Es geht zu wie in einem Taubenschlag bei der Cubus Kunsthalle mit Ausstellungen, Workshops, Projekten und sonstigen Veranstaltungen. Der dortigen Direktorin, Claudia Schaefer, scheinen die Ideen, Anlässe und Themen einfach nicht auszugehen. Jetzt gibt es im Vorfeld zum 100-jährigen Firmebestehen der Duisburger Hafengesellschaft Duisport am 30. September, welches unter dem Motto „Moving The Next 100“ steht, die Ausstellung „Hömma Hafen! 100 Jahre Duisport mit den Augen der Kunst“ dort zu sehen.
Am vergangenen Sonntag wurde sie von Duisburgs erster Bürgermeisterin, Edeltraud Klabuhn, feierlich eröffnet. Die Ausstellung endet am 30. August, solange ist sie bei freiem Eintritt jeweils mittwochs bis sonntags von 14 bis 18 Uhr in der Kunsthalle zu besichtigen. Sie sei, so Klabuhn, „ein Geschenk und eine Hommage an den Hafen.“ Denn dieser (1716 gegründet) sei mit über 300 Jahren dreimal älter als die 1926 ins Leben gerufene Hafengesellschaft, sagte sie auf der Vernissage.
Im Zentrum der Ausstellung stehen Arbeiten von 28 Künstlerinnen und Künstlern (siehe Infokasten). Dort begegnen sich Malerei und Zeichnung, Fotografie und Collage, Skulptur und Objekte, Film und Video. Ergänzt werden die künstlerischen Werke durch historische Fotografien aus privaten Sammlungen und Archiven sowie Beiträge von Bürgerinnen und Bürgern als auch Schülerinnen und Schülern des Franz-Haniel-Gymnasiums und des Abtei Gymnasiums, die einem Aufruf der Cubus Kunsthalle zur Beteiligung an der Kunstschau zuvor gefolgt sind.
In der „Hömma Hafen!“-Ausstellung trifft historische Dokumentation auf künstlerische Interpretation, treffen persönliche Erinnerungen auf zeitgenössische Kunst. „Manche Werke zeigen die monumentale Architektur des Hafens. Andere hingegen richten den Blick auf die Menschen. Wieder andere beschäftigen sich mit der Transformation, der Nachhaltigkeit oder der Frage, welche Rolle ein Hafen in einer sich ständig verändernden Welt spielt“, gibt sich die Kunsthallen-Direktorin nachdenklich. Auf diese Weise sei die Ausstellung auch kein historisches Archiv, sondern sei eher ein künstlerisches Porträt: ein Porträt von einem Ort, der Duisburg geprägt habe wie kaum ein anderer.
„Der Hafen war immer mehr als nur ein Umschlagplatz von Waren. Er war und ist ein Umschlagplatz von Ideen“, sagte Schaefer in ihrer Begrüßung anlässlich der Ausstellungseröffnung am Sonntag. „Insofern gilt mein besonderer Dank allen künstlerisch Beteiligten, die sich mit großer Sensibilität auf das Thema eingelassen und dem Hafen ihre ganz persönliche Stimme verliehen haben. Jede Arbeit erzählt dabei eine andere Geschichte, jede eröffnet einen neuen Blick auf einen Ort, den viele zu kennen glauben und den man doch immer wieder neu entdecken kann.“
Unter den 28 Künstlerinnen und Künstlern befinden sich allein elf Fotografinnen und Fotografen. Darunter findet man beispielsweise Heinz Joseph Klaßen, der Farbfotografien aus den frühen 1970er Jahren präsentiert. Aber auch Jörg Kaiser ist dabei und zeigt Aufnahmen von der Landmarke „Rheinorange“. Petra Müller indes hat fünf mal fünf Detailfotos im Quadratformat an die Wand gehängt, deren Motive sie auf einer geheimen Autofahrt durch das Hafengelände als Momentaufnahmen festgehalten hat.
Rolf Köppen geht es in seiner Fotokunst mehr um die Menschen hinter dem Bild und gibt somit tiefe Einblicke in das Leben im und mit dem Hafen. Gernot Schwarz wiederum erzählt mit seiner SW-Foto-Serie von einem „Ruhrort im Nebel“, während Manfred Werner mittels KI Foto-Visionen von der Zukunft des Hafens entwickelt. Der Maler Dimitri Surkov hat sich dagegen ausschließlich historisch mit dem Thema auseinandersetzt.
Zum Schluss seien noch zwei stadtbekannte Künstlerinnen mit neuen, diesjährigen Beiträgen hervorgehoben: So widmet Stacey Blatt dem Hafen eine Arbeit in ihrer Tradition der Textilkunst, während die Videokünstlerin Elisabeth Höller ein knapp 13minütiges Video zwischen altem Binnenhafen und neuem Containerhafen unter dem Titel „Thinking of a Place“ präsentiert.
„Der Hafen war immer ein Ort des Austauschs“, hieß es in Claudia Schaefers Rede. „Hier wurden Waren bewegt, aber auch Ideen entwickelt. Menschen begegneten sich, Kulturen trafen aufeinander. Neues entstand.“ Ähnlich lautend heißt es bei Duisport heute: „Der Hafen steht für Wandel und Wachstum.“