Weniger als einen Monat nach der Vereinbarung des Waffenstillstands rückte die Straße von Hormuz – die wichtigste Energieschifffahrtsroute der Welt – erneut in den Mittelpunkt des Interesses.
Am Wochenende führte das US-Militär Luftangriffe auf über 80 Ziele im Iran durch. Als Reaktion darauf kündigte das iranische Revolutionsgardekorps (IRGC) die Schließung der Straße von Hormus an. Am 13. Juli gab US-Präsident Donald Trump auf der Social-Media-Plattform Truth Social zudem bekannt, dass Washington eine Seeblockade in der Region wieder einführen werde.

Die jüngsten Entwicklungen in der Straße von Hormuz ziehen die Aufmerksamkeit der globalen Energiemärkte auf sich (Foto: MarketWatch).
Der Markt konzentriert sich eher auf das Angebot als auf die Ansprüche.
Laut „The Hill“ behauptete Trump, die Straße von Hormus sei weiterhin für andere Nationen offen, während die USA lediglich Schiffe Irans oder seiner Abnehmer blockierten. Er erklärte außerdem, Washington werde eine Gebühr in Höhe von 20 % des Warenwerts für alle Schiffe erheben, die diese Schifffahrtsroute passieren.
Axios berichtete, dass die Blockade, die voraussichtlich am 14. Juli (US-amerikanischer Zeit) in Kraft treten wird, für die gesamte iranische Küste, alle Seehäfen und Ölexporthäfen gelten wird. Schiffe, die ohne US-amerikanische Genehmigung in das Gebiet ein- oder ausfahren, können angehalten oder durchsucht werden.
Der Markt beobachtet derzeit jedoch nicht nur die Erklärungen beider Seiten, sondern auch, inwieweit diese Maßnahmen in der Praxis umgesetzt werden. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) versichert, dass die Straße von Hormus weiterhin offen sei und das US-Militär den Schiffsverkehr gewährleiste. Die Revolutionsgarden hingegen behaupten, die Route sei gesperrt.
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Laut Al Jazeera ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stark zurückgegangen. In den zwölf Stunden des 11. Juli passierten lediglich sechs Schiffe die Straße, deutlich weniger als die 18 bis 22 Schiffe pro Tag vor der Eskalation des Konflikts. Rund 230 Öltanker liegen weiterhin im Persischen Golf fest. Dies deutet darauf hin, dass Risiken für die Energieversorgungskette entstehen, obwohl die Straße nicht vollständig blockiert ist.
Warum sorgt der Hormuz immer wieder für Marktunsicherheit?
Nach Angaben des US Congressional Research Service (CRS) passierten vor dem erneuten Aufflammen der Spannungen täglich etwa 25 % des weltweiten Seetransports von Öl und 20 % der weltweiten LNG-Lieferungen die Straße von Hormuz.
Dies ist eine Schifffahrtsroute, für die viele ölexportierende Länder des Nahen Ostens kurzfristig praktisch keine Alternativen haben. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) könnten zwar einen Teil ihrer Exporte auf Onshore-Pipelines verlagern, doch der Großteil der Öl- und insbesondere der Flüssigerdgaslieferungen (LNG) Katars hängt weiterhin von der Hormuz-Pipeline ab. Daher würde selbst eine geringfügige Unterbrechung des Transports die Versorgungslage verschärfen und gleichzeitig die Kosten für Schifffahrt und Seeversicherung erhöhen.
Neben den Risiken im Schiffsverkehr hat auch der Plan, eine Gebühr von 20 % auf Warentransporte durch die Straße von Hormus zu erheben, Aufmerksamkeit erregt. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) argumentiert jedoch, dass es keine Rechtsgrundlage für die Erhebung einer obligatorischen Gebühr für die Durchfahrt durch eine internationale Meerenge gebe. Analysten gehen dennoch davon aus, dass dieser Rechtsstreit die unmittelbaren Auswirkungen auf den Markt kaum abmildern wird, da allein das Risiko von Schiffsinspektionen oder -verzögerungen die Logistikkosten erheblich erhöhen könnte.
Was wird den weiteren Verlauf bestimmen?
Laut Saul Kavonic, Leiter der Energieforschung bei MST Financial, könnten die iranischen Kontrollen den Schiffsverkehr durch Hormuz in den kommenden Monaten unter 50 % des Niveaus vor der Eskalation halten.
Tony Sycamore, Experte bei IG Australia, argumentiert, dass die Meinungsverschiedenheit zwischen den USA und dem Iran über den völkerrechtlichen Status der Straße von Hormus auch während der Waffenruhe nie beigelegt wurde. „Das wird den Markt zumindest weiterhin unter Spannung halten“, erklärte er.
Laut CNN werden in den kommenden Tagen nicht nur politische Äußerungen, sondern vor allem die tatsächliche Dauer der Schifffahrtsbehinderungen durch die Straße von Hormus ausschlaggebend sein. Sollte der Schiffsverkehr bald wieder normal verlaufen, dürften die Auswirkungen auf die Ölpreise nur von kurzer Dauer sein. Hält die Störung hingegen an, wird der Markt voraussichtlich weiterhin Versorgungsrisiken einpreisen, was zu Volatilität nicht nur bei den Ölpreisen, sondern auch bei den Transportkosten, der Inflation und den Erwartungen an die globale Geldpolitik führen wird.
Für Anleger sind in der kommenden Zeit folgende Indikatoren von Bedeutung: der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, die Ölexportentwicklung der Golfstaaten, die Reaktion der OPEC+ und die Prämien für Seeversicherungen. Diese Faktoren liefern entscheidende Hinweise darauf, ob der aktuelle Schock nur von kurzer Dauer ist oder einen neuen Aufwärtstrend bei den Energiepreisen auslösen könnte.
Quelle: https://dantri.com.vn/kinh-doanh/my-tai-phong-toa-hormuz-dieu-gi-se-xay-ra-tiep-theo-voi-thi-truong-dau-20260714205654146.htm