„Scheiße.“ Nachdem er in knapp zwei Jahren über 26.000 Kilometer mit dem Fahrrad quer über den Globus zurückgelegt hat, um bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA dabei zu sein, musste Jakob Alberti aus Karlsruhe den sang- und klanglosen Untergang der deutschen Mannschaft im Sechzehntelfinale am 29. Juni live im Boston Stadium mitansehen.

„Es war eine emotionale Achterbahnfahrt“

„Scheiße“ – das war sein erster Gedanke nach dem Abpfiff, wie er im Gespräch mit ka-news am Dienstag, 14. Juli, erzählt: „Ich stand da und konnte es einfach nicht begreifen.“ Für den Weltreisenden, der durch sein Fahrrad-Abenteuer zur viralen Internet-Sensation geworden war, bedeutete das frühe WM-Aus das Ende eines monatelangen Traums.

„Diese Erfahrung war eine emotionale Achterbahnfahrt“, sagt Alberti über seine Reise. „Zuerst das extreme Hoch, nach endlosen Kilometern, die ich allein durch die Wüste geradelt bin, plötzlich die Städte, die Stadien und die Fans zu sehen. Und dann das Aus im Sechzehntelfinale – da fühlte ich mich plötzlich ganz leer.“

Zwischenstopp in Chicago

Zeit zum Trauern blieb dem Karlsruher allerdings nur wenig: „Ich musste auch ganz spontan meine Pläne umwerfen, denn eigentlich hatte ich angedacht, länger zu bleiben“, so Alberti. Wenige Tage nach der deutschen WM-Pleite zog er daher weiter nach Chicago. „Dort wohnt noch immer meine Gastfamilie aus der Zeit meines Schüleraustauschs“, erklärt der 26-Jährige.

Endlich a Ziel: Jakob Alberti nach 26.000 Kilometern auf dem Sattel vor dem WM-Stadion.

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Endlich a Ziel: Jakob Alberti nach 26.000 Kilometern auf dem Sattel vor dem WM-Stadion.
Foto: Jakob Alberti

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Endlich a Ziel: Jakob Alberti nach 26.000 Kilometern auf dem Sattel vor dem WM-Stadion.
Foto: Jakob Alberti

Hier begann Alberti mit seinen Planungen für seine Heimreise nach Deutschland – natürlich wieder per Fahrrad, versteht sich. Und wie wird die aussehen? „So ganz genau weiß ich das noch nicht“, sagt er im Gespräch mit ka-news. Fest stehe aber bereits: In der kommenden Woche will Jakob Alberti wieder von Chicago nach Houston zurückkehren, wo er sein Fahrrad untergebracht hat.

„Bis Weihnachten muss ich zu Hause sein“

„Dann geht es erst einmal weiter nach Osten, entweder nach Miami oder nach New York“, sagt er. „Von dort aus dann weiter nach Nordafrika und über Gibraltar, Spanien und Frankreich wieder nach Deutschland.“ „Nur“ rund 6.000 Kilometer auf dem Sattel stehen dem Karlsruher nach eigenen Angaben bevor. „Nach Hause nehme ich die direkte Route“, lacht Alberti.

Auf seiner Hinreise hat Jakob Alberti allerlei Bekanntschaften geschlossen.

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Auf seiner Hinreise hat Jakob Alberti allerlei Bekanntschaften geschlossen.
Foto: Jakob Alberti

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Auf seiner Hinreise hat Jakob Alberti allerlei Bekanntschaften geschlossen.
Foto: Jakob Alberti

Zeit für ein wenig Sightseeing wolle er sich aber dennoch nehmen: „Ich freue mich auf Marokko, dort will ich etwa einen Monat bleiben, um die Kultur kennenzulernen“, so Alberti. Insgesamt plant er etwa ein halbes Jahr für seine Heimreise ein. „Bis Weihnachten muss ich aber zu Hause sein – das habe ich meiner Familie versprochen“, lacht er.

Den KSC will Alberti auch auf der Rückreise verfolgen

Seine rund 11.000 Follower wolle er über sein Instagram-Profil „Bike2WorldCup“ über seine Abenteuer wieder auf dem Laufenden halten.

Das KSC-Trikot hat Jakob Alberti auf seiner Reise stets begleitet.

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Das KSC-Trikot hat Jakob Alberti auf seiner Reise stets begleitet.
Foto: Jakob Alberti

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Das KSC-Trikot hat Jakob Alberti auf seiner Reise stets begleitet.
Foto: Jakob Alberti

Und auch für seinen Herzensverein will sich Jakob Alberti auf seiner Rückreise Zeit nehmen: „Ich bekomme über Social Media alles über den KSC mit. Wenn die Saison wieder losgeht, will ich auch, wenn möglich, unterwegs die Spiele anschauen. Wegen der Zeitverschiebung muss ich dann wohl früh aufstehen – aber das mache ich gerne“, sagt er.

In den Wildpark zu gehen, das vermisst Jakob Alberti nach so vielen Monaten weg von zu Hause neben seiner Familie und seinen Freunden sehr, wie er erklärt. „Und: eine richtig gute Butterbrezel vom Bäcker“, lacht er.

Fernweh statt Heimweh

Wie geht es für den leidenschaftlichen Radfahrer nach seiner Weltreise weiter? „Da habe ich ehrlich gesagt noch keine Ahnung“, so Alberti. Er sei gerade auf Jobsuche – „am liebsten bei einem großen Unternehmen, das mich gleich wieder ins Ausland schickt“, verrät er im Gespräch mit ka-news.

Das Fernweh hat Jakob Alberti schon jetzt wieder gepackt.

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Das Fernweh hat Jakob Alberti schon jetzt wieder gepackt.
Foto: Jakob Alberti

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Das Fernweh hat Jakob Alberti schon jetzt wieder gepackt.
Foto: Jakob Alberti

Hat ihn das Fernweh also schon jetzt wieder gepackt? „Zunächst will ich schon mindestens ein halbes Jahr zu Hause bleiben“, antwortet Jakob Alberti, ergänzt dann allerdings: „Aber es kribbelt schon in den Fingern. Die nächste Reise kommt bestimmt.“