Selenskyj: Können Patriots bald selber bauen

Die Ukraine dürfte nach Einschätzung von Präsident Wolodymyr Selenskyj das US-Flugabwehrsystem Patriot bis zum Jahresende selbst herstellen können. Er rechne damit, dass sein Land bis dahin technisch dazu in der Lage sein werde, sagte Selenskyj am Mittwoch vor Journalisten. Die Ukraine verfüge zudem über einen Entwurf für eine Startrampe und eine Rakete für das europäische Raketenabwehrprojekt Freyja. US-Präsident Donald Trump hatte der Ukraine nach dem Nato-Gipfel Anfang Juli überraschend in Aussicht gestellt, Patriotraketen im eigenen Land produzieren zu können.

Wolodymyr Selenskyj vor einem Flugabwehrsystem PatriotVergrößern des BildesDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einer Patriot-Abschussrampe: Die Ukraine entwickelt derzeit ein eigenes Flugabwehrsystem namens Freyja. (Quelle: Jens Büttner/dpa/dpa-bilder)

Das Patriot-Flugabwehrsystem ist die einzige Waffe, mit der die Ukraine Russlands ballistische Raketen abfangen kann. Damit greift Russland immer wieder Wohngebiete, aber auch wichtige Rüstungsbetriebe in der Ukraine an. Die Ukraine dürfte aber über nur noch wenige Patriotraketen verfügen. Selenskyj bezifferte den Bedarf seines Landes für den Winter auf 300 Raketen, um russische Angriffe auf Kraftwerke abwehren zu können.

Bei dem geplanten Abfangsystem Freyja handelt es sich um eine Entwicklung der ukrainischen Firma Fire Point. Es soll nach Angaben Selenskyj aber frühestens in einem Jahr einsatzbereit sein. Insgesamt neun europäische Länder, darunter auch Deutschland, beteiligen sich an der Finanzierung und Entwicklung des Abwehrsystems. Es soll Europa unabhängiger machen von Waffenlieferungen aus den USA.

Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in Ostukraine

Durch russischen Beschuss sind im ostukrainischen Gebiet Donezk nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Acht weitere Menschen seien bei Angriffen unter anderem mit ferngesteuerten Drohnen verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Den Angaben nach waren die Siedlung Jasna Poljana und die nahe Stadt Kramatorsk Angriffsziele. Kramatorsk ist nur etwa zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. Zuletzt hatten Experten der Vereinten Nationen einen Anstieg ziviler Opfer durch die Kampfhandlungen festgestellt.

Selenskyj schlägt neuen Ministerpräsidenten vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will den Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, Serhij Korezkyj, zum neuen Ministerpräsidenten nominieren. Die Vorbereitungen auf die kalte Jahreszeit hätten für das Land oberste Priorität, sagte Selenskyj am Mittwoch in Kiew. „Die Prioritäten sind klar – die Vorbereitung auf den Winter“, erklärte er. Nach allen Konsultationen sei Korezkyj der am besten geeignete Kandidat für das Amt.

Loading…

Loading…

Loading…