Ein rotes Zuhause in Chelsea

Im Kontrast zu Gainsbourgs bis unter die Decke gefülltem Zuhause wirken Jane Birkins frühe Interieurs fast schon klassisch. Auf diesem Foto von 1971 sitzt sie in ihrem Haus in der Cheyne Row im Londoner Stadtteil Chelsea mit ihrer neugeborenen Tochter Charlotte auf dem Bett. Das Haus erhielt Birkin über ihren Ex-Mann, den Komponisten John Barry. Noch vor der Scheidung übernahm er die verbleibende Laufzeit des zehnjährigen Mietvertrags für sie, sodass sie dort gemeinsam mit Serge Gainsbourg und den Kindern mehrere Weihnachtsfeste verbringen konnte. Auch wenn es auf der Schwarzweiß-Aufnahme kaum zu erkennen ist, war das Schlafzimmer vollständig in tiefes Rot getaucht – vom Himmelbett über die gestrichenen Wände hin zu Kopfteil und Bettrahmen. Im übrigen Haus trafen klassische Architekturdetails auf die unkonventionellen Möbel und Textilien, die später zu Jane Birkins Markenzeichen wurden.

Jane Birkin kniet auf dem Boden und gießt Tee ein

Jane Birkin wurde in Marylebone, London, geboren – ihre britischen Wurzeln prägten ihren unverwechselbaren Stil.

Daily Mirror/Mirrorpix/Mirrorpix via Getty ImagesDie französischste Britin

Es hat eine gewisse Ironie, dass ausgerechnet die Britin Jane Birkin zur Verkörperung des französischen Stils wurde. Geboren wurde sie im Londoner Stadtteil Marylebone, aufgewachsen ist sie größtenteils in Chelsea; ihre Schulzeit verbrachte sie in Kensington und auf der Isle of Wight. Mit ihrer lässigen Art, sich zu kleiden, hob sie sich deutlich vom eher klassischen, perfekt sitzenden Stil vieler Französinnen ihrer Generation ab. Als Birkin Ende der 1960er-Jahre zum internationalen Star wurde, machten ihre unkomplizierte Frisur, Herrenhemden und Schlaghosen den mühelosen French Chic zu ihrem Markenzeichen. Auf dieser Aufnahme von 1971 ist Birkin in ihrem Haus in Chelsea bei der typisch britischen Tea Time zu sehen – natürlich auf ihre ganz eigene, unkonventionelle Art.