Wasser zu sparen, darauf müssen sich nicht nur Privathaushalte diesen Sommer einstellen. Auch die Brauereien in München sollen beim Wasserverbrauch umstellen. Zumindest wenn es um das Tertiärgrundwasser geht. Dabei handelt es sich um besonders tiefgelegene Vorkommen von Wasservorräten, die in Erdschichten lagern, die bereits mehrere Millionen Jahre alt sind.
Brauereien nutzen Tiefengrundwasser zum Spülen und zur Produktion anderer Getränke
Die Erschließung dieses Tiefengrundwassers ist nach dem Bayerischen Landesentwicklungsprogramm (LEP) nur „für Zwecke, für die eine besondere Reinheit erforderlich ist“, möglich. Unter anderem haben darum Münchner Brauereien das Recht, ein bestimmtes Kontingent zur Produktion ihres Bieres zu beziehen.
Dass es zuletzt aber nicht ausschließlich für diese Zwecke genutzt wurde, berichtet die Süddeutsche Zeitung. So wird das Tiefgrundwasser etwa für das Reinigen der Anlagen, das Spülen der Flaschen und teilweise in der Produktion von Limonaden verwendet. Ein Großteil des Münchner Stadtrats spricht sich darum nun dafür aus, strengere Regeln bei der Genehmigung durchzusetzen.
3,55 Liter Wasser – nicht mal die Hälfte fließt in die Bierproduktion
Brauereien wie Paulaner, Löwenbräu, Hofbräuhaus, Augustiner und Giesinger Bräu bekommen jährlich eine Erlaubnis, wie viel Kubikmeter des Tertiärgrundwassers sie über die Brunnen entnehmen dürfen. Wie die SZ berichtet, sei die Menge des entnommenen Volumens in den vergangenen zwei Jahrzehnten um knapp 50 Prozent gestiegen.
Für einen Liter Bier seien laut einem Hofbräu-Sprecher 3,55 Liter Wasser nötig, wovon 1,5 Liter direkt in die Bierproduktion fließen. Die übrigen zwei Liter fließen in die Reinigung. Angesichts der zunehmenden Trockenheit und Wasserknappheit, müsse die Praxis der Wasserentnahme überprüft werden, sagt Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) der SZ. Tiefengrundwasser sei eine eiserne Reserve, mit der man sorgsam umgehen müsse.