Preissteigerungen möglich
VAG meldet Fahrgastrekord und fordert trotzdem staatliche Hilfe
Aktualisiert am 15.07.2026 – 15:04 UhrLesedauer: 3 Min.
U-Bahn der VAG (Symbolbild): Die Bilanz des Unternehmens von 2025 kann sich sehen lassen – hat aber auch Mankos. (Quelle: IMAGO/Ardan Fuessmann/imago)
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Die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg meldet Rekordzahlen, bleibt aber tief im Minus. Weitere Preissteigerungen sind wahrscheinlich. Das Unternehmen fordert mehr Unterstützung von Bund und Freistaat.
Im Jahr 2025 hat die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) so viele Fahrgäste befördert wie noch nie und bei der Wahl des Verkehrsmittels erstmals das Auto überholt. Dennoch: Der Vorstand fordert mehr Geld von Bund und Freistaat, Fahrgäste müssen sich auf steigende Preise einstellen.
Die VAG hat im vergangenen Jahr knapp 164 Millionen Fahrgäste gezählt. Das waren 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr und der dritte Rekord in Folge. Die Zahl der Abonnements stieg um rund 5 Prozent auf mehr als 294.000, ein Großteil davon macht das Deutschlandticket aus.
Bus und Bahn laut VAG vor dem Auto
Nach Ergebnissen der eigenen Marktforschung wurden in Nürnberg erstmals mehr Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln als mit dem Auto zurückgelegt. Der Anteil von Bus und Bahn stieg demnach auf 25,2 Prozent, der Anteil des Pkw sank auf 24,3 Prozent. Der Rest ist mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs. Nahezu jeder dritte Nürnberger habe 2025 täglich den ÖPNV genutzt, heißt es.
Dennoch lag das Ergebnis der Geschäftstätigkeit 2025 bei minus 97 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr verbesserte es sich immerhin um rund 12 Millionen Euro. Zugleich investierte die VAG circa 86 Millionen Euro in Fahrzeuge und Infrastruktur. Davon waren laut eigenen Aussagen rund 21 Millionen Euro Fördermittel, was einer Quote von etwa 25 Prozent entspricht. Schwerpunkte waren Kosten für neue Straßenbahnen, Gleisarbeiten und die Beschaffung weiterer Elektrobusse.
Für 2026 rechnet das Unternehmen mit steigenden Kosten. Personalvorständin Magdalena Weigel sagt, „im laufenden Jahr werden sich die Aufwendungen für Betrieb und Personal sowie der Materialaufwand aller Voraussicht nach erhöhen“. Die VAG zählte 2.225 Mitarbeitende und damit 105 mehr als im Vorjahr.
VAG sieht Bund in der Pflicht
Für die Sanierung des bestehenden Netzes und den weiteren Ausbau des Angebots reicht die Förderung aus Sicht des Vorstands nicht aus. Vorstandssprecher Tim Dahlmann-Resing sagt bei der Vorstellung der Jahresbilanz am Montag, dass die finanzielle Situation herausfordernd bleibe.
Über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz stellt der Bund nach Angaben der VAG jährlich rund zwei Milliarden Euro für Neubauten und grundlegende Sanierungen bereit. Diese Mittel seien aber bereits vollständig verplant. Der VAG-Vorstand befürchtet, dass Großprojekte wie die U5 in Hamburg und die zweite Stammstrecke in München einen erheblichen Teil des Geldes binden und für kleinere Vorhaben wenig übrig bleibe.

