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Spotify hat Künstliche Intelligenz genutzt, um die perfekte Playlist zusammenzustellen, Musikempfehlungen zu personalisieren und sogar einen KI-DJ einzuführen, der mit dir über deinen Musikgeschmack plaudert. Jetzt will die Streaming-Plattform dir auch erklären, was dein Lieblingssong wirklich bedeutet.
Nicht alle sind von dieser neuesten Entwicklung begeistert. Die Grammy-prämierte Künstlerin Lorde wandte sich am Donnerstag in den sozialen Medien gegen Spotify, kritisierte die „About the Song“-Funktion des Dienstes und warf dem Streamingriesen vor, ungenaue Informationen zu verbreiten und dabei künstlerische Grenzen zu überschreiten. Laut Spotify befindet sich das neue Feature noch in der Betaphase und erstellt Zusammenfassungen, indem es auf „Drittquellen zurückgreift, um interessante Details und Blicke hinter die Kulissen zu liefern“.
Auf Instagram Stories teilte Lorde einen Screenshot einer KI-generierten Spotify-Beschreibung zu ihrem Song „Current Affairs“, die folgenden Text enthielt: „On her Ultrasound World Tour, Lorde turns Current Affairs into a full-on performance piece, stripping down to underwear while a dancer pours water over her stomach so the song plays out like the shower scene she talks about on stage.“
Lordes Kritik an Spotify
In der Bildunterschrift markierte Lorde den Streamingdienst direkt. „Hey @spotify i’m gonna go out on a limb n say we don’t want this“, schrieb sie. „Not only is this inaccurate (not the song i did that in) but reducing a song to an ai generated meaning right at the source feels like it limits free interpretation imo. At least make it possible for artists to opt out please.“
KI-gestützte Tools erschüttern die Musikbranche in ihren Grundfesten. Viele der weltweit gefragtesten Produzenten und Songwriter setzen KI bereits im Studio ein – allerdings geschieht das bislang größtenteils hinter verschlossenen Türen. Im März veröffentlichte ROLLING STONE einen Bericht darüber, wie Produzenten, Songwriter und Künstler KI in ihre Arbeitsprozesse integriert haben, und bezeichnete das als „Don’t-ask-don’t-tell-Ära der KI in der Musik“.
Je stärker KI jeden Bereich der Branche durchdringt, desto mehr ringen sowohl Künstler als auch Hörer damit, wie Musik gemacht und konsumiert wird. Für alle, die gerade in den Feinheiten eines Songs und seinen grenzenlosen Deutungsmöglichkeiten schwelgen, ist es ziemlich ernüchternd, wenn ein KI-Bot das Geheimnis dahinter einfach auflöst – erst recht, wenn er dabei nicht mal die Fakten im Griff hat.