Ukraine: Medien berichten über Korruptionsvorwürfe
In der Ukraine haben sich acht große Medienhäuser einem gerichtlichen Verbot widersetzt und am Freitag über Korruptionsvorwürfe im Umfeld des Direktors der Ermittlungsbehörde SBI berichtet. „Wir betrachten dieses Verbot als einen eklatanten Akt der Zensur“, erklärte das Medienhaus Suspilne, das an der Veröffentlichung beteiligt war. Deshalb sei es nötig, „zusammen mit anderen die Ergebnisse der Recherche zu herauszugeben“.
Die Investigativplattform „Slidstvo.Info“ und die Anti-Korruptions-Organisation Antac hatten zu Immobiliengeschäften des Bruders von SBI-Chef Oleksyj Suchatschow recherchiert, der 143 Immobilien erworben haben soll. Suchatschows Behörde ist für die Strafverfolgung von Richtern und Militärangehörigen zuständig.
Anfang Juli hatte ein Gericht die Veröffentlichung der Vorwürfe untersagt. Die Richter hatten ihre Entscheidung damit begründet, dass die Herausgabe des Materials Suchatschow und den beteiligten Unternehmen irreparablen Schaden zufügen würde. Das Komitee zum Schutz von Journalisten hatte daraufhin von einem „beispiellosen juristischen Manöver“ gesprochen, das „schwerwiegende Folgen für die Pressefreiheit“ haben könnte. Bei den Bemühungen der Ukraine um einen EU-Beitritt ist die im Land weit verbreitete Korruption eines der größten Hindernisse. In den letzten Jahren hatten zahlreiche Korruptionsskandale das Land erschüttert.
Lambsdorff rechnet mit baldiger Mobilmachung in Russland
Im September wird das Parlament in Russland neu zusammengestellt. Danach könnte der Kreml im Ukraine-Krieg eskalieren, warnt Botschafter Lambsdorff. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.
Heck völlig abgetrennt: Ukraine zerstört russischen Bomber
Der ukrainische Geheimdienst SBU hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj einen russischen Langstreckenbomber des Typs Tu-95 auf dem Militärflugplatz Engels in der russischen Region Saratow „kritisch beschädigt“. Demnach sei das Heck der Maschine vollständig abgetrennt worden. Die Tu-95 wird von Russland regelmäßig eingesetzt, um Marschflugkörper auf Ziele in der Ukraine abzufeuern. Wann der Angriff stattfand, teilten weder Selenskyj noch der SBU mit. Russische Telegram-Kanäle hatten jedoch in der Nacht zum 16. Juli von einem Drohnenangriff auf den Luftwaffenstützpunkt berichtet.
Der SBU erklärte, der betroffene Bomber sei wiederholt an Angriffen auf die Ukraine beteiligt gewesen. Jeder außer Gefecht gesetzte strategische Bomber bedeute weniger Raketenangriffe auf ukrainische Städte und verursache Russland erhebliche wirtschaftliche Verluste. Selenskyj schrieb auf der Plattform X, die Ukraine erhöhe den Preis, den Russland für seinen Angriffskrieg zahlen müsse.
Bereits im vergangenen Jahr hatte der SBU im Rahmen der Operation „Spiderweb“ nach eigenen Angaben mehrere russische Tu-95-Bomber mit tief ins russische Staatsgebiet geschmuggelten Drohnen angegriffen. Der Geheimdienst sprach damals von Schäden in Milliardenhöhe und davon, einen erheblichen Teil der russischen Trägerflugzeuge für Marschflugkörper außer Gefecht gesetzt zu haben.