Eine Familie aus Dortmund erlebt nachts einen Einbruchversuch. Der Täter flieht – doch am nächsten Tag erkennt der Vater ihn wieder.
Darum geht‘s:
- Ein Mann versuchte nachts, in ein Haus einzubrechen.
- Die Polizei reagierte schnell, konnte den Verdächtigen zunächst aber nicht finden.
- Am nächsten Tag erkannte der Vater den Mann und alarmierte die Polizei.
Für die Familie war es ein glücklicher Zufall, dass sie an diesem Abend noch nicht zu Bett gegangen war. Denn mitten in der Nacht – um genau 1.05 Uhr – hörten der Vater und die Mutter plötzlich einen Knall. Ein Mann hatte offenbar vor, in ihr Haus einzudringen.
„Er hat versucht, durch die Haustür reinzukommen“, berichtet der Familienvater. Er habe eine Scheibe in der Haustür eingeschlagen. Das Haus steht an der Straße Am Hagedorn in Asseln. Die Familie möchte weder ihren Namen veröffentlichen noch fotografiert werden. Auch das Haus soll nicht gezeigt werden. Zu groß ist das Gefühl, nach dieser Nacht erneut zur Zielscheibe zu werden.
Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft soll ein 46-jähriger Dortmunder in der Nacht zu Sonntag (12. Juli) gegen 1.05 Uhr versucht haben, in das Einfamilienhaus einzubrechen. Die Familie schildert den Moment jetzt selbst. Die Mutter war im oberen Bereich des Hauses, der Vater unten. Als die Scheibe klirrte, löste auch die Kamera an der Haustür Alarm aus.
Er habe sich sofort auf den Weg zur Tür gemacht, sagt der Vater. Da habe er das Loch in der Scheibe gesehen. Der mutmaßliche Einbrecher sei zunächst weggegangen – aber nicht verschwunden. Kurz darauf sei er zurückgekommen und in den Garten gelaufen.
Das war auch auf den Aufnahmen der Überwachungskamera zu sehen. Nicht zu sehen war aber, dass er das Grundstück wieder verließ. „Das war der Punkt, warum nicht klar war, ob er noch irgendwo hier im Garten ist oder nicht“, sagt der Familienvater. Währenddessen habe er bereits die Polizei angerufen.
Die Straße Am Hagedorn zweigt vom Asselner Hellweg ab und mündet in die Eschenwaldstraße, die Richtung Kurl weiterführt.© Andreas Schröter
Die Beamten seien sehr schnell vor Ort gewesen. „Drei Minuten dreißig später waren die hier“, berichtet die Familie. Mehrere Einsatzwagen seien gekommen, offenbar wurden Kräfte aus der Nähe zusammengezogen. „Die waren super-schnell mit super-viel Personal hier“, sagt der Vater. Dafür habe die Familie die Einsatzkräfte noch in der Nacht gelobt.
Trotzdem blieb zunächst unklar, ob sich der Mann noch auf dem Grundstück befand. Die Polizei suchte mit Hunden. Einer der Hunde lief nach Angaben der Familie in Richtung Grüningsweg, ein anderer wurde auf dem Grundstück eingesetzt. Mit Taschenlampen leuchteten die Beamten den Garten aus. Besonders im Gedächtnis geblieben ist der Familie ein Moment am Gartenhaus. Ein Polizist habe gerufen, derjenige solle herauskommen, falls er sich dort verstecke – sonst werde der Hund hineingeschickt. „Das war wie ein Film“, sagt die Familie rückblickend.
Gefunden wurde der Tatverdächtige in der Nacht allerdings nicht. Einen Tag später nahm der Fall dann eine überraschende Wendung. Der Vater wollte am Montag mit dem Auto losfahren, um die Kinder abzuholen. In Asseln sah er einen Mann über eine Kreuzung gehen – und erkannte ihn wieder. Es war nach seiner Überzeugung derselbe Mann, den die Kamera in der Nacht am Haus aufgenommen hatte – wie schon in der Nacht zuvor übrigens mit nacktem Oberkörper. Der Familienvater rief die Polizei.
Die Beamten nahmen den 46-jährigen Deutschen ohne festen Wohnsitz vorläufig fest. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dortmund erließ ein Haftrichter Untersuchungshaftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Wohnungseinbruchdiebstahls. Der Mann sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.
Für die Familie ist der Fall damit juristisch vorerst geklärt. Es sei schon einmal jemand im Garten gewesen, aber niemand habe zuvor wirklich versucht, in das Haus einzudringen. Allerdings berichten die Eltern von einem anderen Fall vor einiger Zeit in der Nähe, bei dem eine andere Überwachungskamera ebenfalls einen Mann aufgenommen habe, der sich verdächtig verhalten habe – möglicherweise war es ja derselbe wie in ihrem Fall.
Das Ehepaar will nun sein Haus besser sichern und hat auch bereits eine Sicherheitsberatung der Polizei in Anspruch genommen.