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Berlin – Sie ist unser heimlicher Hollywood-Export! Schauspielerin Gabrielle Scharnitzky (69) kennen wir aus Serien wie „Verliebt in Berlin“, „Sturm der Liebe“ und „Call my Agent – Berlin“ – doch die Deutsche ist auch in Übersee ein Star, stand für internationale Produktionen wie die Apple TV+-Serie „Shantaram“ und „Treadstone“ (Prime Video) vor der Kamera. Eine außergewöhnliche Karriere, geformt durch einen außergewöhnlichen Lebensweg.

Als Teenager lag Scharnitzky im Koma und erlebte als Erwachsene häusliche Gewalt. Heilung fand sie in der Spiritualität. Sobald sie die roten Teppiche hinter sich lässt, lebt sie als Schamanin. BILD sprach mit ihr über ihre beiden Leidenschaften.

Ihre neuste Rolle spielt sie für ihre tote Mutter

BILD: Ihr Auftritt in „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ (ARD) hängt mit Ihrer verstorbenen Mutter zusammen. Haben Sie das Gefühl, dass sie noch bei Ihnen ist?

Gabrielle Scharnitzky: „Bevor sie starb, sagte ich zu ihr: ‚Bitte Mama, wenn du das Schwerste hinter dir hast, gib mir Zeichen – ich werde sie erkennen.‘ Und die Zeichen kommen, bis heute. Als Schamanin weiß ich, die Verbindung zu einem Menschen endet nicht mit dessen Tod. Wenn wir still werden und Mut haben, wirklich nach innen zu lauschen, können wir den Kontakt zu einer größeren Intelligenz wieder wahrnehmen.“

Am 16. Juli spielt Scharnitzky in „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ (ARD). Die Rolle hat eine persönliche Geschichte. Sie spielt für ihre verstorbene Mutter mit, die ein großer Fan der Serie war. Hier an der Seite von Ivo Maric (Jakob D’Aprile (30), l.)

Am 16. Juli ist Scharnitzky bei „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ (ARD) zu sehen. Die Rolle hat eine persönliche Geschichte. Sie spielt für ihre verstorbene Mutter mit, die ein großer Fan der Serie war. Hier an der Seite von Ivo Maric (Jakob D’Aprile, 30, l.)

Foto: ARD/Michael Kremer

Sie feiern mit 69 Erfolge, von denen viele jüngere Kolleginnen und Kollegen nur träumen können. Ist Ihre spirituelle Lebenseinstellung ein Grund dafür?

Scharnitzky: „Ganz sicher. Aber nicht, weil Spiritualität automatisch erfolgreich macht. Es hat mir geholfen, meiner inneren Wahrheit treu zu bleiben. Dieser Weg begann mit 15, nach einem Unfall lag ich vier Tage im Koma. Als ich zurückkehrte, kam ich aus einem anderen Bewusstsein. Von da an begleitete mich nur eine Frage: ‚Wie kann ich das leben, was ich wirklich bin?‘“

Im letzten Jahr stand Gabrielle Scharnitzky für die Serie „Call my agent Berlin“ mit der Crème de la Crème der deutschen Schauspiel-Szene vor der Kamera, darunter  Moritz Bleibtreu (54), Iris Berben (75), Heike Makatsch (54), Frederick Lau (36), Emilia Schüle (33), Heiner Lauterbach (73) und Veronica Ferres (61)

Im letzten Jahr stand Gabrielle Scharnitzky (4.v.l.) für die Serie „Call my agent Berlin“ mit der Crème de la Crème der deutschen Schauspiel-Szene vor der Kamera, darunter Moritz Bleibtreu (54), Iris Berben (75), Heike Makatsch (54), Frederick Lau (36), Emilia Schüle (33), Heiner Lauterbach (73) und Veronica Ferres (61)

Foto: Getty Images

Wie haben Sie das dann gemacht?

Scharnitzky: „Zunächst arbeitete ich als Reisekauffrau bei Pan American Airways. Ich liebe das Reisen, fremde Kulturen und Sprachen. Irgendwann fühlte ich mich wie ein Tiger im Käfig, spürte, da ist etwas in mir, das endlich gelebt werden wollte. Ich kündigte und begann mit 30 mit dem Schauspiel. Ein harter Weg, auf dem ich lernen musste, mit Ablehnung umzugehen. Ich begann Bühnenprogramme zu entwickeln und aufzuführen – in Berlin, später in New York.“

In „Call my Agent – Berlin “ spielt Scharnitzky (l.) an der Seite von Karin Hanczewski (44, Mitte) und Dana Herfurth (28). Scharnitzky spielt die Hellen Miller, die Grande Dame der Agenten, in der Agentur Stern

In „Call my Agent – Berlin “ spielt Scharnitzky (l.) an der Seite von Karin Hanczewski (44, Mitte) und Dana Herfurth (28). Scharnitzky spielt die Hellen Miller, die Grande Dame der Agenten, in der Agentur Stern

Foto: Disney+

Wie kam es, dass Sie Schamanin wurden?

Scharnitzky: „Ich wurde von Grandmother Twylah Nitsch, der Clan-Ältesten und spirituellen Führerin des nordamerikanischen, indigenen Stammes der Seneca, als Schamanin erkannt und gefördert. Als ich in das Reservat der Seneca kam, hatte ich bereits verschiedene Therapien hinter mir, aber erst dort erfuhr ich zum ersten Mal tiefe Heilung.“

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Wie findet man den Weg in ein Indianer-Reservat?

Scharnitzky: „Ich hatte es 1992 in die letzte Auswahlrunde des berühmten ‚Actors‘ Studio‘ in New York geschafft – als eine von 20 unter 1000 Bewerbern – und bereitete mich auf das zweite Vorsprechen vor. Da erhielt ich aus dem Nichts einen Anruf von der Filmemacherin Meryl Joseph. Sie war im Cattaraugus Reservat, um dort eine Doku über die Seneca People zu drehen. Sie sagte mir: ‚Der große Geist hat Grandmother Twylah letzte Nacht die Info gegeben, dass du ins Reservat kommen sollst.‘ Ich spürte sofort: Diesem Ruf muss ich folgen.“

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Wie kann man sich Ihre Arbeit als Schamanin vorstellen?

Scharnitzky: „Grandmother Twylah, hat mir den Auftrag gegeben, die Weisheit und Lehren der Senecas weiterzugeben. Das tue ich als Bewusstseins- und Transformations-Coach. Ich verbinde Schauspiel und schamanisches Wissen und begleite Menschen dabei, Zugang zu verborgenen Ebenen ihres Wesens zu finden.“