Dieser Newsblog hat ab sofort hitzefrei. Verfolgen Sie das Geschehen in unserem aktuellen Blog zur Hitzewelle in Berlin.
Die Temperaturen klettern und klettern: Bis zu 41 Grad könnten es am Wochenende in der Hauptstadtregion werden. Die Auswirkungen sind jetzt schon zu spüren: Die ersten Schulen geben ihren Schülerinnen und Schülern hitzefrei, zahlreiche Veranstaltungen wurden abgesagt.
Die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow untersagen ab Samstag das Grillen in den Parks. Und auch der Bundestag stellt sich auf die Rekordtemperaturen ein: Kuppel und Dachterrasse bleiben am Wochenende für Besucher geschlossen.
Wie gehen die Berlinerinnen und Berliner mit der brütenden Hitze um? Welche Tipps haben sie, um sich Abkühlung zu verschaffen? Welche Auswirkungen sind am Wochenende zu erwarten? Alles zur Hitzewelle in Berlin – hier im Live-Blog.
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
- Der Berliner Fußballverband sagt die meisten Spiele am Wochenende ab. Auch viele andere Veranstaltungen fallen aus.
- Kirchen öffnen zur Abkühlung, die Caritas sucht noch Freiwillige für die Obdachlosenhilfe.
- Das Fusion-Festival und das Saisonabschlusskonzert der Berliner Philharmoniker finden trotz Hitze statt.
Superhitze in Berlin:Gießen, aber bitte richtig! So helfen Sie Berlins Straßenbäumen wirklich Wo es plötzlich spürbar kühler wird Sechs Frischeinseln für heiße Tage in Berlin Obdachlosen in der Berliner Hitze helfen Sonnencreme und Wasser sind immer im Gepäck 11.10 Uhr: Weitere Schulen steigen auf Kurzunterricht um
Aufgrund der extremen Hitze und zu heißer Klassenräume teilen immer mehr Schulen in Berlin Änderungen in ihrem Schulablauf mit. Viele Schülerinnen und Schüler bekommen heute Nachmittag hitzefrei, einige Schulen beenden ihren Unterricht kurz nach 12 Uhr.
Verkürzten Unterricht haben beispielsweise diese Schulen:
- Grundschule an der Victoriastadt, Lichtenberg
- Schule im Ostseekarree, Green Campus Malchow, Neu-Hohenschönhausen
- Moabiter Grundschule, Mitte
- Bertha von Suttner, Reinickendorf (Mittagessen findet statt)
- Schadow-Gymnasium, Zehlendorf
- Reinhardswald-Grundschule, Kreuzberg
- Otto-Nagel-Gymnasium, Marzahn
- Grundschule am Senefelder Platz, Pankow (Hort ist ganz normal geöffnet)
- Rosa-Luxemburg-Gymnasium, Pankow
- Maria-Montessori-Schule, Tempelhof
- Gymnasium 9Y12, Treptow
- Franz-Carl-Achard-Grundschule, Kaulsdorf
- Am Herder-Gymnasium, Charlottenburg-Wilmersdorf
Die Eichendorff-Grundschule in Charlottenburg hat die Schulpflicht für heute komplett aufgehoben. Eine Betreuung der Kinder ist aber möglich.
10.50 Uhr: ZLB sagt Veranstaltungen ab – Schließungen möglich
Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) sagt aufgrund der Hitze am Wochenende alle Veranstaltungen in der Amerika-Gedenkbibliothek ab. „Aktionen gegen Einsamkeit, Digital-Beratungen, Kreativworkshops für Familien und Spiel- und Leseangebote für Kinder fallen aus“, teilte die ZLB am Freitag mit.
Bei weiterem Temperaturanstieg müssten Bibliotheksräume geschlossen werden. Bereits morgens seien in der Kinder- und Jugendbibliothek Temperaturen von über 30 Grad gemessen worden. Die Gebäude seien baulich veraltet und seien nicht für extreme Wetterlagen ausgelegt.
„Bibliotheken sollten stets sichere und gut zugängliche öffentliche Aufenthaltsorte für alle sein – und zwar zu allen Jahreszeiten. Dass wir genau das gerade mal wieder nicht anbieten können, zeigt, wie dringend Berlin ein Bibliotheksgebäude braucht, das auf der Höhe der Zeit ist. Die Berliner*innen verdienen eine Bibliothek, die immer funktioniert“, sagte Jonas Fansa, Direktor der ZLB.
10.10 Uhr: Wegner warnt vor Hitze
Es ist heiß in der Hauptstadt – und es wird noch heißer. Berlins Regierender Bürgermeister, Kai Wegner, warnt deshalb vor den damit verbundenen Gefahren. „Passen Sie auf sich auf und auch auf Ihre Mitmenschen!“, bat der CDU-Politiker auf der Onlineplattform X.
Die aktuelle Hitzewelle könne insbesondere für ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Obdachlose und „alle, die draußen arbeiten“, gefährlich sein. „Deshalb meine Bitte an alle Berlinerinnen und Berliner: Passen Sie auf sich auf. Trinken Sie ausreichend, vermeiden Sie die Mittagshitze und suchen Sie Schatten oder kühle Räume auf. Und achten Sie bitte auch auf die Menschen in Ihrer Umgebung.“
Wegner wies darauf hin, dass es an mehr als 240 Trinkbrunnen kostenloses Wasser gebe. Die „Kühle-Orte-Karte“ zeige Orte auf, wo sich die Menschen in der Stadt abkühlen könnten.
9.15 Uhr: Erste Schulen in Berlin melden hitzefrei
Aufgrund der hohen Temperaturen haben die ersten Schulen in Berlin die Eltern und Erziehungsberechtigten über verkürzten oder teilweise komplett gestrichenen Unterricht informiert.
Am Ossietzky-Gymnasium in Pankow gilt heute ein Kurzstundenplan bis maximal 12 Uhr. Auch die Eichendorff-Grundschule in Charlottenburg verkündete am Donnerstagabend, dass die Schule heute geschlossen bleibt und die Schulpflicht somit für den Freitag aufgehoben wird. Eine Betreuung der Kinder könne jedoch gewährleistet werden, auch Mittagessen soll es für die Kinder geben.
Ob und wann es Hitzefrei für Schülerinnen und Schüler gibt, entscheiden in Berlin und Brandenburg die Schulleitungen. Entscheidend sind die Unterrichtsbedingungen an den einzelnen Schulen, etwa wie heiß es in den Klassenräumen ist.
9.02 Uhr: Hitze hinter Gittern
Nicht jeder hat die Möglichkeit, sich frei zu bewegen und an den See zu fahren, um sich eine kleine Abkühlung zu gönnen. Mehrere Tausend Menschen sind derzeit in Berliner Gefängnissen inhaftiert. Um die Hitzebelastung für die Insassen zu reduzieren, gibt es mehrere organisatorische und technische Maßnahmen.
Hitze im Gefängnis Insassen dürfen öfter duschen und erhalten teils Sonnenschutzkleidung
Laut der Senatsverwaltung für Justiz wurden etwa die Freistunden in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt. Auch wird den Inhaftierten gestattet, mehrfach am Tag duschen zu gehen.
8.46 Uhr: Abkühlung schon am frühen Morgen im Sommerbad Mariendorf
In den frühen Morgenstunden sind bereits rund 50 Gäste im Schwimmbad, um die Zeit vor der großen Hitze und dem großen Ansturm zu nutzen. Um kurz nach 7 Uhr ist die Wassertemperatur mit 26 Grad laut Anzeige sogar wärmer als die Luft.
Im Sommerbad Mariendorf sind schon am frühen Freitagmorgen Dutzende im Wasser.
© Pia Schulz
Andere Menschen haben das Glück, dass sie sich ihr Schwimmbecken gar nicht erst mit anderen Leuten teilen müssen. Der Grund: ein eigener Pool. In der deutschen Hauptstadt ist so ein erfrischendes Schwimmbecken im Garten gar nicht so selten. Rund 23.000 haben wir gefunden: auf Luftbildern und mithilfe künstlicher Intelligenz – eine experimentelle Analyse, die erste ihrer Art in Deutschland.
Kühles Nass, aber für wen? Wo sich Berlins private Pools befinden und was das über die Stadt verrät
Schauen Sie doch mal, wer in Ihrer Nachbarschaft einen hat. Vielleicht dürfen Sie kurz mal reinhüpfen und sich abkühlen, wer weiß.
8.17 Uhr: Berliner Philharmoniker lockern Kleiderordnung
Angesichts der erwarteten Hitze wird die Kleiderordnung bei den Berliner Philharmonikern gelockert. Das Spitzenorchester spielt am Samstagabend sein berühmtes Saisonabschlusskonzert in der Waldbühne vor rund 22.000 Menschen – in der Hauptstadt werden bis zu 41 Grad erwartet. Die Bühne liege abends glücklicherweise im Schatten, sagte eine Sprecherin des Orchesters.
„Die Herren treten ohne Jackett auf, dafür mit einem schwarzen Hemd als Oberteil“, sagte die Sprecherin. Die Ärmel dürften auch hochgekrempelt werden. Das Oberteil der Damen müsse nur bis zum Ellenbogen reichen und nicht langärmelig sein. Backstage gebe es Getränke und Kühlpacks.
„Wir sind es gewohnt, draußen zu spielen“, sagte die Sprecherin. Die Philharmoniker nutzen bei Konzerten im Freien in der Regel nicht ihre besten Instrumente, sondern hätten auch sehr gute Zweitinstrumente. Mit hohen Temperaturen hätten sie außerdem Erfahrung.
Besucherinnen und Besucher dürfen einen Liter alkoholfreies Getränk in Kunststoffflaschen oder -packs mitnehmen. Auch Taschenschirme als Sonnenschutz sind erlaubt, aber keine Stockschirme. Die Sprecherin der Philharmoniker rät außerdem noch zu Sonnenhut und Mückenspray. Das Konzert wird auch im Fernsehen und Radio übertragen.
7.23 Uhr: Tropische Nächte erwartet
Auch die kommenden Nächte bieten wenig Abkühlung. In der Nacht zu Freitag sollten die Temperaturen im Süden Brandenburgs noch mal auf 15 bis 18 Grad fallen, im Norden sogar auf 11 bis 14 Grad. In der Nacht zu Samstag werden dann schon 17 bis 22 Grad erwartet, vielerorts wird es also eine tropische Nacht.
Die Nacht auf Sonntag werde mit 20 bis 24 Grad „deutlich unangenehmer“, sagte Rubach. Die Tiefstwerte würden auch nur kurz zum Sonnenaufgang erwartet. Gegen Mitternacht sei es verbreitet noch 24 bis 29 Grad warm.
Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes werden auf Hitzewarnungen.de veröffentlicht. Der DWD empfiehlt unter anderem, die direkte Sonne zu meiden und die heißen Nachmittagsstunden in geschlossenen Räumen zu verbringen.
7.20 Uhr: DWD warnt vor möglichem Hitzegewitter
Gewitter können schnell aufziehen: Sommerliche Wärmegewitter entstehen oft innerhalb weniger Minuten.
© dpa/Patrick Pleul
Der Deutsche Wetterdienst spricht von einer starken bis extremen Wetterbelastung für Berlin und Brandenburg. Das Wochenende werde noch mal deutlich heißer als der Freitag. Während heute (Freitag) Temperaturen von 33 bis 36 Grad erwartet werden, erreichen die Temperaturen am Samstag 40 bis 41 Grad. Punktuell kann es Hitzegewitter mit Hagel, Starkregen und Sturmböen geben. „Die bleiben meist an Ort und Stelle“, sagte DWD-Meteorologe Stefan Rubach.
Am Sonntag wird es ähnlich heiß wie am Samstag. Im Westen Brandenburgs erwartet der DWD bis zu 38 Grad, in Berlin und der Lausitz bis zu 40 oder 41 Grad. „Wir kommen auf jeden Fall in die Nähe von Rekorden“, sagte Rubach. Am Nachmittag und Abend nehme die Gefahr von Hitzegewittern dann wieder zu.
Donnerstag 21.25 Uhr: Hitzebedingte Schäden auf Autobahnen in Berlin und Brandenburg
Wegen hitzebedingter Fahrbahnschäden ist die A2 zwischen Ziesar (Potsdam-Mittelmark) und Wollin in Fahrtrichtung Potsdam gesperrt. Das teilte die Polizei Brandenburg auf X mit. „Bitte umfahren Sie den Bereich!“, hieß es. Ebenfalls wegen Hitzeschäden sei zudem auf der A10 die linke Fahrspur zwischen Berlin-Marzahn und Hellersdorf in Fahrtrichtung Frankfurt (Oder) gesperrt.
Für Hitzeschäden besonders anfällig seien ältere Betonfahrbahnen, die bereits Vorschäden aufwiesen oder an denen es schon häufiger Reparaturen gegeben habe, erklärte eine Sprecherin der Autobahn GmbH mit Blick auf mehrere solcher Schäden bundesweit. Auf älteren Betonfahrbahnen könnten sich bei großer Hitze sogenannte Blow-ups bilden. Dabei wölbt sich die Fahrbahn auf und kann aufbrechen. Neu gebaute Fahrbahnen hätten dieses Problem nicht. (dpa)
Asphaltfahrbahnen können sich dagegen verformen und Spurrinnen bilden. Nach Angaben der Autobahn GmbH ist dieses Risiko auf deutschen Autobahnen jedoch vergleichsweise gering, weil dort besonders widerstandsfähiger Asphalt verwendet wird.
21.00 Uhr: Fußball-Fans warten im BRLO-Biergarten
Anpfiff zum letzten Spiel der deutschen Nationalmannschaft in der diesjährigen WM-Vorrunde ist um 22 Uhr. Schon jetzt sitzen zahlreiche Fans – in Deutschlandtrikots gekleidet – im BRLO-Biergarten am Gleisdreieck.
Fußballfans warten im BRLO-Biergarten auf den Anpfiff.
© Marie Nadler
20.30 Uhr: Gleisdreieck-Park füllt sich langsam
Die Temperaturen sinken langsam im Park am Gleisdreieck. Die Abendsonne steht tiefer und taucht den Park in ein warmes Licht. Ein leichter Wind geht sogar und transportiert würzigen Essensgeruch vom BRLO-Biergarten in den Park.
Desi (30), Jules (23), und Alex (29) feiern den Geburstag ihrer Freundin Olivia.
© Marie Nadler
Die Wiese füllt sich mit Menschen. Viele sitzen mit Getränk im Gras, andere spielen Volleyball oder schaukeln. Eine Gruppe picknickt und feiert den Geburtstag von Olivia. Ihre Freundin Alex sagt, was sie an den heißen Berliner Nächten besonders findet: „dass man sich mehr sieht, länger draußen ist und alles andere irgendwie zur Nebensache wird.“
19.30 Uhr: Geschäft wirbt mit Klimaanlage: „It’s Cool Inside!“
Feierabendstimmung im Berliner Westen. Viele Menschen flanieren auf dem Ku‘damm, nicht wenige von ihnen haben dabei ein Eis in der Hand. Beinahe alle Ladentüren werden geschlossen gehalten, damit die klimatisierte Luft drinnen bleibt. Ein Schild vor dem M&M’s-Store weist auf die Klimaanlage hin. Bei der Hitze würden die ausgestellten Schokoladen sicherlich ohne Klimatisierungschon weggeschmolzen sein. Ein Glück, dass es „cool inside“ ist.
„Step In, It’s Cool Inside!“, steht es am M&M’s-Store auf einem Schild.
© Emilio Nolte
19.15 Uhr: Tempelhofer Feld ist noch immer leer
Das Tempelhofer Feld ist noch immer wie ausgestorben. Vereinzelt sitzen oder liegen Menschen im Schatten. In der Sonne ist niemand.
Ebeu, Elvan und Taner wollten eigentlich schwimmen gehen – doch alle Parkplätze waren belegt. Nun sind sie auf dem Tempelhofer Feld.
© Marie Nadler
Vor einer halben Stunde gegen sind Ebeu, Elvan und Taner angekommen. Die beiden Schwestern haben noch gearbeitet und wollten danach schwimmen gehen. Doch alle Parkplätze waren schon belegt. Plan B – ohne Wasser, dafür mit etwas Schatten – ist das Tempelhofer Feld. Später wollen beide noch zum Shoppen aufbrechen. Trotz Hitze führen sie ihre normalen Aktivitäten weiter. „Wegen der Hitze meiden wir das nicht, wir leiden dann halt“, sagt die 28-jährige Ebru.
Ein Supermarkt in der Nähe des Zoologischen Gartens ist auch noch bestens auf die Bedürfnisse der Kunden und Kundinnen vorbereitet. Das Eisfach ist noch gut gefüllt.
19.00 Uhr: 17-Jähriger stirbt nach Badeunfall an der Krummen Lanke
Der 17-Jährige, der heute zur Mittagszeit an einer Badestelle in der Krummen Lanke im Berliner Südwesten plötzlich untergegangen ist, ist gestorben. Zunächst war der Jugendliche, wie bereits berichtet, aus dem Wasser geholt und reanimiert worden. Nach Tagesspiegel-Informationen ist der Jugendliche später verstorben.
Die Polizei ging von einem Badeunfall aus. Laut Feuerwehr zeigte der Jugendliche beim Auffinden keine Lebenszeichen mehr. Die 15 Mitschüler, die sich außerhalb der Schulzeit mit ihm an der Badestelle aufhielten, wurden mit einem Bus der Feuerwehr in ihre Schule gebracht und dort psychosozial betreut.
17.45 Uhr: Erstes Sommerbad voll ausgelastet
Die heißen Temperaturen lassen auch die Berliner Bäder immer voller werden. Mit dem Kinderbad Monbijou und dem Sommerbad Staaken-West sind die ersten beiden Bäder maximal ausgelastet – das heißt, Tickets sind nicht mehr erhältlich. Die Berliner Bäderbetriebe haben eine Karte veröffentlicht, auf der man die Auslastung der Bäder live verfolgen kann.
Geringe Auslastung:
- Strandbad Wannsee
- Kinderbad Marzahn (Platsch)
- Kombibad Seestraße
Mittlere Auslastung:
- Sommerbad Pankow
- Sommerbad Wilmersdorf
- Sommerbad Mariendorf
- Sommerbad Olympiastadion
- Sommerbad Wuhlheide
Erhöhte Auslastung:
- Sommerbad Kreuzberg
- Kombibad Gropiusstadt
- Sommerbad am Insulaner
- Sommerbad Humboldthain
- Sommerbad Neukölln
Maximale Auslastung:
- Kinderbad Monbijou
- Sommerbad Staaken-West
17.15 Uhr: Grillverbot auch im Bezirk Pankow
Im Mauerpark ist ab Samstag das Grillen auf den dazu ausgewiesenen Flächen bis auf Weiteres verboten. Das teilte das Bezirksamt Pankow mit. Das Verbot gelte für alle öffentlichen Grünanlagen im Bezirk Pankow. Grund sei die extreme Trockenheit und die damit verbundene Brandgefahr.
Auch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg untersagt das Grillen auf den dazu ausgewiesenen Flächen ab Samstag. Betroffen ist die Grillwiese am Neuen Hain im Volkspark Friedrichshain, die Wiese gegenüber dem Kunstrasensportplatz sowie gegenüber dem Rodelhügel im Görlitzer Park und auf der Wiese zwischen Waterloo-Ufer und Zossener Straße auf dem Blücherplatz.
17.10 Uhr: Interaktive Karte für Berlin: Wie weit bis zum Badesee?
Ob See, Fluss, Freibad oder Hallenbad: Unsere interaktive Karte zeigt, wie Sie von jedem Ort in Berlin aus am schnellsten ins Wasser kommen – und wo in der Stadt Orte zum Schwimmen fehlen.
17.05 Uhr: „Cool-Box“ für Zusteller der Deutschen Post und DHL
Die Deutsche Post und DHL haben wegen der Hitze in Berlin ihre Schutzmaßnahmen für die rund 8.000 Zustellerinnen und Zusteller verstärkt. Jede Zustellkraft könne eine „Cool-Box“ bestellen, teilte ein DHL-Sprecher mit. Dort enthalten seien ein wiederverwendbares Kühltuch mit Wasserbehälter, ein mit Wasser aktiviertbarer Pulskühler für die Handgelenke, sowie ein Nackenschutz.
Darüberhinaus sei bei der Deutschen Post und DHL ein umfassendes Sortiment unterschiedlicher Unternehmenskleidung – von schützenden Langarmshirts bis zu Bermuda-Shorts – für die Zustellerinnen und Zusteller erhätlich, teilte das Unternehmen mit. Zusätzlich würden die Zustellkräfte ausdrücklich dazu angehalten, ausreichend zu trinken, Sonnenschutz zu verwenden und – wo möglich – Schatten aufzusuchen.
Mit Cool-Box, UV-Schutz und klaren Verhaltensempfehlungen unterstützt das Unternehmen seine Mitarbeitenden in Berlin bei extremer Hitze.
17.00 Uhr: Tempelhofer Feld wie ausgestorben
Bei 33 Grad ist niemand auf dem Tempelhofer Feld – keine Jogger, Radfahrer oder gemütlich auf der Wiese Sitzende sind zu sehen.
Kein Mensch weit und breit auf dem Tempelhofer Feld.
© Rahel Kutzner
16.45 Uhr: 17-Jähriger nach Badeunfall an Krummer Lanke reanimiert
Ein Jugendlicher ist an einer Badestelle in der Krummen Lanke im Berliner Südwesten plötzlich untergegangen. Der 17-Jährige war am Mittag eine ganze Zeit unter Wasser, bis er leblos wieder auftauchte, wie ein Polizeisprecher sagte. Demnach holten Zeugen den Jugendlichen aus dem Wasser, alarmierte Rettungskräfte reanimierten ihn und brachten ihn unter Reanimationsbedingungen in eine Klinik.
Wie es dem Jugendlichen inzwischen geht, war zunächst nicht bekannt. Die Polizei ging von einem Badeunfall aus. Laut Feuerwehr zeigte der Jugendliche beim Auffinden keine Lebenszeichen mehr. Die 15 Mitschüler, die sich außerhalb der Schulzeit mit ihm an der Badestelle aufhielten, wurden anschließend betreut.
Die Feuerwehr wies darauf hin, zur eigenen Sicherheit nicht in unbekannte Gewässer zu springen, nur zugelassene Badestellen zu nutzen und die Hinweise der Rettungsschwimmer zu beachten. Ferner sollte Sonnencreme benutzt und direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden. Auch sollte ausreichend getrunken und nicht unmittelbar nach dem Essen ins Wasser gesprungen werden. (dpa)
16:25 Uhr: Eisblöcke „made in Berlin“
Die „Eisfabrik“ aus Tempelhof bietet aktuell einen hitzeresistenten Arbeitsplatz. Im Schneideraum der Premium-Klareiswürfelproduktion sind es konstant minus drei Grad. Dort werden große Eisblöcke mit Hilfe einer Knochenbandsäge zu kleinen Eisquadern zerteilt.
Die „Eisfabrik“ in Tempelhof.
© Thomas Loy
Die landen dann in den Cocktailgläsern an Theken bekannter Berliner Hotel- und Barbetriebe. Die Namen seiner Kunden hält Eisfabrik-Frontmann Sebastian Ebenberger streng geheim. Die Konkurrenz könnte sonst Abwerbeversuche starten. Die Eisfabrik liefert den ganzen Sommer über bei jeder Temperatur Eiswürfel – in Zehn-Kilosäcke oder Styroporboxen verpackt – oder massive Eisblöcke mit 25 Zentimeter Kantenlänge zum Selberschnitzen auf der Grillparty. Die Eismaschinen laufen derzeit rund um die Uhr, verbrauchen dabei Unmengen von Ökostrom, viel mehr als im Winter. Das meiste Eis kommt daher, in den Wintermonaten vorproduziert, aus dem Tiefkühlhaus.
Mehr zu den Eiswürfeln „made in Berlin“ lesen Sie hier.
16.35 Uhr: Bundestag sperrt Kuppel und Dachterrasse für Besucher
Wegen der extremen Hitze ist die Dachterrasse sowie die Kuppel des Reichtsagsgebäudes im Berliner Zentrum am Samstag und Sonntag ganzgägig für Besucher gesperrt. Das teilte die Bundestagsverwaltung mit. Bereits bestätigte Besuche an den Tagen müssten storniert werden.
16.15 Uhr: Ivona (24) und Nina (32) aus Albanien suchen Schatten
Die Touristinnen Ivona (24) und Nina (29) kommen trotz der starken Hitze zurecht. Auf Englisch erzählen sie: „Wir haben bereits mehrere Flaschen Wasser gekauft und versuchen, genug zu trinken“. Die hohen Temperaturen seien recht anstrengend. Um sich abzukühlen, trinken die beiden viel Wasser und bleiben möglichst im Schatten.
Die Touristinenen Ivona (24) und Nina (29) am Brandenburger Tor.
© Elly Nguyen
Die heißesten Stunden verbringen sie lieber drinnen. „Zwischen 15 und 18 Uhr nachmittags gehen wir nicht gerne raus“, sagen sie auf Englisch. Die Hitze beeinflusst ihren Alltag deutlich. Eine der beiden berichtet, dass sie wegen ihres niedrigen Blutdrucks bei hohen Temperaturen schnell müde werde. Berlin sei ihrer Meinung nach noch nicht ausreichend auf Hitzewellen vorbereitet. Die Touristinnen aus Albanien wünschen sich mehr Brunnen und Wasserspiele, damit sich Menschen besser abkühlen können.
16.05 Uhr: Trinkflaschen bei Konzert von Bruno Mars erlaubt
Beim Konzert von Popstar Bruno Mars im Berliner Olympiastadion am Freitagabend sind wegen der Hitze ausnahmsweise alkoholfreie Getränke in Getränkekartons (Tetra Paks), Weichplastikfalschen mit verbundenem Deckel und faltbare Flachen mit einem Fassungsvermögen von bis zu einem Liter erlaubt. Auch Handventilatoren und Fächern können von Besuchern mitgebracht und benutzt werden.
Megastar Bruno Mars tritt am Freitagabend im Berliner Olympiastadion auf.
© AFP/TIMOTHY A. CLARY
Das teilte der Veranstalter am Donnerstagnachmittag mit. Trinkwasser könne jederzeit an Wasserhähnen im Stadiongebäude abgefüllt werden. Aufgrund der Temperaturen werde Wasser zudem an den Verkaufsstellen zu einem Sonderpreis angeboten.
15.45 Uhr: Eva geht mit Hund Arthur spazieren – doch nur im Schatten
„Wir haben einen Hundepool im Büro“, sagt Eva, 42. Unweit vom Roten Rathaus dreht sie gerade mit ihrem Hund Arthur eine kleine Gassi-Runde.
Unweit vom Roten Rathaus führt Eva (42) ihren Hund Arthur spazieren.
© Emilio Nolte
„Arthur ist ein Stadthund“, sagt sie. Dennoch seien die immer extremer werdenden Temperaturen für ihn ein Problem. Deshalb geht Eva mit ihrem Hund heute nur durch den Schatten. Sie rät jedem Hundebesitzer, so wenig wie möglich mit dem Hund zu machen, und für ausreichend Abkühlung an den Pfoten und an der Schnauze zu sorgen. An den Pfoten und durchs Hecheln geben Hunde am meisten Wärme ab.
15.25 Uhr: „Bloß nicht raus“, sagt eine ältere Frau im Alexa
Mittlerweile ist das Thermometer auf 33 Grad Außentemperatur geklettert. Auf dem Alexanderplatz lässt es sich fast nicht aushalten. Dafür ist viel los im Alexa. Die große Shoppingmall ist angenehm klimatisiert, das wissen auch ihre Besucher.
Die Shoppingmall Alex am Alexanderplatz.
© Emilio Nolte
Für viele eine wie gerufene Abkühlung. „Bloß nicht raus“ sagt eine ältere Dame, die gerade ihr Eis fertig gegessen hat. Im Eingangsbereich hört man viele sagen: „Oh, hier ist es ja schön kühl.“
15.15 Uhr: Anu (70) fährt auch bei der Hitze mit der Rikscha durch Berlin
„Ich freue mich, dass endlich Sommer ist“ sagt Anu (70), der trotz dieser Hitze mit seiner Rikscha durch Berlin fährt. Mit der Hitze kommt er gut zurecht und lässt sich davon nicht den Alltag bestimmen. Um sich abzukühlen, sucht er Schatten oder Orte mit Wind.
Stadtführer Anu (70) findet, dass Berlin mehr Trinkwasserbrunnen und Bäume haben könnte.
© Elly Nguyen
Sein Tipp für heiße Tage „Nachts mit offenem Fenster schlafen und morgens die Vorhänge hinter dem Fenster schließen, da sich die Glasscheiben stark erhitzen“. Der Stadtführer kritisiert: „Berlin hat zu wenig Trinkwasserbrunnen“. Und: „Die Stadt ist zwar grün, doch sie hat zu wenig Bäume“. Mit ihnen könnten Schattenplätze für Berliner und Touristen geschaffen werden.
15.10 Uhr: Degewo sagt Seniorensportfest und Schülertriathlon ab
Das landeseigene Wohnungsunternehmen Degewo hat das geplante Sportwochenende in Südneukölln abgesagt. Rund um das Degewo-Stadion in der Gropiusstadt und im benachbarten Sommerbad waren am Samstag ein Schülertriathlon mit rund 1000 teilnehmenden Kindern und am Sonntag ein Sportfest für Senior:innen unter dem Motto „Aktiv im Alter“ geplant.
„Die Gesundheit der Teilnehmenden – insbesondere von Kindern und älteren Menschen – hat oberste Priorität, sodass eine sichere Durchführung nicht gewährleistet werden kann“, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit.
14.50 Uhr: Bücherfest abgesagt
Das für Samstag und Sonntag geplante Berliner Bücherfest auf dem Bebelplatz wird wegen der hohen Temperaturen abgesagt. „Angesichts der angekündigten Extremwetterlage müssen wir das Berliner Bücherfest nach Beratungen mit allen Beteiligten schweren Herzens absagen“, teilte Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) mit.
Es habe einen engen Austausch mit der Veranstaltungsagentur, der Berliner Feuerwehr und weiteren Instanzen gegeben, um zu versuchen, das Bücherfest mit zusätzlichen Maßnahmen gegen die Hitze zu ermöglichen, erklärte Giffey. „Doch Sicherheit hat für uns oberste Priorität“, sagte Giffey.
Ursprünglich sollten an rund 100 Ständen Berliner Verlage und Buchhandlungen über ihre Arbeit informieren. Das Berliner Bücherfest wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels Landesverband BerlinBrandenburg e.V. organisiert und von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe mitfinanziert.
14.45 Uhr: Jüdische Gemeinde verschiebt Fest wegen Hitze
Die jüdische Gemeinde Chabad Berlin hat ihren Festakt zum 30-jährigen Bestehen und ihr Straßenfest wegen der Wetterlage verschoben. Aufgrund der angekündigten extremen Hitze und einer aktuellen Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes finde das zunächst am Sonntag geplante Fest nun am 30. August statt, teilte die Gemeinde am Donnerstag mit.
Das Fest soll am Jüdischen Campus in Berlin gefeiert werden. Anlass seien drei Jahrzehnte jüdisches Leben, Gemeinschaft und Zukunft, hieß es. Die im 18. Jahrhundert begründete orthodoxe jüdische Organisation Chabad-Lubawitsch gibt es heute in 70 Ländern weltweit. In Berlin verfügt sie auch über eine Synagoge und eine Mikwe. (epd)
14.35 Uhr: Caritas bietet Hitzehilfe für obdachlose Menschen
An drei Tagen pro Woche – dienstags, donnerstags und samstags – bietet die Caritas in Berlin eine Hitzehilfe an. Zwischen 13 und 18 Uhr sind Mitarbeitende an bekannten Treffpunkten für Obdachlose unterwegs, um kühle Getränke, Informationsmaterialien und Hitzeschutzartikel wie Sonnencreme und Kopfbedeckungen zu verteilen. Das teilte ein Sprecher der Caritas am Donnerstag mit. Dienstags sei das Team im Bereich Ostbahnhof, donnerstags rund um Alexanderplatz, sowie samstags am Leopodplatz aktiv.
Zusätzlich stünde sonntags von 13 bis 18 Uhr ein Schutzraum in den Örtlichkeiten der Caritas-Kältehilfe in der Residenzstraße in Wedding zur Verfügung. Doch könnten sich obdachlose Menschen ausruhen, abkühlen und Beratung erhalten. Für die Unterstützung des Angebots werden Ehrenamtliche gesucht, die sich für obdachlose Menschen engagieren möchten. Interessierte können sich bei der Caritas melden.
Das Projekts wird von der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung finanziert und bis zum 30. August 2026 laufen.
14.30 Uhr: Berliner Kirchen als Schutz vor Hitze
Angesichts der angekündigten Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius sind viele Kirchen in Berlin zum Abkühlen geöffnet. Die „Kühlen Kirchen“ böten Schutz vor der Hitze und einen Ort der Ruhe, teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Donnerstag mit. Bischof Christian Stäblein lud in der Hitzewelle dazu ein, „länger in der Kirche zu sitzen, den Kopf zu kühlen und den Geist zu stärken“.
In unterschiedlichen Berliner Stadtteilen öffnen nach kirchlichen Angaben verschiedene Kirchengebäude ihre Türen zum Schutz vor Hitze. Obdachlose Menschen und alle anderen, die unter der Hitze leiden, seien eingeladen, sich abzukühlen, hieß es. Teilweise werde Wasser bereitgestellt, es gebe eine Kinderspielecke, einen kleinen Imbiss oder freies Internet zum mobilen Arbeiten. (epd)
14.15 Uhr: Columbiabad wieder geöffnet
Das Sommerbad Neukölln am Columbiabad hat planmäßig um 14 Uhr geöffnet. Das bestätigte eine Mitarbeiterin der Berliner Bäder Betriebe am Nachmittag. Wegen eines technischen Problems in einer Anlage, die den PH-Wert reguliert, musste das Bad am Morgen geschlossen bleiben.
Das Columbiabad hatte am Mittwoch erstmals wieder geöffnet, nachdem Probleme bei der Beschaffung von Filtermaterial zur Verzögerung des Saisonstarts geführt hatten.
14.00 Uhr: Friedrichshain-Kreuzberg verbietet Grillen am Wochenende
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg verbietet am Wochenende das Grillen auf den ausgewiesenen Flächen in Parks. Grund sind die anhaltende Trockenheit und die hohe Brandgefahr, heißt es in einer Mitteilung am Mittag. Das Verbot gilt ab Samstag, 27. Juni 2026, bis auf Weiteres. Die Maßnahme dient dem Schutz der Grünflächen und der öffentlichen Sicherheit.
Das Verbot gilt für die Grillwiese am Neuen Hain im Volkspark Friedrichshain, die Wiese gegenüber dem Kunstrasensportplatz sowie gegenüber dem Rodelhügel im Görlitzer Park und auf der Wiese zwischen Waterloo-Ufer und Zossener Straße auf dem Blücherplatz.
13.50 Uhr: Senatorin appelliert an Berlinerinnen und Berliner
Die aktuelle Extremwetterlage beschäftigt auch die Politik. Berlins Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Ina Czyborra, appelliert an die Bevölkerung, auf sich aufzupassen. „Schützen Sie sich und andere vor Hitze und UV-Strahlung. Trinken Sie ausreichend, vermeiden Sie körperliche Belastungen und suchen Sie kühle Räume auf“, sagt sie.
Auch bietet sie um gegenseitige Unterstützung in der Nachbarschaft. „Ein Anruf oder kurzer Besuch kann helfen, oder organisieren Sie gegebenenfalls Hilfe. Hitzeschutz geht uns alle an. Sorgen Sie gemeinsam miteinander und füreinander“, sagt die Senatorin.
13.29 Uhr: Columbiabad öffnet am Nachmittag wieder
Badefreunde in Neukölln können sich freuen: Nach einer kurzzeitigen Schließung öffnet das Columbiabad am Donnerstag um 14 Uhr wieder. Technische Probleme hatten zu einem Hin und Her geführt: Erst war der Saisonstart verschoben worden, dann gab es am Mittwoch erstmals Einlass, am Donnerstag blieb das Bad dann am Morgen erst mal dicht.
12.25 Uhr: Potsdam kämpft ebenfalls mit Hitzewelle
Auch die Menschen in Brandenburgs Landeshauptstadt versuchen derzeit, einen kühlen Kopf zu bewahren. Das betrifft auch die Stadtverwaltung: Sie verkürzt ihre heutigen Sprech- und Öffnungszeiten in einzelnen Bereichen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.
Wie in Berlin sind zudem auch schon verschiedene Veranstaltungen abgesagt worden. Darunter das große Volkspark-Jubiläum am Samstag, die Fahrrad-Pride und die Beachvolleyball-Landesmeisterschaft. Am Samstag könnte Potsdam die 40-Grad-Celsius-Marke knacken, erklärt Meteorologe Stefan Rubach. Der bisherige absolute Hitzerekord in Potsdam lag bei 38,9 Grad und stammt vom 20. Juli 2022.
Wo Sie auch in Potsdam eine Abkühlung finden und welcher See, welches Strandbad und welche Eisdiele sich nun richtig lohnen, lesen Sie hier.
11.40 Uhr: Abkühlung dank Nebeldusche
In Berlin ist aktuell nicht eine kleine Wolke am Himmel, die Sonne erreicht bald ihren Höhepunkt. Im eher spärlich bepflanzten Mauerpark gibt es kaum Schatten. Dafür aber eine für Berlin noch recht einmalige Sache: eine Nebeldusche!
Ein Mann kühlt sich in einer Nebeldusche im Mauerpark ab.
© Emilio Nolte
Sie versprüht kaltes Wasser und kühlt dadurch auf angenehme Weise die Haut. Auf Knopfdruck kommt der „Nebel“ aus den feinen Düsen. „Es ist die erste Anlage dieser Art in Berlin“, erklärt eine Mitarbeiterin der Lageso dem Tagesspiegel. Einziges Problem sei der sehr hohe Kalkgehalt des Berliner Wassers. Die Ablagerungen verstopfen die Düsen, die nun ausgetauscht werden.
Die Dusche steht neben einem Trinkwasserspender und dem neuen Pop-up „Cooling Point“ am Eingang des Mauerparks an der Bernauer Straße.
Die Erfindung ist jedoch keinesfalls neu. Bereits in mehreren Städten in Deutschland und Europa gibt es die Sprühnebelanlagen, etwa in Dresden, Lörrach, Zürich (Schweiz) und Rom (Italien). Pionier ist die österreichische Hauptstadt Wien: 123 Nebelduschen und 75 mobile Brunnen mit Sprühfunktion hat die Stadt für Bewohner und Touristen zur Verfügung gestellt.
11.05 Uhr: Zehntausende Menschen sind auf dem Weg zum Fusion Festival
Hitze-Exitus am Ostbahnhof: Auch dieses Jahr zieht es wieder ganze Heerscharen auf das Fusion-Festival in Mecklenburg-Vorpommern. Am Ostbahnhof stauen sich Shuttle-Busse (und falsch geparkte E-Scooter). Dabei stehen die Chancen auf kühlere Temperaturen auf dem Festivalgelände in Lärz nicht gerade hoch: Für Samstag sind dort 38 Grad vorhergesagt, am Sonntag satte 40.
Zumindest die E-Roller haben einen Platz im Halbschatten.
© Lionel Kreglinger
10.40 Uhr: CSD in Bernau wird abgesagt
Nach dem Fahrrad-Pride in Potsdam wird auch der Christopher Street Day (CSD) in Bernau bei Berlin am Samstag abgesagt. Er könne „aufgrund der amtlichen Hitzewarnungen mit vorhergesagten Temperaturen von fast 40 Grad nicht wie geplant stattfinden“, teilte das Organisationsteam mit. Und weiter: „Eine stundenlange Demonstration auf den Straßen Bernaus ist bei dieser extremen Wetterlage mit massiven gesundheitlichen Risiken verbunden.“
Vor allem auf vulnerable Gruppen – ältere Menschen, chronisch Kranke oder Menschen mit Behinderungen – wolle man besondere Rücksicht nehmen und habe sich deshalb für die Absage entschieden. „Gesundheit geht vor“, heißt es in einer Mitteilung des CSD.
Die Demonstration für queere Rechte werde stattdessen in den Herbst verschoben. Ein genauer Ausweichtermin werde in der kommenden Woche bekannt gegeben.
„Gesundheit geht vor“ Fahrrad-Pride in Potsdam und CSD in Bernau wegen Hitze abgesagt 10.15 Uhr: Mathina Wildner läuft trotz Hitze im Volkspark Friedrichshain
„Ich bin verwundert, dass noch so viele laufen gehen“, sagt Marthina Wildner, 58. Sie hat selbst gerade eine 6-Kilometer-Runde hinter sich und ruht sich unweit des Wasserspenders im Gras aus. „Ich würde nicht laufen, wo es kein Wasser gibt“, sagt sie. Hohe Temperaturen könne sie eigentlich gut ab, ob sie morgen und übermorgen auch laufen gehe, wisse sie aber noch nicht: „Die letzten 2 Kilometer habe ich mich schon gequält.” Ihre Herzfrequenz sei auch um 10 Schläge pro Minute höher gewesen als sonst bei ihren Läufen.
Marthina Wildner, 58, geht auch bei hochsommerlichen Temperaturen joggen.
© Emilio Nolte
9.15 Uhr: Einen Tag nach Wiedereröffnung wird das Neuköllner Columbiabad erneut geschlossen
„Es gibt ein technisches Problem. Wir bedauern das sehr“, sagte eine Sprecherin der Berliner Bäder-Betriebe. Der Badebetrieb sei derzeit nicht möglich.
„Die Techniker sind dran, die Suche nach der Ursache läuft“, sagte die Sprecherin. Noch sei unklar, wann das Problem behoben sei. Sobald das Bad wieder öffnen könne, gäben sie Bescheid.
Das Columbiabad hatte am Mittwoch erstmals wieder geöffnet, nachdem Probleme bei der Beschaffung von Filtermaterial zur Verzögerung des Saisonstarts geführt hatten.
Die sommerlichen Temperaturen ziehen derzeit viele Menschen in die Berliner Sommerbäder. Im Kreuzberger Prinzenbad hatte ein Brand in einem Schaltschrank diese Woche kurzzeitig zu einer Schließung geführt. Das Bad ist inzwischen wieder geöffnet.
9.00 Uhr: Die Bahn bietet wegen der Hitze kostenlose Stornierungen an
Wer eine gebuchte Fernverkehrsreise bis einschließlich 30. Juni wegen der Hitzewelle nicht antreten möchte, kann sein Ticket ausnahmsweise kostenfrei stornieren. Das gilt nach Angaben der Bahn für alle Tickets, die bis zum 23. Juni gekauft wurden, einschließlich Spar- und Supersparpreisen.
8.00 Uhr: Berliner Fußballverband sagt die meisten Spiele am Wochenende ab
Wegen der angekündigten Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad hat der Berliner Fußball-Verband für das kommende Wochenende Konsequenzen gezogen: Alle Spiele, die keine Bedeutung mehr für Aufstieg, Abstieg oder Meisterschaft haben, werden abgesagt. Partien, die für Entscheidungen zwingend noch ausgetragen werden müssen, sollen in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden.
Im Einzelnen heißt das:
- Alle Spiele im Kinderfußball werden abgesetzt.
- Die Relegationsspiele im Jugendbereich sowie das Meisterschaftsfinale der D-Junioren finden in den frühen Morgenstunden statt.
- Spiele im Freizeitbereich, die keine Relevanz für Auf- oder Abstiege haben, fallen aus.
- Bei den älteren Teams, dem Ü-Bereich, finden Spiele am Freitag und Montag statt.
- Die Vereine können wegen der Hitze jederzeit Spiele verlegen.
(mit dpa)