imago images 0856261208Vergrößern des BildesMychailo Fedorow (r.) neben Wolodymyr Selenskyj: Die Absetzung des Verteidigungsministers löst in der Ukraine Unruhen aus. (Quelle: IMAGO/Danylo Antoniuk/imago)

Ausgenommen sind der Außen- und der Verteidigungsminister. Für diese hat Selenskyj gemäß Verfassung das Vorschlagsrecht. Erwartet wird, dass der bisherige Außenminister Andrij Sybiha seinen Posten behält. Für die Leitung des Verteidigungsressorts ist Ex-Innenminister Ihor Klymenko im Gespräch. Der bisherige Amtsinhaber Mychajlo Fedorow hofft jedoch vor dem Hintergrund von Demonstrationen zu seiner Unterstützung, dass Selenskyj sich erneut für ihn ausspricht.

Mehrere Minister der nur knapp ein Jahr amtierenden Vorgängerregierung behielten ihren Posten. Dazu gehören Finanzminister Serhij Martschenko und Energieminister Denys Schmyhal, der zudem erster Vizeregierungschef bleibt. Als neuer Innenminister wurde demnach der bisherige Polizeichef Iwan Wyhiwskyj eingesetzt. Einen Wechsel gab es auch beim Posten des für die EU-Beitrittsverhandlungen wichtigen Vizeregierungschefs für die EU- und Nato-Integration. Das Ressort wird nun von Wsewolod Tschenzow geleitet. Warum Vorgänger Taras Katschka gehen musste, wurde nicht erklärt.

„Nächster Flug Richtung Moskau“: Kiew droht Putin mit neuer Rakete

Die ukrainische Rüstungsfirma Fire Point arbeitet an einer neuen ballistischen Rakete, die nach eigenen Angaben Ziele in Moskau erreichen könnte. Sollte die FP-9 einsatzbereit werden, könnte sie den Krieg auch strategisch verändern. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Selenskyj reagiert auf Proteste – und will Entlassung Fedorows prüfen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj prüft nach eigenen Angaben noch die Nachfolge für den entlassenen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Der bisherige Innenminister Ihor Klymenko sei einer von mehreren Kandidaten, die zur Diskussion stünden, sagte Selenskyj am Donnerstag. Er werde die Angelegenheit erneut prüfen. Dem Parlament lägen noch keine offiziellen Vorschläge vor.

Die Entlassung Fedorows hatte in Kiew und anderen Städten des Landes seltene Proteste in Kriegszeiten ausgelöst. Der 35-Jährige hat das Verteidigungsministerium nur ein halbes Jahr lang geführt, gilt aber als einer der Architekten der aktuellen militärischen Erfolge der Ukraine, vor allem im Bereich der Drohnenkriegsführung. In Teilen der Armee und in der Öffentlichkeit genießt Fedorow daher ein hohes Ansehen, während er sich in der Rüstungsindustrie und im Parlament zum Teil unbeliebt machte. Fedorow gilt als rigoroser Reformer, hat es aber offenbar versäumt, Veränderungen richtig zu kommunizieren.

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