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Dessau-Roßlau – Eigentlich sollte die deutsche Nationalhymne den Schlusspunkt setzen. Doch bei einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau kam es (zunächst) anders. Videos, die im Netz kursieren, zeigen AfD-Co-Chef Tino Chrupalla (51) und den sachsen-anhaltischen Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund (35) beim Singen der DDR-Hymne – gemeinsam mit mehreren Hundert Besuchern.

Zum Ende der Podiumsdiskussion hatte der Kabarettist Uwe Steimle (63) statt der Nationalhymne das DDR-Lied „Auferstanden aus Ruinen“ angestimmt. Chrupalla und Siegmund lächelten und sangen teilweise mit den Besuchern mit. Anschließend wurde dann doch noch die deutsche Nationalhymne angestimmt. Politiker im vereinten Deutschland singen die Hymne des untergegangenen Unrechtsstaates – das sorgte für scharfe Kritik aus Berlin.

Mehrere hundert Besucher in Dessau-Roßlau sangen mit den AfD-Politikern die Hymnen mit

Mehrere hundert Besucher in Dessau-Roßlau sangen mit den AfD-Politikern die Hymnen mit

Foto: Jan Woitas/dpa

Der Chef des Bundeskanzleramtes, Thorsten Frei (52, CDU), erklärte beim Nachrichten-Sender „Welt TV“ (gehört wie BILD zu Axel Springer): „Ich finde es extrem befremdlich, und das gilt insbesondere dann, wenn das von politischen Repräsentanten gemacht wird, die damit ja ganz offensichtlich auch politische Botschaften verbinden müssen.“

Bei Wahlkampf-Auftritt in Sachsen-Anhalt: AfD singt die DDR-Hymne

Quelle: AfD-TV15.07.2026

Höcke: Westdeutsche keine „echten“ Deutschen

Zuletzt hatte der Thüringer AfD-Rechtsaußen Björn Höcke (54) mit der Aussage für massive politische Kontroversen gesorgt, dass Westdeutsche im Gegensatz zu Ostdeutschen keine „echten“ Deutschen seien. Dazu sagte Frei bei „Welt TV“: „Wir leben 36 Jahre nach der Wiedervereinigung, und wir sollten das Gemeinsame betonen und nicht das, was möglicherweise trennend sein könnte. Ich glaube, gerade auch in Ostdeutschland haben wir enorm viele Stärken. Die Länder in Ostdeutschland haben sich enorm entwickelt.“

Foto: Jan Woitas/dpa

Frei weiter: „Wir versuchen, das durch die Bundespolitik auch zu unterstützen, dort industrielle Kerne entwickeln zu lassen, Wachstumspotenziale zu heben. Da sind Entscheidungen getroffen worden, die zu zusätzlichen Arbeitsplätzen etwa in Mecklenburg-Vorpommern und auch anderswo führen werden.“ Er halte nichts davon, Trennendes oder gar Mythologisches in den Mittelpunkt zu rücken. Frei: „Wir sind EIN Land, wir haben große Herausforderungen gemeinsam und daran sollten wir arbeiten.“

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In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. In Umfragen lag die AfD zuletzt mit Werten von etwa 40 Prozent deutlich vor der CDU. Die Partei tritt mit dem 35-jährigen Siegmund als Spitzenkandidat an. In Dessau-Roßlau kündigte Siegmund an, transparent regieren zu wollen – offenbar per Livestream. „Das heißt, da gibt es direkt das Video von mir aus der Staatskanzlei“, so der Politiker. So könne jeder im Land erfahren, „was hinter den Kulissen“ passiert.