Was passiert, wenn eine Naturkatastrophe eintritt oder der Strom für längere Zeit ausfällt? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich kürzlich der Gemeinderat von Münster. Schon seit längerem arbeiten die Verantwortlichen von Feuerwehr, Gemeinde und Verwaltung an einem entsprechenden Notfallkonzept für den Tag X. „Es geht darum, die Handlungsfähigkeit der Gemeinde sicherzustellen und eine Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger zu sein“, stellte Bürgermeister Jürgen Raab klar.
Laut Raab sei Münster eine der ersten Gemeinden im Landkreis, die ein so ausgearbeitetes Notfallkonzept habe. Anna Haselmayr vom Ordnungsamt stellte es vor. „Ziel ist es, klare Strukturen und Abläufe für alle möglichen Szenarien im Vorfeld festzulegen“, sagte sie. Sie präsentierte das Notfallvorsorgekonzept sowie das Notfallbewältigungskonzept im Detail und welche Gebäude als Anlaufstelle genutzt werden sollen. In Münster sind dies primär das Feuerwehrhaus und sekundär das Rathaus, wo sich auch der Krisenstab bei einem entsprechenden Fall treffen würde.
Für Notfall hat Gemeinde Münster Ordner mit Flurkarten und Plänen
Auf einer mehreren Seiten langen Liste stellte Bürgermeister Jürgen Raab, der als Leiter des Krisenstabes fungieren würde, alle Ansprechpartner mit Stellvertretern für die verschiedensten Aufgaben vor. „Mit dieser Liste haben wir einen genauen Überblick, wer im Katastrophenfall welche Aufgabe zu erledigen hat“, sagte Raab. Für den Fall eines Stromausfalles sei die Gemeinde ebenfalls gewappnet. Schon vor längerer Zeit habe man vier Notstromaggregate angeschafft, auch alle anderen Abläufe seien durchgeplant. So gibt es beispielsweise einen Ordner mit Flurkarten und Plänen, der der Verwaltung vorliegt, um alles Wichtige nachzusehen, falls die EDV nicht mehr funktionieren würde. Raab stellte aber auch klar: „Wir können bei einem Stromausfall als Kommune maximal 72 Stunden beplanen. Alles, was darüber hinaus geht, liegt in ganz anderen Schadensklassen.“ Das Notfallkonzept wurde von den Gemeinderäten zur Kenntnis genommen und wird der Katastrophenschutzbehörde am Landratsamt übermittelt.
Natürlich spielt auch die Freiwillige Feuerwehr Münster bei diesen Themen eine wichtige Rolle. Für die Bewältigung ihrer Aufgaben darf diese sich auf ein neues Feuerwehrauto freuen. Der Gemeinderat stimmte der Teilnahme an der Sammelbeschaffung des Landesfeuerwehrverbandes für ein neues Löschfahrzeug 10 zu. Die Gemeinde hatte an dieser bereits im Vorfeld Interesse angemeldet. Da der Landesfeuerwehrverband nun bis 31. Juli eine verbindliche Rückmeldung für die Beteiligung an der Sammelbeschaffung benötigt, beschloss der Rat einstimmig die verbindliche Anmeldung für ein LF 10. Die Auslieferung soll im ersten Quartal 2029 erfolgen und das Fahrzeug soll durch die bayernweite Sammelausschreibung unter 500.000 Euro inklusive Beladung kosten. Auch eine Förderung in Höhe von 143.000 Euro soll fließen. Das aktuelle Einsatzfahrzeug LF 8, Baujahr 1987, soll dann abgelöst werden. Kurzzeitig sei im Vorfeld über eine kleinere Lösung nachgedacht worden, „aber für diesen Preis für ein LF 10 brauchen wir nicht lange überlegen“, war der einhellige Tenor des Gremiums.
Werden Trommelgasse und Flurstraße in Münster saniert?
Ein weiterer Punkt bei der Sitzung waren mögliche Sanierungen der Trommelgasse und der Flurstraße sowie Maßnahmen zur Verbesserung des Oberflächenabschlusses, beispielsweise „Am Holderstock“. Josef Tremel vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Augsburg stellte die Ergebnisse aus ersten Bemessungen und eine grobe Kostenschätzung vor. Allerdings hingen genaue Zahlen von exakten Baugrundgutachten ab. Gerade bei der Straßensanierung müsse der Ingenieur genau wissen, wie der Untergrund beschaffen sei. Der Gemeinderat stimmte einstimmig für die Beauftragung eines solchen Gutachtens inklusive Sickeruntersuchungen an markanten Stellen.
Ob eine öffentliche E-Ladesäule, die verpflichtend am Münstersaal errichtet werden muss, gekauft oder gemietet werden soll, wird in einer der nächsten Sitzungen entschieden. Bürgermeister Raab stellte mehrere Varianten vor. Da es aber, nach längerer Beratung, den Räten sinnvoll erschien, zuerst ein individuelles Mietangebot einzuholen, entschied man sich lediglich dafür, auf die Förderung zu verzichten. Diese in Höhe von 7000 Euro hätte es nur für eine 50-Kilowatt-Ladesäule für einen Anschaffungspreis von 43.000 Euro gegeben. „Das steht in keinem Verhältnis“, so Raab. Neben der Mietvariante käme nur noch ein AC-Lader mit 22 Kilowatt für einen Anschaffungspreis von 18.800 Euro infrage. Bei dieser Variante kämen allerdings noch Kosten für den Netzanschluss sowie Betriebskosten hinzu. Sobald das individuelle Mietangebot vorläge, soll hochgerechnet werden, welche Lösung die kostengünstigste für die Gemeinde ist.