Maybrit Illner ist eines der Urgesteine der deutschen Politik-Talkshows. Seit über zwanzig Jahren moderiert sie im ZDF. Jede Woche beschäftigt sie sich von ca. 22.15 bis 23.15 Uhr mit Themen, die Deutschland bewegen und sucht mit ihren Gästen einfache Antworten auf komplexe Fragen.
Darum geht es in der Sendung am 16. Juli 2026 ab 22.25 Uhr Gesundheit nach Kassenlage – sparen, bis kein Arzt kommt?
Im kommenden Jahr fehlen den Krankenkassen 19 Milliarden Euro. Die muss Gesundheitsministerin Warken (CDU) also mindestens einsparen, damit die Kassen-Beiträge nicht steigen. Mit dem sogenannten Beitragsstabilisierungsgesetz scheint wenigstens das gelungen. Was die Regierung Merz als erstes großes Reformpaket feiert, kostet vor allem die Versicherten viel Geld: höhere Medikamentenzuzahlungen, eine höhere Beitragsbemessungsgrenze für Gutverdiener und das Aus für die kostenlose Ehepartner-Mitversicherung. „Die Versorgung wird dafür schlechter“, klagen Ärzte, Psychotherapeuten und Krankenhäuser, es sei nicht mehr als eine „Notoperation“. In der noch zu beschließenden Strukturreform sollen dann ausgerechnet Hausärzte wieder die „Lotsen im System“ sein. Wie voll sind „übermorgen“ also die Wartezimmer? Erst recht, wenn schon für den ersten Tag ein Krankenschein gebraucht wird? Gesundheit nach Kassenlage – sind die Zumutungen wenigstens gerecht verteilt? Warum ist das deutsche Gesundheitssystem teurer, aber nicht besser als in anderen Industrieländern? Warum sind zum Beispiel Medikamente hierzulande teurer?
Die Gäste am Donnerstag, 16. Juli 2026
Maybrit Illners erste Sendung wurde am 14. Oktober 1999 ausgestrahlt. Bis 2007 hieß das Format „Berlin Mitte“, wurde dann aber umbenannt und um eine Viertelstunde verlängert. In den Pandemie-Jahren 2020 und 2021 hielt Illner die Spitzenposition unter den Polittalks im deutschen Fernsehen. Im Schnitt schalteten 3,28 Millionen Zuschauer jeden Donnerstag um 22.15 Uhr ein – der höchste Wert seit Bestehen der Sendung. Im Jahr 2020 moderierte Illner auch einige Sonderausgaben unter dem Titel „Maybrit Illner – Corona spezial“.
Illner wurde 1965 in Ost-Berlin geboren und in der DDR zur Redakteurin ausgebildet. Nach einigen Jahren beim ZDF-Morgenmagazin bekam sie ihre eigene Sendung. Für ihre kritische und unabhängige Berichterstattung gewann sie viele Preise, unter anderem den Bambi, den Deutschen Fernsehpreis und die Goldene Kamera. 2019 erhielt Illner allerdings auch den Negativpreis „Goldene Kartoffel“, der von der Organisation „Neue Deutsche Medienmacher*innen“ vergeben wird. Der Grund: In ihrer Sendung werde ein „verzerrtes Bild vom Zusammenleben im Einwanderungsland Deutschland“ gezeichnet, unter anderem sei die Gästeauswahl diskriminierend, hieß es in der Begründung.
In ihrer langjährigen Karriere moderierte Maybrit Illner, bis auf die Sommerpause, fast ununterbrochen ihre Show. In den vergangenen 22 Jahren musste sie nur drei Mal aussetzen – das erste Mal 2017 krankheitsbedingt und das zweite Mal 2018 wegen eines Trauerfalls in ihrer Familie. Am 17. März 2022 konnte sie kurzfristig wegen eines positiven Corona-Tests die Sendung nicht leiten. In allen drei Fällen wurde sie vertreten.