Während die Bundesligisten auf Grund der noch laufenden WM erst langsam wieder mit der Trainingsarbeit beginnen und der Transfermarkt für sie wohl erst ab nächster Woche an Fahrt aufnimmt, schwitzen Zweit- wie Drittligisten bereits seit einiger Zeit und haben deren Kaderplaner schon länger alle Hände voll zu tun. So ändert Bochum seine Kaderphilosophie und ändert sich das Gesicht von Fortuna Düsseldorf nach dem Abstieg radikal. Essen und Duisburg indes wollen auf unterschiedliche Art ihren nur knapp verpassten Aufstieg neu in Angriff nehmen. Ein Überblick von Rhein und Ruhr.

Abgänge: An der Castroper Straße wird der Kader generalüberholt. So hat Kevin Vogt (34) seine Karriere beendet und erhielten Erhan Masovic (27), Noah Loosli (29/alle Innenverteidiger), Marcel Sobottka (32), Matus Bero (30) sowie Romario Rösch (27/alle Mittelfeld) keine neuen Verträge. In Leandro Morgalla (21/Rechtsverteidiger/RB Salzburg), Kjell Wätjen (20/zentrales Mittelfeld/Borussia Dortmund), Francis Onyeka (19/offensives Mittelfeld/Bayer 04 Leverkusen – inzwischen an die SV 07 Elversberg ausgeliehen), Farid Alfa-Ruprecht (20/Rechtsaußen/Bayer 04 Leverkusen) und Callum Marshall (21/Mittelstürmer/West Ham United) kehrten überdies fünf Leihspieler zu ihren eigentlichen Arbeitgebern zurück. Darüber hinaus wechselten noch Moritz Broni-Kwarteng (28/offensives Mittelfeld) zum 1. FC Magdeburg sowie Mathis Clairicia (23/Mittelstürmer) zum FC Sochaux, während sich Mittelfeld-Juwel Cajetan Lenz (20) für zehn Millionen Euro Ablöse der TSG 1899 Hoffenheim anschloss.

Zugänge: Geld, welches in Gehälter investiert wird. Der VfL Bochum möchte nämlich die Philosophie mit Leihgeschäften deutlich bis ganz verändern. Lediglich für den österreichischen Innenverteidiger Michael Steinwender (26) könnte eine Ablöse zum schottischen Fast-Meister Heart of Midlothian überwiesen worden sein. Definitiv ablösefrei hingegen kamen Yigit Karademir (22/Innenverteidiger/VfL Osnabrück), Enis Cokaj (27/defensives Mittelfeld/Panathinaikos Athen), der aus seinen Zeiten bei Werder Bremen und dem KFC Uerdingen 05 bekannte Jean-Manuel Mbom (26/zentrales Mittelfeld/Viborg FF, Dänemark), Berkan Taz (27/offensives Mittelfeld/SC Verl), Christian Rasmussen (23/Rechtsaußen/Fortuna Düsseldorf) und Daniel Hanslik (29/Mittelstürmer/1. FC Kaiserslautern).

Gerüchte: Bei weiteren Akteuren hat der VfL seinen Hut in den Ring geworfen, bei einigen inzwischen aber schlechte Karten oder starke Konkurrenz. Für Mika Schroers (24/Mittelstürmer/Arminia Bielefeld) muss die so unbeliebte Ablösesumme gezahlt werden, Emmanuel Iyoha (28/Rechtsaußen/Fortuna Düsseldorf) wiederum wird von Hertha BSC bzw. der SpVgg Greuther Fürth umgarnt. Bereits verloren hat der VfL das Werben um die offensiven Mittelfeldspieler Lars Kehl (vom VfL Osnabrück zum SV Darmstadt 98) und Kaito Mizuta (von Rot-Weiß Essen zum französischen Erstligisten AC Le Havre).

Abgänge: Sechs Leih-Enden, sieben ausgelaufene Kontrakte, vor allem aber 15 für die dritte Liga nicht gültige Verträge. Die sportliche Leitung von Fortuna Düsseldorf hatte einen Abstieg bei der Kaderplanung nicht im Geringsten für möglich gehalten. So standen in Matthias Zimmermann, Elias Egouli, King Manu, Tim Oberdorf, Hamza Anhari, Kilian Sauck und Jordi Paulina zunächst nur noch sieben Akteure im Kader. Manu hat sich inzwischen Energie Cottbus angeschlossen, ablösefrei wie die meisten. Lediglich für Satoshi Tanaka überwies der FC Schalke 04 eine Million Euro, ohne Abstieg wären allerdings zehn Millionen Euro fällig gewesen. Während sich unter anderen Torwart Florian Kastenmeier noch auf der Suche nach einem neuen Verein befindet (Werder Bremen hat sich mit Österreichs WM-Torhüter Alexander Schlager anders orientiert, Hannover 96 sowie Hertha BSC könnten weiterhin interessiert sein), haben etliche bereits eine neue Heimat gefunden. So wechselt Ersatztorhüter Marcel Lotka gleichfalls nach Cottbus, Innenverteidiger Jordy de Wijs geht zum RKC Waalwijk, sein Positionskollege Kenneth Schmidt zu Dynamo Dresden, Mittelfeld-Akteur Shinta Appelkamp zur SpVgg Greuther Fürth, Rechtsaußen Christian Rasmussen zum VfL Bochum, Linksaußen Julian Hettwer zu Austria Wien und Torjäger Cedric Itten zu Werder Bremen.

Zugänge: Der neue sportliche Leiter Samir Arabi und Trainer Alexander Ende füllen den Kader mit Hochdruck auf. Am Netzwerk der beiden scheitern Zugänge nicht, eher an den nun deutlich reduzierten finanziellen Mitteln. Die Einnahme für Tanaka wurde in Teilen für Eric Hottmann (26/Mittelstürmer/SSV Jahn Regensburg/300 000 Euro) sowie Miguel Goncalves (21/Mittelfeld/FC 08 Homburg/25 000 Euro) reinvestiert. Für das Tor kommt auf Leihbasis Lasse Rieß (24) vom FSV Mainz 05. Ablösefrei konnten Torhüter Louis Lord (22/FC Erzgebirge Aue), die Abwehrspieler Steven van der Sloot (23/Rechtsverteidiger/ADO Den Haag), Dominique Heintz (32/Innenverteidiger/1. FC Köln) und Sascha Risch (26/Linksverteidiger/Dynamo Dresden), die Mittelfeldakteure Yassine Bouchama (29/Preußen Münster), Jomaine Consbruch (24/SpVgg Greuther Fürth) und Jorrit Hendrix (31/Preußen Münster) sowie Mittelstürmer Fabian Schleusener (34/Karlsruher SC) an den Flinger Broich gelotst werden.

Gerüchte: Gebraucht werden freilich noch ein paar mehr und Kandidaten werden ob des traditionsreichen Vereinsnamens viele genannt. So soll Interesse an Torwart Niclas Thiede (27/VfL Bochum), Innenverteidiger Moritz Heyer (31/VfL Osnabrück) und Mittelstürmer Christoph Daferner (28/Dynamo Dresden) bestehen. Das Rennen um Pascal Fallmann (22/Rechtsverteidiger/FC Erzgebirge Aue) hat derweil Viktoria Köln gemacht, jenes um Simen Voet (26/Innenverteidiger/TSV 1860 München) der 1. FC Saarbrücken. Auch beim kolportierten Interesse an Oliver Batista-Meier (25/offensives Mittelfeld) sowie Lars Lokotsch (30/Mittelstürmer/beide Preußen Münster) hatte die Fortuna gegenüber dem SC Paderborn 07 bzw. dem FC Ingolstadt 04 das Nachsehen.

Abgänge: Trotz oder gerade wegen der guten Saison, in welcher der Aufstieg durch die gegen Fürth verlorene Relegation (1:0/0:2) nur knapp verpasst wurde, gibt es im Kader von RWE mehr Veränderungen als erwartet. Das erprobte Innenverteidiger-Duo Michael Schultz (33) und Tobias Kraulich (27) erhielt keine neuen Verträge mehr, „Sechser“ Klaus Gjasula zog es aus familiären Gründen in die Nähe seiner Heimat-Region – der 36-Jährige hat sich von daher der TSG 1899 Hoffenheim II angeschlossen. Nicht zu halten waren Torben Müsel (26/zentrales Mittelfeld/1. FC Magdeburg) sowie Kaito Mizuta (26/offensives Mittelfeld/AC Le Havre), das Duo probiert sich nun eine Liga bzw. sogar zwei Klassen höher. Ramien Safi (26/Rechtsaußen/MSV Duisburg) und Kelsey Owusu (22/Linksaußen/1. FC Saarbrücken) wiederum wechseln innerhalb der dritten Liga. Bei Dickson Abiama (27/Rechtsaußen) sowie Jannik Mause (27/Mittelstürmer/beide 1. FC Kaiserslautern) endeten die Ausleihen ebenso wie bei Danny Schmidt (23/Fortuna Düsseldorf), der offensive Mittelfeldspieler steht allerdings schon vor einem Wechsel zum VfL Osnabrück.

Zugänge: Zwei weitere Leihspieler indes wurden fest verpflichtet. So bleiben Jannik Hofmann (24) – für den Rechtsverteidiger wurden 150 000 Euro an den 1. FC Nürnberg überwiesen – sowie Linksverteidiger Franci Bouebari (22/SC Freiburg II). Weitere Zugänge für die Defensive sind Innenverteidiger Max Geschwill (25/Holstein Kiel) und „Sechser“ Janne Sietan (24/SV Waldhof Mannheim), für das offensive Mittelfeld wurde Noah Pesch (21) von Borussia Mönchengladbachs U23 nach Bergeborbeck gelotst. Auf Leihbasis sollen überdies Tony Menzel (21/zentrales Mittelfeld/Dynamo Dresden), Aiman Dardari (21/Linksaußen/FC Augsburg) sowie Mittelstürmer Semir Telalovic (26/1. FC Nürnberg) den Kader der Essener Mannschaft verstärken.

Gerüchte: Mehr als nur Spekulation ist eine Verpflichtung von Merveille Biankadi (31). Der bei Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus ausgemusterte Rechtsaußen ist ein in der dritten Liga sehr erfahrener Spieler (Braunschweig, Bielefeld, Cottbus) und gilt zudem als Typ mit gutem Charakter. Des Weiteren soll an der Hafenstraße für die Position des Mittelstürmers auch der von Fortuna Düsseldorf umworbene Christoph Daferner im Fokus stehen.

Abgänge: Auch der MSV verpasste den Aufstieg als Tabellen-Vierter nur sehr knapp, seine Kaderbewegungen aber sind eher begradigender Art. Es verließen den Verein überwiegend Akteure, die vergangene Saison keine große Rolle einnahmen. So wechselten Leon Müller (25) und Steffen Meuer (26/beide Mittelfeld) zum SSV Ulm 1846, Angreifer Jesse Tugbenyo (24) zum TSV Havelse sowie Mittelstürmer Tim Heike (26) zum SC Verl. Aktuell vereinslos sind Linksverteidiger Mert Göckan (25), Florian Egerer (28/defensives Mittelfeld), Maximilian Dittgen (31/Rechtsaußen) und Thilo Töpken (27/Mittelstürmer) – das Quartett erhielt beim MSV keine neuen Verträge.

Zugänge: Durch zwei Unentschieden in Aue (0:0) und gegen Viktoria Köln (1:1) hatte der MSV an den letzten beiden Spieltagen der vergangenen Saison den Aufstieg liegen gelassen. Bei den Zugängen suchten die Verantwortlichen von daher nach den in diesen Partien fehlenden Eigenschaften Übersicht, Tempo und Torgefahr. So soll fortan im Mittelfeld Max Besuschkow (29/FC Ingolstadt 04) die Strippen ziehen und auf dem rechten Flügel Ramien Safi (26/Rot-Weiß Essen) ebenso wirbeln wie links Dominik Kother (26), der nach seiner Leihe von Dynamo Dresden inzwischen fest verpflichtet wurde. Im Sturmzentrum wird Töpken durch die Leihe von Peter Remmert (20/FC Schalke 04 II) ersetzt, bisher einziger Zugang ist Linksverteidiger Frederik Christensen (24) vom schwedischen Erstligisten Brommapojkarna.

Gerüchte: Still ruht die Wedau. Der Kader ist zum großen Teil zusammengeblieben, Trainer Dietmar Hirsch sieht auf jeder Position eine gute Doppelbesetzung. Lediglich ein Innenverteidiger wird noch gesucht.