Der Neubau der Augsburger Uniklinik wird womöglich kleiner ausfallen als gedacht. Bei dem für das kommende Jahrzehnt geplanten Milliardenprojekt „steht nirgendwo geschrieben, dass es so groß bleibt wie jetzt.“ Das sagte Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) am Mittwoch im Haushaltsausschuss des Landtages. Derzeit hat Schwabens größtes Krankenhaus mehr als 1500 Betten.
Blumes Auftritt vor den Finanzexperten der Fraktionen war mit Spannung erwartet worden, weil er hier öffentlich einen detaillierten Überblick über die drei größten Bauvorhaben des Freistaats gab: Sanierung beziehungsweise Neubau der Unikliniken in Würzburg, München-Großhadern und Augsburg. Für alle drei Vorhaben hatte das Kabinett kürzlich den Weg frei gemacht, sie waren wegen der finanziellen Dimensionen innerhalb der Regierungskoalition lange umstritten und sind nur möglich, wenn der Landtag zustimmt.
16 Milliarden Euro für die sechs bayerischen Unikliniken
Insgesamt will Bayern in den kommenden 20 Jahren 16 Milliarden Euro investieren, um seine sechs Universitätskliniken in Schuss zu halten. Diese Häuser mit ihren mehr als 40.000 Beschäftigten seien das Rückgrat für Forschung, medizinische Versorgung und Ärzteausbildung im Land. Blume sagt: „Sie sind unsere Lebensversicherung.“ Weitere Abstriche an den Plänen könne er nicht vertreten. Allerdings ist zumindest in Augsburg noch vieles in der Schwebe.
Zunächst nämlich soll ab Herbst in Würzburg und dann auch Großhadern mit dem ersten Bauabschnitt begonnen werden. Geschätzte Kosten: 1,7 Milliarden (Würzburg) beziehungsweise 2,3 Milliarden Euro. Bauzeit soll um die zehn Jahre betragen und dann stünde bereits an beiden Standorten ein ähnlich dimensionierter zweiter Bauabschnitt an – Ende offen.
Dem Neubau der Uniklinik Augsburg kommt eine Schlüsselrolle zu
In den nächsten drei Jahren (2026 bis 2029) werden die Investitionen mit insgesamt 700 Millionen Euro noch relativ überschaubar sein – mithilfe des Sondervermögens des Bundes kann Bayern das sogar stemmen, ohne selbst Kredite aufnehmen zu müssen. Wie es ab 2029 weitergeht, ist offen und dann auch Angelegenheit des bis dahin gewählten neuen Landtags.
Dem Neubau der Uniklinik Augsburg neben dem jetzigen Haupthaus kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Denn erstens solle es dort erst ab Mitte des kommenden Jahrzehnts ernst werden. Zweitens ist dieser Bau mit rund 125.000 Quadratmetern um etliches größer als München-Großhadern und Würzburg. Vor allem aber drittens: Er soll zusammen mit einem privaten Partner umgesetzt werden, die Augsburger Uniklinik wäre am Ende nur Mieter in ihrem neuen Haus. So könne man die Belastung des Staatshaushalts strecken, sagte Blume.
Wie teuer wird die Uniklinik in Augsburg?
Geschätzte Baukosten nannte er nicht. Vor wenigen Wochen war noch von fünf Milliarden Euro die Rede gewesen, nun aber scheint Blume der Meinung zu sein, dass es auch ein wenig kleiner gehen könnte. „Wir werden die Dimensionen prüfen“, sagte der Minister am Mittwoch und kam damit einem Wunsch des Koalitionspartners FW entgegen. Dessen finanzpolitischer Sprecher Bernhard Pohl fordert seit Langem, dass der Freistaat günstiger bauen müsse. Am Mittwoch sagte er: „Wir sind inzwischen deutlich unter den Beträgen, die ursprünglich im Raum standen.“
Pohl spielte damit auf die zähen koalitionsinternen Debatten über die Finanzierung der Uniklinik-Bauten an. Am Ende gebe es zu den Milliarden-Investitionen keine Alternative, unterstrich Blume. Volkmar Halbleib (SPD) kritisierte die Folgen dieser „Blockade zwischen den Regierungsfraktionen“. „Wir haben viel Zeit verloren und müssen jetzt sogar noch investieren, damit die alten Gebäude durchhalten.“