Ein Mann schreibt auf der Tastatur eines Laptops.

AUDIO: Medien: Russland soll mit Fake News Wahlkampf in Sachsen-Anhalt beeinflussen (2 Min)

Mutmaßliche Desinformationskampagne

Stand: 17.07.2026 11:57 Uhr

Beeinflusst Russland den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt? Wie „Die Zeit“ berichtet, sollen russische Hacker Desinformation über soziale Netzwerke gestreut haben.

von MDR SACHSEN-ANHALT

Im laufenden Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt gibt es Hinweise auf gezielte Einflussnahme aus dem Ausland durch Fake News. Wie „Die Zeit“ (€) berichtet, soll Russland hinter einer Desinformationskampagne stecken, die seit Anfang Juli läuft.

Sven Schulze (r, CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, spricht neben Ulrich Siegmund (AfD) auf der Bühne bei der Veranstaltung «Wahlarena - Sachsen-Anhalts Wirtschaft fragt».

Wahlhelfer zählen in einer Stelle des Statistischen Amtes Stimmzettel aus.

Umfrage, Wahl-O-Mat, Briefwahl

Demnach werden gezielt Falschmeldungen über Kandidatinnen und Kandidaten von Grünen, CDU, Linken und SPD verbreitet. Die Inhalte kursieren vor allem auf der Plattform X und werden offenbar über ein koordiniertes Bot-Netzwerk ausgespielt.

Kurze Videos mit Logos bekannter Medien

Häufig handelt es sich um kurze Videos, die wie Beiträge etablierter Medien wirken. Dabei werden Logos bekannter Marken wie „Süddeutsche Zeitung“, „FAZ“, „Spiegel TV“ oder „Die Zeit“ verwendet, um den Eindruck seriöser Berichterstattung zu erwecken. Die AfD ist nach bisherigen Erkenntnissen nicht Ziel der Kampagne.

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Eine Frau wirft ihren Stimmzettel in eine Wahlurne

Sicherheitsbehörden beobachten ähnliche Aktivitäten seit Jahren. Laut Verfassungsschutz versucht Russland gezielt, gesellschaftliche Spannungen in Deutschland zu verstärken und politische Debatten zu beeinflussen. Bereits im Umfeld vergangener Wahlen wurden etwa KI-generierte Falschmeldungen und Narrative über angeblichen Wahlbetrug verbreitet.

Die aktuelle Kampagne trägt den Namen „Matrjoschka“. In Sachsen-Anhalt hat der Staatsschutz Ermittlungen wegen Verleumdung gegen bislang unbekannte Verantwortliche aufgenommen. Hybride Bedrohungen wie diese stehen seit Jahren im Fokus der Behörden.

Behörden raten zu besonderer Vorsicht

Die Behörden raten zu besonderer Vorsicht im Umgang mit politischen Inhalten im Netz. Nutzer sollten prüfen, ob Beiträge tatsächlich von den angegebenen Medien stammen. Auch einseitige Darstellungen können Hinweise auf Desinformation sein.

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MDR (Sabine Falk-Bartz, Mario Köhne)