Bundesverdienstkreuz
Kampf gegen Kaffeefahrten: Aachener erhält Orden
16.07.2026 – 12:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Weißer Saale des Aachener Rathauses: Hermann Kipnowski (links) erhält von Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. (Quelle: Stadt Aachen)
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Hermann Kipnowski kämpft seit Jahrzehnten gegen Kaffeefahrt-Betrüger. Nun wurde er für seinen Einsatz mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.
Der Aachener Hermann Kipnowski ist mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister Michael Ziemons überreichte ihm den Orden am Dienstag im Weißen Saal des Aachener Rathauses.
Kipnowski erhielt die Auszeichnung für sein langjähriges Engagement im Verbraucherschutz. Der frühere Bundesgrenzschützer und Kriminaloberkommissar kämpft seit seiner Pensionierung insbesondere gegen sogenannte Kaffeefahrten. Dabei werden häufig ältere Menschen mit vermeintlich günstigen Ausflügen oder geselligen Veranstaltungen gelockt und anschließend unter Druck gesetzt, überteuerte Waren oder wertlose Dienstleistungen zu kaufen.
Bereits seit 1995 beschäftigt sich Kipnowski intensiv mit den Veranstaltern, Verkaufsorten und Hintermännern solcher Fahrten. Nach Angaben der Stadt Aachen wurde er im Laufe der Jahre zu einem gefragten Insider, der zahlreiche Beteiligte und deren Vorgehensweisen kannte.
Kipnowski erhält Bundesverdienstkreuz: Einsatz für den Verbraucherschutz
Sein Einsatz blieb allerdings nicht ohne Folgen. Kipnowski sei bedroht und angegriffen worden, auch Todesdrohungen habe es gegeben. Dennoch setzte er seine Arbeit fort. Mit seinem privaten Auto folgte er Reisebussen, teilweise bis ins benachbarte Ausland. Von Teilnehmern sammelte er Informationen, die später als Beweismittel für Polizei und Ordnungsbehörden dienten.
Nach den Fahrten wertete Kipnowski die gesammelten Daten aus und stellte Strafanzeigen. Ferner warnte er in Vorträgen, Medienauftritten und Veröffentlichungen vor den Betrugsmaschen und informierte darüber, wie sich Verbraucher schützen können.
Dank des Engagements von Kipnowski: Rückgang von Kaffeefahrten
Oberbürgermeister Ziemons würdigte Kipnowskis außergewöhnlichen persönlichen Einsatz. Dieser habe auch private Mittel eingesetzt und entscheidend dazu beigetragen, dass die Betrugsmasche heute deutlich seltener funktioniere. Nach Einschätzung der Stadt ist die Zahl der Kaffeefahrten durch sein Engagement erheblich zurückgegangen.
Der Bundespräsident hatte Kipnowski auf Vorschlag des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet.
