
AUDIO: Nachrichten aus dem Studio Kiel 16:30 Uhr – 16.07.2026 (2 Min)
Stand: 16.07.2026 18:38 Uhr
15 Monate lang soll ein Kieler Lehrer eine sexuelle Beziehung zu einer Schülerin gehabt haben – und seine Stellung gezielt eingesetzt haben. Das Verwaltungsgericht verhängte nun die höchste disziplinarrechtliche Maßnahme gegen den Mann.
Weil er eine sexuelle Beziehung mit einer Schülerin führte, hat ein stellvertretender Schulleiter eines Kieler Gymnasiums seinen Beamtenstatus verloren und ist aus dem Schuldienst entlassen worden. Diese höchste disziplinarrechtliche Maßnahme verhängte das schleswig-holsteinische Verwaltungsgericht gegen den Mann – und gab damit einer Klage des Bildungsministeriums statt. Außerdem hat der Mittfünfziger keine Pensionsansprüche mehr.
Gericht: Stellung als stellvertretender Schulleiter gezielt eingesetzt
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Lehrer anderthalb Jahre lang eine sexuelle Beziehung mit einer anfangs 16 Jahre alten Schülerin geführt hatte. Dabei sei es auch zu regelmäßigem Geschlechtsverkehr gekommen. Für die Kammer steht fest, dass der Beamte seine Stellung als stellvertretender Schulleiter gezielt einsetzte, „um ein Näheverhältnis zu der Schülerin einzugehen und dieses nach seinen Vorstellungen zu gestalten“, so das Verwaltungsgericht.
Macht- und Autoritätsgefälle ausgenutzt
So habe er der Schülerin schulische Vorteile in Aussicht gestellt, um sie zum Sex zu überreden. Er habe das bestehende Macht- und Autoritätsgefälle bewusst ausgenutzt. Damit liege ein schwerer Verstoß gegen das strikte Distanzgebot für Lehrkräfte vor. Milderungsgründe nahm das Gericht nicht an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Schülerin erstattete bereits 2022 Anzeige
Nach dem Bekanntwerden des Falls durch das Verwaltungsgericht prüft die Staatsanwaltschaft Kiel nun eine Wiederaufnahme der Ermittlungen. Laut Staatsanwaltschaft Kiel gab es Ende 2022 eine Anzeige der Schülerin. Der Vorwurf ließ sich damals jedoch nicht erhärten.
Staatsanwaltschaft schaltet sich ein
Oberstaatsanwalt Axel Bieler sagte NDR Schleswig-Holstein, dass er die Akten des Verwaltungsgerichts angefordert hat, um zu sehen, welche neuen Erkenntnisse zu der Entscheidung geführt haben. Die Ermittlungen würden dann gegebenenfalls wieder aufgenommen. Der Fall sei noch nicht verjährt.

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