Sarah Hübers sitzt am Klavier in einer Hotelbar

AUDIO: Improvisieren und flexiebel bleiben: Barpianistin im Hotel Atlantic (3 Min)

Stand: 15.07.2026 14:44 Uhr

In den Bars und Lobbys großer Hotels wird oft stimmungsvolle Hintergrundmusik gepflegt – oft sogar live von Barpianisten. Auch in Hamburg haben zwei Hotels Klavierspieler fest im Programm – eine von ihnen ist Sarah Hübers.

von Jens Büchsenmann

Sie nimmt auf dem Klavierhocker hinter dem schwarzen Flügel Platz. Der steht immer rechts in der Ecke, zwischen Lobby und Eingang zur Bar. Ein Donnerstagnachmittag, man trifft sich zur Tea Time, schaut auf die Uhr, aufs Handy, die Kellnerin. Ein kleines Baby will keine Macarons und Scones.

Sarah Hübers zögert nicht lange und spielt. „Ich schau mir die Leute an“, sagt sie, „und wenn Kinder dabei sind, spiele ich ‚Sind so kleine Hände‘. Dann denke ich, wenn man als Eltern hier ist und sowas hört, kann man vielleicht denken: ah, man wurde gesehen.“

Cover: Gerhard Köpf, "Notenblätter eines Hotelpianisten"

Gregor Köpf entführt die Leser in die jazzige Welt der Grandhotels: Erinnerungen voller Heiterkeit und Melancholie.

Pianistin sorgt für „musikalischen Teppich im Hintergrund“

Das Lied von Bettina Wegner, leise gesungen und am Flügel gespielt, beruhigt das Baby. Die Wartenden in der Halle des Atlantic schauen kurz von ihren Handys auf. „Generell bleibe ich in so einer Tea Time-Stimmung gern auch selber ruhig und haue nicht so total auf die Tasten, weil ich das unangebracht finde – eher, dass da so ein musikalischer Teppich im Hintergrund bleibt“, erzählt die Pianistin.

„Die Leute sind ja hierher gekommen, um eine gute Zeit zu haben und sich zu unterhalten. Wenn ich mich selbst in den Vordergrund stellen würde, wäre es unangebracht.“

Blick von der Alster auf das Hotel Atlantic, Aufnahme von 1934

Das „weiße Schloss an der Alster“ ist seit jeher Bühne für Ruhm und Reichtum in Hamburg. Am 1. März 1950 wurde es wiedereröffnet.

Tipps aus dem musikalischen Werkzeugkasten

Sarah Hübers sitzt am Klavier in einer Hotelbar

Lieber Chansons als Schlager: Barpianistin Sarah Hübers nimmt auch Musikwünsche entgegen.

Die erfahrene, kaum dreißigjährige Hotelmusikerin gibt kleine Einblicke in ihren musikalischen Werkzeugkasten. „Ich improvisiere ganz viel, ziehe Songs in die Länge, oder auch nicht, einfach wie es passt. Zudem löse ich die Akkorde auf, und dadurch bleibt man sehr flexibel. Wenn jetzt jemand kommen und fragen würde: ‚Kannst du das spielen‘, dann kann ich es – wenn ich das Lied kenne – in der Regel spielen.“

Sie versuche sich nicht in einem bestimmten Genre einzuengen, meint Sarah Hübers. Dennoch ist sie eher bei Chansons, als bei Schlager. „Ein Gast hatte mal eine Musikwunsch: ‚Er gehört zu Mir‘ von Marianne Rosenberg. Da habe ich ein bisschen mit mir gehadert, weil ich es erst nicht machen wollte. Allerdings wollte der Mann das Lied so gerne, das hat man ihm angesehen. Da habe ich gesagt, Sarah, komm, gib dir einen Ruck.“

Song von und für Panikrocker Udo Lindenberg

Hier im Hotel Atlantic an der Hamburger Außenalster wohnt auch Panikrocker Udo Lindenberg. „Ich habe sogar mal einen Song gespielt, als er da war“, erzählt Sarah Hübers stolz. „Er stand hier und hat sich unterhalten. Ich habe über zwei Ecken gefragt, ob das in Ordnung für ihn ist, wenn ich einen Song von ihm spiele. Das war ein ganz besonderes Gefühl zu wissen, das ist von ihm und ich darf das hier in dem Hotel spielen.“

Zu Besuch bei dem deutschen Rockmusiker Udo Lindenberg in seinem Haus in Hamburg, aufgenommen am 25.06.1974.

1968 kam der am 17. Mai 1946 geborene Udo Lindenberg nach Hamburg. Lange kämpfte er dafür, in der DDR auftreten zu dürfen.

Die Pasternack Bigband beim NDR Jazztime-Bigband-Ball im Warnemünder Neptun Hotel.

Jazzmusiker Andreas Pasternack in Stavenhagener Stadtkirche zu Gast. In Röbel ist Badewannenregatta angesagt.

Konzertszene: Bassist Dave Holland im Konzert mit der NDR Bigband bei der JazzBaltica 2003

Norma Winstone, Dave Holland und die NDR Bigband interpretieren die Legende Kenny Wheeler – am Pult steht Nikki Iles.