Hilfsorganisationen am Limit
Wenn Nürnberg sie braucht, sind sie da – doch der Nachwuchs fehlt
15.07.2026 – 13:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Technisches Hilfswerk im Einsatz (Symbolbild): Die Kräfte sind eine wichtige Stütze bei Ernstfällen und Großlagen. (Quelle: IMAGO/Steffen Proessdorf/imago)
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Schon wieder Großeinsatz in Nürnberg und schon wieder Tausende Helfer im Einsatz. Doch bei den Ehrenamtlichen, die für die Stadt so wichtig sind, wächst ein Problem.
Bei Unwettern, Großbränden oder anderen Krisen sind sie gefragt: die Ehrenamtlichen der Nürnberger Hilfsorganisationen. Sie versorgen Verletzte, betreuen Betroffene und helfen, wenn die Lage groß wird. Für den Bevölkerungsschutz der Stadt sind sie damit unverzichtbar. Das zeigte sich erneut beim Unwetter am Dienstag und beim Großbrand an der Großen Straße am Freitag.
„Unsere Normalität ist der Ausnahmezustand für den normalen Bürger“, sagt Thilo Könicke, Sprecher der Nürnberger Hilfsorganisationen, im Gespräch mit der Nürnberger Lokalredaktion von t-online. In Nürnberg arbeiten der Arbeiter-Samariter-Bund, das Bayerische Rote Kreuz, die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser Hilfsdienst und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft als Arbeitsgemeinschaft zusammen. Und bilden unter dem Sammelbegriff Sanits- und Rettungsdienst eine wichtige Säule neben den anderen Hilfsdiensten wie Feuerwehr, Polizei oder THW.
Das Aufgabenfeld der Ehrenamtlichen reicht weit: „Wir verpflegen, betreuen, versorgen, heilen, verarzten und bringen unter“, fasst Könicke zusammen. Die Helfer kümmern sich um Verletzte und Erkrankte, versorgen Menschen mit Lebensmitteln, organisieren Unterkünfte und leisten psychosoziale Hilfe.
Das Technische Hilfswerk ist nicht nur da, wenn’s brennt
Wie schnell Einsatzkräfte in großer Zahl gebraucht werden können, zeigte das schwere Unwetter am Dienstagabend. Innerhalb von rund fünf Stunden gingen bei der Integrierten Leitstelle Nürnberg etwa 3.000 Notrufe ein – laut Feuerwehr eine bislang beispiellose Zahl. Daraus entstanden rund 1.100 Einsätze, etwa 300 davon in Nürnberg. Rund 3.000 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Auch das Technische Hilfswerk unterstützte.
Solche Lagen lassen sich nach Könickes Worten nie vollständig vorausplanen. Umso wichtiger seien verlässliche Strukturen und Helfer, die auch unter schwierigen Bedingungen pragmatische Lösungen finden. „Die Helfer, die hier im Einsatz sind, können aus nichts etwas schaffen“, sagt er.
Sorgen bereitet den Organisationen vor allem der Nachwuchs. Zwar werde ehrenamtliches Engagement inzwischen wieder stärker wahrgenommen. „Ehrenamt wurde viele Jahre belächelt“, sagt Könicke. Mittlerweile aber werde ihre Arbeit ernster genommen.
Am Personalmangel ändert das bislang wenig. „Wir haben alle miteinander weiter Nachwuchsprobleme“, sagt Könicke. Vor allem jüngere Menschen müssten wieder stärker dafür gewonnen werden, Verantwortung zu übernehmen. Denn ohne Ehrenamtliche könnten die Hilfsorganisationen viele ihrer Aufgaben nicht erfüllen.
