Abrissarbeiten an einem Mehrfamilienhaus an der Fährstraße in Wilhelmsburg.

AUDIO: Leichenfund in Rissen: Tod nach Arbeitsunfall (1 Min)

Stand: 16.07.2026 16:50 Uhr

Nach dem Fund einer Leiche in einem Waldstück in Rissen Anfang Juni hat die Polizei jetzt mitgeteilt: Der Mann starb bei einem Arbeitsunfall auf einer Baustelle in Wilhelmsburg. Wer den Toten nach Rissen gebracht und dort abgelegt hat, ist noch unklar.

Nach Erkenntnissen der Polizei wurde der Mann bei Abrissarbeiten an einem Mehrfamilienhaus an der Fährstraße in Wilhelmsburg so schwer verletzt, dass er wenig später verstarb. Anstatt den Notruf zu wählen, hätten Unbekannte ihn quer durch die Stadt bis in das kleine Waldstück in Rissen transportiert. Dort hatten ihn zwei Frauen Anfang Juni entdeckt.

Nach NDR Recherchen war der 27-jährige Ägypter Bauarbeiter. Die für Baustellen zuständige Berufsgenossenschaft Bau teilte auf Nachfrage mit, ihr liege bis heute keine Meldung über einen tödlichen Arbeitsunfall auf der Wilhelmsburger Baustelle vor.

Ermittler gehen von fahrlässiger Tötung aus

Die Ermittlerinnen und Ermittler gehen inzwischen von fahrlässiger Tötung aus, zuständig ist deshalb nicht mehr die Mordkommission, sondern die Spezialisten für Arbeitsunfälle beim Landeskriminalamt Hamburg (LKA). Nach NDR Informationen wurde bislang niemand festgenommen. Laut LKA werde ermittelt, ob sich der Tote illegal in Deutschland aufhielt und eventuell schwarz auf der Baustelle arbeitete.

Nachbarn haben nichts gesehen

Nachbarn sagten auf Nachfrage des NDR, sie hätten am Tag, an dem es zu dem Unfall gekommen sein soll, keinen Rettungseinsatz an der Baustelle beobachtet. Erst einige Zeit später seien Menschen in weißen Anzügen gekommen und hätten alles abgesperrt – offenbar die Spurensicherung der Kriminalpolizei.

Das Foto zeigt den 27-Jährigen zu Lebzeiten.

Zwei Frauen entdeckten den tödlich verletzten Mann am Donnerstagnachmittag nahe einem Golfplatz in einem Waldstück. Die Polizei sucht Zeugen.