. Wie hoch der Sachschaden ist, steht allerdings noch nicht fest.
Am nächsten Vormittag musste die Feuerwehr noch einmal anrücken: Glutnester waren erneut aufgeflammt und mussten gelöscht werden. Bei Tageslicht zeigte sich der Schaden, den der Brand in der Nacht angerichtet hatte: Das Treppenhaus des Vier-Parteien-Hauses steht nun unter freiem Himmel. Die Feuerwehr konnte den Dachschaden offensichtlich aber auf den First an der Giebelseite beschränken. Der hintere Teil des Daches und das Dach des angrenzenden Vier-Parteien-Hauses blieben unbeschädigt.
Fotogalerie
Mehrfamilienhaus in Bielefeld-Stieghorst in Flammen
14. Juli 2026
Arbeitsreiche Nacht für die Feuerwehr
In der Nacht zu Dienstag hatten die Einsatzkräfte in Bielefeld auch an anderen Orten allerhand zu tun: An der Bremer Straße brannte ein Balkon in voller Ausdehnung. Hier atmete eine Bewohnerin Rauchgas ein.
Durch das Gewitter gab es außerdem sechs Einsätze wegen vollgelaufener Keller in Stieghorst und Hillegossen. Bielefeld kam dabei noch glimpflich davon. In der Nachbarstadt Verl mussten die Helfer zu mehr als 100 Einsätzen wegen des Gewitters ausrücken.
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