Erst die Hitzewelle, dann der Sturm: Gleich zweimal in den vergangenen drei Wochen waren die Einsatzkräfte in Karlsruhe aufgrund von Extremwetterereignissen einer Belastungsprobe ausgesetzt.

Erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach und Feuerwehrkommandant Florian Geldner informierten bei einer Pressekonferenz im Rathaus am 17. Juli über den Ausnahmezustand in der Unwetternacht am Donnerstag, 16. Juli, sowie über die Hitzeereignisse im Juni.

Unwetter-Schäden in Karlsruhe am 17. Juli 2026.

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Unwetter-Schäden in Karlsruhe am 17. Juli 2026.
Foto: Katharina Peifer

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Unwetter-Schäden in Karlsruhe am 17. Juli 2026.
Foto: Katharina Peifer

Spielplätze mit Baumbestand meiden

Ein besonders erschreckendes Bild der Unwetternacht am Donnerstag, das auch am Freitag noch das Stadtbild prägt, sind herabgefallene Äste und umgeknickte Bäume. Eine Person verlor dadurch ihr Leben, weitere wurden verletzt. „Der Baumbestand war durch die Trockenheit bereits geschädigt“, sagt Lisbach. Das habe begünstigt, dass Äste abbrachen und Bäume umstürzten.

Unwetter-Schäden in Karlsruhe am 17. Juli 2026.

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Unwetter-Schäden in Karlsruhe am 17. Juli 2026.
Foto: Katharina Peifer

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Unwetter-Schäden in Karlsruhe am 17. Juli 2026.
Foto: Katharina Peifer

Am Folgetag herrsche weiterhin eine prekäre Situation im Stadtgebiet, so die Bürgermeisterin. Deshalb appellierte sie auch an die Eigenverantwortung der Bürger: Spielplätze im Wald oder Bereiche mit dichtem Baumbestand sollten vorerst gemieden werden. Auch vor dem Betreten des Hartwaldes wird gewarnt. Das Gartenbau- und Forstamt sei derzeit intensiv mit den Aufräumarbeiten beschäftigt.

Tag startete für Feuerwehr mit Großbrand

„Der Tag hat mit einem Großbrand gestartet“, rekapituliert Geldner. Am Donnerstagmorgen musste die Feuerwehr wegen eines Feuers bei einem Entsorger im Rheinhafen ausrücken. Auch wenn das Unwetter am Abend vergleichsweise überraschend eintrat, sei die Leitstelle vorsorglich verstärkt worden: „Mit Beginn der umstürzenden Bäume war alles voll besetzt.“

Blick vom Gelände des Rudervereins Wiking auf den Großbrand am Karlsruher Rheinhafen am 16. Juli 2026.

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Blick vom Gelände des Rudervereins Wiking auf den Großbrand am Karlsruher Rheinhafen am 16. Juli 2026.
Foto: ka-Reporter

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Blick vom Gelände des Rudervereins Wiking auf den Großbrand am Karlsruher Rheinhafen am 16. Juli 2026.
Foto: ka-Reporter

Insgesamt zählt die Feuerwehr zwischen 18.30 Uhr und Mitternacht im Stadtgebiet 283 Einsätze. „Die Kunst ist in so einer Lage, Einsätze zu priorisieren“, sagt er. Vorrang haben Einsätze, bei denen Menschen gefährdet sind – etwa wenn Bäume oder Äste auf Personen gestürzt sind – oder wenn wichtige Zufahrten blockiert werden, etwa die Patientenzufahrt am Städtischen Klinikum, die während des Unwetters geräumt werden musste.

Danach werde je nach Bedeutung der Straßen entschieden, wo zuerst freigeräumt wird – etwa am Adenauerring. Das sei laut Geldner auch notwendig, um selbst einsatzfähig zu bleiben: „Auch wir können nicht über Bäume fahren.“ Bis das Stadtgebiet wieder vollständig aufgeräumt ist, werde es voraussichtlich bis Dienstag oder Mittwoch dauern.

Unwetter in Karlsruhe 2026.

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Unwetter in Karlsruhe 2026.
Foto: Thomas Riedel

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Unwetter in Karlsruhe 2026.
Foto: Thomas Riedel

Hitzewochenende im Juni war Belastungsprobe

Eine außergewöhnliche Einsatzlage war auch das Hitzewochenende am 27. und 28. Juni, an dem die Karlsruher Rettungsdienste an ihre Belastungsgrenzen kamen. Man habe die Lage bewältigen können, „aber es war ein hoher Kraftakt“, sagte Lisbach. Zudem habe es eine erhöhte Zahl an Todesfällen gegeben. Nach Angaben der Bürgermeisterin betrafen die zusätzlichen Todesfälle vor allem Menschen mit Vorerkrankungen – die Hitze habe dabei jedoch eine deutliche Rolle gespielt.

Der Hitzesamstag, 27. Juni, in der Karlsruher Innenstadt. (Archivbild)

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Der Hitzesamstag, 27. Juni, in der Karlsruher Innenstadt. (Archivbild)
Foto: Thomas Riedel

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Der Hitzesamstag, 27. Juni, in der Karlsruher Innenstadt. (Archivbild)
Foto: Thomas Riedel

Stadt beschließt Hitzeaktionsplan

Im Hitzeaktionsplan, den der Gemeinderat 2025 beschlossen hat, wurden 65 Maßnahmen für einen gesundheitlichen Hitzeschutz festgelegt. Vorgesehen sind unter anderem:

  • ein Stadtplan für heiße Tage, der kühle Ort zeigt;
  • der Ausbau von Trinkwasserbrunnen;
  • Coole Kirchen: Hier öffnen Karlsruher Gemeinden ihre Türen und bieten Abkühlung in den Kirchenhallen;
  • sowie baulicher Hitzeschutz.

Pressekonferenz im Rathaus nach Unwetter in Karlsruhe am 17. Juli 2026.

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Pressekonferenz im Rathaus nach Unwetter in Karlsruhe am 17. Juli 2026.
Foto: Gerrit Lieb

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Pressekonferenz im Rathaus nach Unwetter in Karlsruhe am 17. Juli 2026.
Foto: Gerrit Lieb

Nach den Erfahrungen vom Hitzewochenende wolle man die Suche nach kühlen Aufenthaltsmöglichkeiten nun intensivieren, so Lisbach. Außerdem möchte die Stadt stärker an die Solidarität in der Zivilgesellschaft appellieren, indem die Nachbarschaftshilfe gestärkt werden soll.

Auch vorgezogene Sommerferien wurden angesprochen, damit die Ferien nicht erst beginnen, wenn die Hitzewelle bereits vorbei ist. Zwar entscheidet darüber nicht die Stadt, das Thema solle aber im Blick behalten werden, ergänzt Franziska von Andrian-Werburg, Leiterin des städtischen Umwelt- und Arbeitsschutzes.