Rolle Deutschland hervorgehoben
Ukrainischer Kommandeur sieht Kriegsende „bald“ kommen
15.07.2026 – 02:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Ukrainische Soldaten in der Region Dnipropetrowsk: Ein Kommandeur berichtet von der Front. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Dmytro Smolienko/imago)
Vorlesen
Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00
1x
Jetzt neu bei t-online:
Schriftgröße anpassen!
Artikel teilen
Ein ukrainischer Offizier prophezeit ein baldiges Ende des Krieges, aber nicht der Bedrohung. Der Soldat mit Rufnamen „Yankee“ sieht eine wichtige Rolle Deutschlands.
Der ukrainische Kommandeur Wadym Krykun, Chef der mehrere Tausend Mann starken Lubart-Brigade, hat sich zu einem möglichen Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geäußert.
Der erfahrene Soldat mit Rufnamen „Yankee“ sagte: „Ich glaube, dass der Krieg irgendwann entlang irgendeiner Linie einfrieren wird.“ Wo diese Linie sei, könne er nicht sagen. Derzeit hat Russland einen Großteil des ukrainischen Donbass besetzt. Dort ist „Yankee“ als Teil des 1. Asow-Korps im Einsatz. Er glaubt, dass es „bald“ ein Ende gibt, als Zeitraum gab er ein Jahr an.
- Krieg gegen die Ukraine: Alle aktuellen Meldungen
- Krieg in der Ukraine: Das will nicht einmal China hinnehmen
Der Kommandeur sieht aber auch dann noch Spannungen zwischen den beiden Ländern. „Ich glaube nicht, dass europäische Truppen die letztendliche Sicherheitsgarantie sind. Ich glaube, dass eine starke ukrainische Armee, eine starke ukrainische Regierung und eine starke ukrainische Wirtschaft die eigentlichen Sicherheitsgarantien sind.“ Selbst wenn es irgendeine Art von Friedensabkommen geben sollte, sei er sich bewusst, dass die Gefahr durch Russland bestehen bleibe.
Anpassungen an „ständige Überraschungen“
Die ukrainische Armee sehe die Hauptaufgabe derzeit darin, ihre Gebiete zu verteidigen und russische Truppen so effektiv wie möglich zu bekämpfen. Derzeit habe die Ukraine vor allem mit einer Überlegenheit Russlands bei Raketenangriffen und Bombardierungen zu kämpfen. Trotzdem sieht er auch Erfolge der Ukraine. „Wenn man alle unsere Schläge zusammenzählt, die täglich durchgeführt werden – Artillerie, Drohnen, Luftwaffe und andere Waffensysteme –, dann erleiden die Russen enorme Verluste“. Russland gibt keine Zahlen über tote und verwundete Soldaten heraus, Experten gehen aber von Hunderttausenden aus.
Er sehe „ständige Überraschungen“ im Kriegsverlauf, auch weil es ständig neue technische Entwicklungen gibt. „Es ist ein ständiger Wettlauf, auf jede neue Fähigkeit folgt unmittelbar eine Gegenmaßnahme“, berichtet er der „Welt“. Die Ukraine sei zwar sehr innovativ, aber es fehle ihr dennoch an Personal und schweren Waffen.

