Etwa 100 Demonstrantinnen und Demonstranten haben am Mittwochabend in der Innenstadt von Augsburg gegen die Durchsuchungen der Polizei im Umfeld des City Clubs protestiert. Am Vormittag hatten die Ermittler mit Beschlüssen des Amtsgerichtes 19 Wohnungen und Objekte von Mitarbeitern und Gästen vor allem im Raum Augsburg auf den Kopf gestellt. Hintergrund der Aktion ist ein Verfahren wegen möglicher Drogenstraftaten.
Mehrere Redner sprachen bei der Demo, die am Königsplatz startete, von „Schikane“ oder „Willkür“ der Polizei. Man stehe an der Seite der Betroffenen und setze ein Zeichen, „dass es so nicht geht“, sagte ein Mann. Ein anderer Redner kritisierte, die Maßnahmen der Ermittler rund um das Lokal am Königsplatz fielen in eine Reihe unverhältnismäßiger Aktionen der Augsburger Beamten. Dinge, die in anderen Städten „keinerlei Erwähnung“ wert seien, führten hier zu einer Razzia.
Demo in Augsburg: 100 Menschen demonstrieren gegen Polizeieinsatz in der Region
Bereits nach einer umstrittenen Aktion im Lokal im Januar waren Demonstranten auf die Straße gegangen – zu der Zeit mit erheblich größerem Zulauf; gut 1000 Menschen hatten damals gegen den Einsatz demonstriert. Damals richtete sich der Protest aber auch vorrangig gegen die Kontrolle aller gut 260 Gäste, die viele von ihnen als entwürdigend wahrnahmen; eine Aktion, die auch außerhalb des Unterstützerkreises des Lokals teils für Empörung und Kritik sorgte. Die Kontrolle erfolgte auf Grundlage des Polizeiaufgabengesetzes, also ohne vorherige Anhörung eines Richters.
Bei der – richterlich abgesegneten – Durchsuchung am Mittwochvormittag stieß die Polizei nach eigenen Angaben auf zahlreiche Betäubungsmittel. „In einem der Objekte wurden über 550 Gramm Marihuana aufgefunden“, heißt es von den Ermittlern. Zudem seien weitere Drogen wie Amphetamin, Kokain, LSD, Ecstasy und Methamphetamin „insgesamt in nicht unerheblicher Menge aufgefunden und sichergestellt“ worden. Allerdings stehen die konkrete Menge sowie der Wirkstoffgehalt derzeit noch nicht fest.