Der Verein F3k – Freunde und Förderer des Kaarster Kabarett- und Kleinkunstprogramms – ist dafür bekannt, junge Menschen für die Kleinkunst zu begeistern. Zum zweiten Mal hat er jetzt ein Kunstprojekt an der Martinusschule initiiert. 15 Schülerinnen und Schüler hatten sich ein halbes Schuljahr lang intensiv mit der Fotografie auseinandergesetzt. Eine kleine Auswahl an Fotos ist jetzt im Café „Papalapub“ in den Rathausarkaden (Am Neumarkt 1) zu sehen. Noch bis zum 31. August können Kunstinteressierte entdecken, was die Kids zum Thema „Ansichtssache. Welt aus Glas – Fotokunst für Jugendliche“ geschaffen und geschafft haben. Es sind zum Teil faszinierende Fotos entstanden, und das ist mehr Tat- als Ansichtssache.
Zum Gelingen des durchaus gewagten Projekts haben viele Menschen beigetragen. Gefördert wurde es vom Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BKK) und vom zuständigen Bundesministerium. Die beteiligten Jungen und Mädchen dürften sich keine Sekunde allein gefühlt haben: Sie wurden von Profis angeleitet wie der Kaarster Fotokünstlerin Gerlind Engelskirchen und der Kaarster Künstlerin Michaela Kura, bei der die Glasmalerei und deren Fotografie im Mittelpunkt stand. Timo Vogt aus Köln war der Ansprechpartner für den Bereich „Technik der fotografischen Bildgestaltung“. Die Kaarster Jugendeinrichtung Bebop hatte vier hochwertige Spiegelreflexkameras zur Verfügung gestellt. Und Michael Schreinermacher, Inhaber des „Papalapub“, hatte keine Sekunde gezögert, als er gefragt wurde, ob die Ausstellung in seinem Café stattfinden könnte.
Joachim Marzinkowski, Vorsitzender des Vereins F3k, war mehr als zufrieden: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel Ausdruckskraft, Freude und Spaß an Kreativität in den Bildern steckt.“ Und es ist sogar ein Katalog entstanden, der käuflich erworben werden kann. Der Kaarster Glaskünstler Burkhard Siemsen hatte den beteiligten Schülern Einblicke in seine Arbeit gegeben. Die Exponate sind sehr unterschiedlich. Da sind Fotos, die Rätsel aufgeben, so wie man es von den Arbeiten von Gerlind Engelskirchen kennt. Eine abstrakte Glasarbeit erinnert an einen Vulkanausbruch.
Motive fanden die Schüler auch in der Stadtmitte. Da ging es vor allem um Spiegelungen in Schaufensterscheiben. Spiegelungen waren überhaupt ein großes Thema, die entsprechenden Arbeiten waren unter anderem durch die Anordnung von Spiegeln mit veränderten Winkeln und die Fotos aus unterschiedlichen Perspektiven. Was wie Glas aussieht, muss nicht unbedingt Glas sein: Seifenblasen als Fotomotive waren ausdrücklich erlaubt. Zu den Fotos kommen kleine handwerkliche Kunstwerke durch das Bemalen von Acrylglasplatten mit Fingerfarben. Bei dem Projekt waren Disziplin und Konzentration erforderlich – ein Grund mehr für die Schülerinnen und Schüler, stolz auf sich zu sein.