Kreis Herford. Es geht angeblich um Pelze, alte Briefmarken oder Teppiche und antike Möbel, für die angeblich horrende Preise gezahlt werden. Beim Verkauf von älteren Gegenständen, die generell ein eher geringes Kaufinteresse haben könnten, rät die Polizei in Herford aber aus aktuellen Gründen zur Vorsicht.

Unseriöse Händler und Betrüger lockten mit angeblich lukrativen Angeboten Kunden. Doch der Werbeslogan, bis zu 10.000 Euro für Pelzmäntel zu zahlen, hat oft einen anderen Hintergrund. „Teils wollen die Betrüger über solche Lockvogelangebote Informationen zu tatsächlichen Wertgegenständen auskundschaften“, so eine Polizeisprecherin.

Die Idee dahinter ist klar: Wer etwa einen Pelz besitzt, könnte wohlhabend sein und auch Schmuck besitzen. Gleiches gilt für Tierpräparate, die oft in Haushalten von Jägern zu finden sind – und die Waidmänner wiederum, so die Annahme, könnten wohlhabend sein. Diese Erkenntnisse können direkt für Trickdiebstähle oder auch später Einbrüche genutzt werden und auch an andere Straftäter, zum Beispiel für Betrugsstraftaten, weitergegeben werden.

Zum Teil sind es überörtliche Banden

„Zum Teil hat man es mit überörtlich agierenden Banden zu tun, bei denen die Mieter der Geschäftsräume, der Geschäftsinhaber oder der Ankäufer verschiedene Personen mit teils falsch angegebenen Personalien sind“, so die Polizeisprecherin weiter. Das erschwert natürlich auch bei späteren Problemen die Strafverfolgung. „Manche bieten deutlich zu niedrige Ankaufspreise und setzen ihre Kunden während des Verkaufsgesprächs unter Zeitdruck.“

Die Maschen der Betrüger sind vielfältig: Manche Betrüger täuschten vor, den Wert des Goldes zunächst prüfen zu müssen, nehmen die Wertgegenstände mit und sind anschließend nicht mehr erreichbar.

Reisende Täter sind nur kurz an einem Ort und danach dann nicht mehr auffindbar und betrügen oder bestehlen vielleicht schon die nächsten Opfer in einer anderen Stadt. „Fliegende Händler“ mieten nur kurzfristig Ladenlokale, Geschäftsräume oder Hotelzimmer an, um Gold sowie andere Edelmetalle und Schmuck mit Steinen oder Edelsteine anzukaufen, und sind nach Betrügereien oft spurlos verschwunden.

In einigen Fällen war Verkäufern in den kurzzeitig geöffneten Geschäften mitgeteilt worden, dass man ihre Pelze nur ankaufe, wenn sie auch gleichzeitig Gold veräußerten.

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