Bielefeld. 120.000 Menschen engagieren sich als ehrenamtliche Mitarbeiter in verschiedenen Vereinen und Institutionen. Davon besitzen nur rund 1.000 die Engagement-Card. Helfen die Neuerungen dabei, die Karte bekannter zu machen, und sorgt womöglich für mehr Registrierungen – gerade bei jungen Menschen?
Eine der entscheidendsten Neuerungen ist die Digitalisierung: „Die Karte ist jetzt digital erhältlich. Für alle, die möchten, kann sie auch ausgedruckt werden“, sagt Franz Schaible, erster Vorsitzender der Sozial-Aktiengesellschaft (Sozial-AG) in Bielefeld. Außerdem kann die Karte nun auch an weiteren Orten beantragt und abgeholt werden. Zuvor war das nur bei der Sozial-AG möglich.
Bereits seit 2007 gibt es die Engagement-Card in Bielefeld. Allerdings mit wenigen Inhabern im Vergleich zur Zahl der Ehrenamtlichen. „Mit der Karte wollen wir zum Engagement motivieren und die ehrenamtliche Arbeit anerkennen“, sagt Schaible. Umgesetzt und betreut wird das Projekt vom zugehörigen Trägerkreis, bestehend aus Bethel.regional, der Freiwilligenagentur Bielefeld, der AWO Freiwilligenakademie OWL, dem Sportbund Bielefeld und dem Ideengeber – der Sozial-AG.
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Engagement-Card als Dank für ehrenamtliche Arbeit
Inhaber der Engagement-Card erhalten als Dank für ihr Ehrenamt Vergünstigungen und Gutscheine in Bielefeld. Beispielsweise bei Einrichtungen der Bielefelder Bäder und Freizeit GmbH (BBF) sowie auf Eintrittskarten für Theater und Philharmoniker.
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Neben den bereits genannten Neuerungen können Vereine und Institutionen nun auch ehrenamtlichen Mitarbeitern die Karte ausstellen. Das bietet sich vor allem an, wenn viele Ehrenamtliche dort arbeiten. Als erste Einrichtung hat die Stadtbibliothek Bielefeld die Karte für ihre über 100 ehrenamtlichen Mitarbeiter beantragt.
100 nachgewiesene Stunden bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit sind Voraussetzung
Oberbürgermeisterin Christiana Bauer betont im Pressegespräch die Bedeutung von ehrenamtlicher Arbeit in Bielefeld.
| © Barbara Franke
Eine weitere Voraussetzung ist der Nachweis einer ehrenamtlichen Tätigkeit von mindestens 100 Stunden jährlich. Bei Jugendlichen sind es 50 Stunden im Jahr. Das gilt allerdings für alle, die eine Engagement-Card beantragen wollen. Für die Ehrenamtskarte NRW sind 200 Stunden für die Beantragung erforderlich.
Oberbürgermeisterin Christiana Bauer (CDU) betont, wie wichtig ehrenamtliche Arbeit für Bielefeld ist: „120.00 Ehrenamtliche. Das ist eine Summe, auf die Bielefeld sehr stolz sein kann. Das ist keine Selbstverständlichkeit“, so Bauer. Sie übernimmt die Schirmherrschaft über das Projekt der Engagement-Card – wie schon ihr Vorgänger Pit Clausen (SPD).
In Bielefeld gibt es aktuell 1.000 Inhaber der Engagement-Card
Durch die Neuerungen und vor allem bei der neuen Version, der digitalen Karte, erhofft sich Schaible, dass sich noch mehr Menschen für die Karte registrieren. Er hofft, dass sich jüngere Menschen angesprochener fühlen und eine Karte beantragen.
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Alina Hörmann vom Sportbund Bielefeld sieht ebenfalls Wachstumspotenzial. „Der Sport ist der größte Ehrenamtssektor in Bielefeld. Wir haben viele Ehrenamtliche, die in mehreren Vereinen aktiv sind. Ohne ihr Engagement würde vieles gar nicht funktionieren“, sagt Hörmann.
Die Arbeit der Freiwilligen sei mehr wert als Gold
Richildis Wälter von der Freiwilligenagentur Bielefeld macht ebenfalls die Bedeutung der ehrenamtlichen Mitarbeiter deutlich. „Diese Arbeit ist mehr wert als Gold. Gold kann man sich kaufen, Engagement nicht“, so Wälter.
Einmal im Jahr gibt es die Dankesveranstaltung „Engagement à la carte“ für rund 300 Ehrenamtliche, so Schaible. Auch in diesem Jahr findet das Event wieder im Kultur- und Kommunikationszentrum an der Meisenstraße in Bielefeld am Dienstag, 1. September, statt. Auf der Website der Engagement-Card können sich ihre Inhaber und die der Ehrenamtskarte NRW anmelden.
Durch Spenden könnten noch mehr Veranstaltungen machbar sein
Neben bereits stattgefundenen Veranstaltungen wie einem Kinoabend, einem Ausflug in die Eishalle für Jugendliche und dem Tag der Museen, seien noch mehr Events vorstellbar, so Schaible. „Es ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Daher würden wir uns über Spenden freuen. Auch Unternehmen, die etwas beisteuern können, sind immer herzlich willkommen“, sagt Schaible.
