Zum Beginn der Sommerferien gibt es am heutigen Freitag im Freibad Vohwinkel einen School’s out Day. Schüler und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahren können die Einrichtung an der Gräfrather Straße für einen ermäßigten Eintrittspreis von einem Euro besuchen. Es werden Waffeln gebacken und ein Volleyballfeld steht zur Verfügung. Wasserschluss ist erst um 20.30 Uhr.

„Wir möchten jungen Menschen im Stadtteil mit der Aktion eine Freude machen“, sagt der Ehrenvorsitzende des Fördervereins, Torsten Langewiesche. Dafür hat sich das Team der Ehrenamtler bei den Vorbereitungen wieder viel Mühe gegeben. Zum 120-jährigen Bestehen soll sich das Freibad von seiner besten Seite zeigen. Bereits Ende Juni gab es hier eine große Geburtstagsparty mit knapp 1000 Besuchern.

Damit sich alle Badegäste wohlfühlen wird seit einiger Zeit strenger auf die Einhaltung der Kleiderordnung im Becken geachtet. Das Tragen von Unterwäsche und Straßenkleidung ist hier tabu. „Leider wurde sich daran in der Vergangenheit oft nicht gehalten und es gab immer wieder Beschwerden“, berichtet Langewiesche. Nicht selten sei unter der Badekleidung zusätzlich Unterwäsche getragen worden. Auch normale T-Shirts wären im Becken oft zu sehen gewesen. „Wir hatten am Saisonbeginn sogar mal eine größere Gruppe, bei der die Frauen in weiten Gewändern und die Männer in Jeans ins Wasser wollten“, erzählt der Ehrenvorsitzende. Er betont, dass im Becken ausschließlich Schwimmkleidung erlaubt ist. Dazu gehören nach seiner Aussage auch spezielle UV-Shirts und sogenannte Burkinis, also Badebekleidung für Muslimas. „Weite Kleider gehen aber nicht“, stellt Langewiesche klar. Grundsätzlich habe die Regel hygienische Gründe, aber auch Sicherheitsaspekte seien hier wichtig. „Normale Kleidung nimmt sehr viel Wasser auf und wird dadurch richtig schwer“, erläutert Torsten Langewiesche. Im Notfall stelle das die im Freibad tätigen Rettungsschwimmer vor Probleme. Daher gebe es jetzt entsprechende Verwarnungen und bei erneuten Verstößen einen Freibadverweis.

Grundsätzlich freut sich der Förderverein über die vielen Besucher aufgrund des schönen Wetters der letzten Wochen. Das hat dringend benötigte Eintrittsgelder in die Kassen gespült. Immerhin sind der Erhalt und Betrieb des Freibads kostspielig. Gerade erst mussten Chlortabletten für mehrere Tausend Euro erworben werden. Eine Herausforderung war auch ein zerbrochenes Abflussrohr. Die Reparaturkosten von 6500 Euro können durch einen Vorschuss aus dem Feuerwehrtopf der Stadt getragen werden. „Für diese schnelle und unbürokratische Unterstützung möchten wir uns herzlich bei der Verwaltung bedanken“, betont Torsten Langewiesche.

Bei aller Freude über die Besucherresonanz gibt es allerdings auch einen Wehrmutstopfen. „Leider bleiben immer mehr Stammgäste dem Freibad fern“, berichtet der Ehrenvorsitzende. Er vermutet, dass dies mit einem veränderten Besucherklientel, teils aus den umliegenden Städten, zusammenhänge. „Durch die Autokennzeichen auf dem Parkplatz sehen wir, dass viele Fahrzeuge etwa aus Duisburg oder Bochum kommen“, erzählt Torsten Langewiesche. Immer mehr Badegäste würden kaum oder gar kein Deutsch sprechen. Die Atomsphäre sei in dieser Saison aber sehr friedlich.

Das Freibad Vohwinkel wurde bereits 1906 eröffnet. Damals war es als Volkmann Bad bekannt. Die Familie von Otto Volkmann lebte von Landwirtschaft und betrieb den gleichnamigen Gasthof, der auch als Fuhrmannswirtshaus mit Pferdeausleihe diente. Die Eisenbahn machte diesen Geschäftszweig überflüssig, sodass Otto Volkmann ins Freibadgeschäft einstieg. Nach wechselnden Betreibern übernahm die Stadt das Bad, konnte es aber langfristig nicht mehr finanzieren. Daher wurde 1994 der bis heute tätige Förderverein gegründet.