Um nach wochenlanger Trockenheit die Große Dhünn-Talsperre zu schonen, stellen die Stadtwerke Solingen in Teilen der Stadt die Trinkwasserversorgung um. Ab Montag, 20. Juli, werden Ohligs, Aufderhöhe und Teile von Merscheid vom Wasserwerk Baumberg aus versorgt, teilte der Versorger am Donnerstag (16. Juli 2026) mit. Da dieses Wasser deutlich härter ist als das aus den Talsperren, empfehlen die Stadtwerke den betroffenen Haushalten, bei Wasch- und Geschirrspülmaschinen die Einstellungen und Waschmittel-Dosierungen – sofern möglich – anzupassen.
Solingen und Haan werden regulär sowohl über das Wasserwerk Glüder mit Wasserbezug aus der Sengbachtalsperre versorgt als auch über das Wasserwerk Dabringhausen (BTV) mit Bezug aus der Großen Dhünn-Talsperre versorgt. Die Stadtwerke Solingen arbeiten dabei mit der Bergischen Trinkwasserverbund GmbH (BTV) zusammen, um die Trinkwasserversorgung der Region sicherzustellen.
Da die Trinkwasserversorgung grundsätzlich auf mehreren Säulen ruht, kann sie im Bedarfsfall kurzfristig umgestellt werden. „Wir beobachten die Wetterentwicklung sowie die Füllstände der Talsperren in der Region sehr engmaschig. Aus rein präventiven Gründen haben wir uns dazu entschieden, bereits jetzt die Wasserversorgung von Ohligs, Aufderhöhe und Teilen von Merscheid (etwa bis zur Schwarze Pfähle/Bebelallee) auf eine Versorgung über das Wasserwerk Baumberg umzustellen“, erläutert Michael Esser, Hauptabteilungsleiter Wasser der Stadtwerke Solingen. „So entlasten wir die Sengbachtalsperre und gleichzeitig auch die ohnehin angespannte Lage der Großen Dhünn-Talsperre.“
Die Talsperrenwasserwerke müssen täglich einen Bedarf von rund 29.000 Kubikmeter für Solingen und Haan bedienen. „Normalerweise haben wir die Möglichkeit, bei Bedarf zusätzliche Kapazitäten aus der Großen Dhünn-Talsperre in die Sengbachtalsperre überzuleiten. Um gar nicht erst in diese Situation im Laufe des Hochsommers zu kommen, haben wir uns nach intensiver Beratung dazu entschieden, präventiv in Teilen auf das Wasserwerk Baumberg umzuschalten und so die benötigten Talsperren-Ressourcen entsprechend zu reduzieren“, ergänzt Katrin Schirrmacher, Pressesprecherin der Stadtwerke Solingen.
Im Versorgungsgebiet Ohligs, Aufderhöhe und Teilen von Merscheid wird dem Trinkwassernetz daher ab dem 20. Juli bis auf Weiteres Trinkwasser mittlerer Härte zugeführt. Das „gewohnte“ Wasser aus den Talsperren hingegen ist mit einem deutschen Härtegrad (°dH) unter 6 extrem weich. Bei Leitungswasser des Härtegrads „mittel“ empfiehlt sich den Stadtwerken zufolge die Dosierung bei Waschmaschinen und Geschirrspülern – sofern möglich – auf 11 °dH einzustellen und die Dosierung von Waschmittel entsprechend anzupassen.
Sollten die notwendigen Niederschlagsmengen im Jahresverlauf ausbleiben und der Füllstand der Sengbachtalsperre weiter sinken, dann können die Stadtwerke Solingen nur Wasser aus der Großen Dhünn-Talsperre überleiten, wenn diese auch ausreichend gefüllt ist. „Umso wichtiger ist es, jetzt konkret alles dafür zu tun, die Bezugsmengen sowohl aus der Sengbachtalsperre als auch aus der Großen Dhünn-Talsperre zu reduzieren, um diese im Bedarfsfall als Backup-Option zu haben“, unterstreichen die Stadtwerke.
Das Trinkwasser aus dem Wasserwerk Baumberg ist – anders als das aus dem Wasserwerk Glüder – nach Angaben der Stadtwerke eine Mischung aus 70 Prozent Grundwasser aus Hilden-Karnap und 30 Prozent Rheinuferfiltrat aus Monheim-Baumberg. Es durchläuft viele Gesteinsschichten im Bergischen Land, bevor es als Rohwasser gewonnen wird. Das Wasserwerk Baumberg versorgt regulär das Stadtgebiet Hilden, Langenfeld und bei Bedarf den Solinger Stadtteil Ohligs/Aufderhöhe und Teile von Merscheid mit Trinkwasser.
Weitere Informationen zu Wasserhärte und Dosierungsempfehlungen finden Interessierte unter