Gegen den deutschen 100-Meter-Rekordsprinter Owen Ansah läuft ein sogenanntes sportrechtliches Ergebnismanagementverfahren der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA). Hintergrund sei ein möglicher Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen, teilte die NADA mit. Als Grund nannte sie eine verweigerte Dopingkontrolle.

Der 25 Jahre alte Leichtathlet vom Hamburger SV ist aber nicht vorläufig suspendiert. Für den ihm vorgeworfenen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen sehe »das Anti-Doping-Regelwerk keine zwingend zu verhängende vorläufige Suspendierung vor«, teilte die NADA eine Woche vor den deutschen Meisterschaften in Bochum mit. Weitere Einzelheiten nannten sie nicht. Eine Stellungnahme von Ansah lag zunächst nicht vor.

Europameisterschaft als großes Ziel

Ansah war vor zwei Jahren in Braunschweig in 9,99 Sekunden als erster deutscher Sprinter unter der Marke von zehn Sekunden geblieben. Am 6. Juni steigerte der in Mannheim trainierende Athlet die Bestmarke auf 9,98 Sekunden. Und beim Diamond-League-Meeting in Monte-Carlo lief er vergangene Woche mit 10,01 Sekunden eine weitere Topzeit, mit der er seine Leistung bestätigte.

Ansah sagte nach seiner Rekordzeit Anfang Juni, die Europameisterschaft im britischen Birmingham (10. bis 16. August) sei »das große Ziel« für ihn. In der europäischen Jahresbestenliste belegt er derzeit den zweiten Platz hinter Tokio-Olympiasieger Marcell Jacobs (Italien/9,96).