
AUDIO: Polizei Leipzig: Kein Zusammenhang zwischen Explosionen (1 Min)
Ermittlungen
Stand: 15.07.2026 18:24 Uhr
Nach der Serie von Explosionen in der Nacht zum Freitag geht die Polizeidirektion Leipzig derzeit nicht von einem Zusammenhang der Taten aus. Wie die Behörde auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, sind unmittelbar nach den Vorfällen Ermittler verschiedener Fachkommissariate zusammengezogen worden. Ein Zusammenhang zwischen der Explosion eines pyrotechnischen Gegenstands in der Hand eines 18-Jährigen und den beiden Sprengungen an den Leipziger Gaststätten „La Migliore“ und „XOXO“ sei bereits früh weitgehend ausgeschlossen worden.
Auch zwischen den Explosionen im Leipziger Westen und in der Innenstadt schließen die Ermittler nach eigenen Angaben „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ einen Zusammenhang aus. Weitere Auskünfte seien derzeit nicht möglich. Auch die Schadenshöhe könne aktuell noch nicht beziffert werden.

Das italienische Restaurant „La Migliore“ im Stadtteil Lindenau war von einer der Explosionen betroffen.
Kamera soll vermummte Person gefilmt haben
Der Inhaber von „La Migliore“, Osama Abdullah, sagte MDR SACHSEN am vergangenen Freitag, seine Kamera habe in der Nacht eine vermummte Person aufgenommen. Er vermutet, dass sein Restaurant Ziel wurde, weil es an dieser Stelle keine anderen geöffneten Lokalitäten gegeben habe. Andere Ladenbesitzer und vorbeikommende Passanten hatten die Explosion nicht bemerkt. Der Betreiber des wenige Meter entfernten italienischen Restaurants „La Palermo“ berichtete von einem Einbruch im vergangenen Jahr. An eine Explosion könne er sich in der Gegend jedoch nicht erinnern.

Das Café „XOXO“ befindet sich in Sichtweite der Nikolaikirche.
„Man kriegt ein bisschen Angst“
Die dritte Explosion hatte in der vergangenen Woche in der Universitätsstraße stattgefunden. Studierende erzählten MDR SACHSEN von ihren Besuchen in der Café-Bar, die seit 2019 besteht. Ein mulmiges Gefühl bleibt nach der Explosion zurück. Allegra Weise sagte: „Schon beunruhigend. Gerade auch mit der Amokfahrt, die ja erst vor ein paar Wochen war. Und dann explodiert direkt neben der Universität ein Gebäude beziehungsweise wird mutwillig zerstört. Man kriegt ein bisschen Angst.“
Die erste Explosion hatte kurz nach Mitternacht am vergangenen Freitag in der Eutritzscher Straße stattgefunden. Ein 18-Jähriger war durch einen pyrotechnischen Gegenstand schwer verletzt worden und verlor nach Angaben der Polizei eine Hand.
MDR (bbr/dkö/cke)