Bereits zum 13. Mal wurde in der Geschäftsstelle der Grünen kurz vor den Sommerferien eine jurierte Fotoausstellung eröffnet. Die Grünen hatten das Thema festgelegt und die Jurierung Profis überlassen. „Veränderungen“ sollten die Fotos widerspiegeln – keine ganz einfache Aufgabe, weil ja ein Foto einen bestehenden Zustand dokumentiert. Die Dreizehn ist ja bekanntlich eine Glückszahl. Glück hatte die vierköpfige Jury bestehend aus Markus Albiez, Jochen Rolfes, Leslie Barabasch und Gerlind Engelskirchen insofern, als bei der Prämierung der Arbeiten große Übereinstimmung herrschte. Die ersten drei Preisträger hätten sehr nah beieinandergelegen.
Keiner der Preisträger war da. Das darf nicht als Desinteresse gewertet werden, sondern liegt daran, dass die meisten der Fotografinnen und Fotografen, die sich an dem Wettbewerb beteiligten, weit weg von Kaarst wohnen. Christian Horn-Heinemann war nicht nur als Bürgermeister, sondern vor allem als Teilnehmer am Fotowettbewerb gekommen. Einen Preis sollte er allerdings nicht entgegennehmen dürfen. Die Preisträger waren mit Dreierserien erfolgreich. Mehr Bilder bedeuten mehr Raum für die Visualisierung von Veränderungen.
René Storch aus Ostdeutschland – näher wurde seine Herkunft nicht angegeben – überzeugte mit seinem Bilder-Trio. Ein Bild ist in Schwarz-Weiß, das sorge für mehr Dramaturgie. Es gibt komplexe Bildwelten wie das Leben am Strand trotz schwerer Wolken. Steht der Rollator neben einem Strandkorb für Veränderungen von Jung Richtung Alt? Auch die Pusteblume als Solistin ist ein deutliches Zeichen der Vergänglichkeit. Die zweitplatzierte Hilla Steinecke aus Frankfurt am Main macht die Veränderungen an der Natur fest. Da sprießen Knospen, da gibt es welke Blätter und Magnolien. „Alles farblich fein abgestimmt“, lobte Markus Albiez. Die Fotos von Susanne Pior aus Marl zeigen, wie nah die Fotokunst der drei Bestplatzierten beieinanderliegen. Besonders gut gelungen: Die Aufnahme mit den Wasserspritzern, die wie eingefroren wirken.
Die Jury gab einen Einblick in ihre Arbeitsweise: Alle 31 eingereichten Fotos wurden auf Tischen so präsentiert, dass die Namen der Fotografinnen und Fotografen nicht erkennbar waren, um größtmögliche Objektivität zu gewährleisten. „Wir haben so viele Kreise um die Tische gedreht, bis uns beinahe schwindelig wurde“, erklärte Markus Albiez. Jochen Rolfes, Wahl-Kaarster und Werbefotograf, stellte die „Fast-Preisträger“ vor, ging auf Stärken und Schwächen ein, wobei die Stärken stets überwogen. Und er verriet drei wichtige Kriterien für die Beurteilung der Fotos: „Das sind Inhalt, Form und Technik.“
Info Die Fotoausstellung kann in der Grünen-Geschäftsstelle an der Martinusstraße 4 besichtigt werden: montags, mittwochs und freitags von 9.30 bis 12.30 Uhr.