Bei der Freilichtbühne wird es wohl noch mindestens ein Jahr dauern, bis klar ist, wie eine Sanierung aussehen wird und wie teuer und lange sie dauern wird. Aktuell, so Baureferent Steffen Kercher (parteilos), sei man noch dabei, Voruntersuchungen zum Untergrund vorzunehmen. Im Anschluss werde man ein Architekturbüro suchen, das seinerseits zwischen neun und 15 Monaten brauchen wird, um Sanierungsvarianten zu entwerfen.

„Finanziell verantwortbare Entscheidung“

Wenn mehrere aufwändige Lösungen durchgeplant werden müssen, kann auch mehr Zeit nötig werden. Danach wird eine politische Entscheidung nötig werden, um sich für eine Sanierungsvariante zu entscheiden. Gesellschafts-Referent Martin Schenkelberg (CSU) sagte nun im Kulturausschuss des Stadtrats, dass es „eine schwere Last“ werde, die Freilichtbühne wieder nutzbar zu machen. „Es ist das unbedingte Ziel, diese einzigartige Spielstätte wieder ans Netz zu nehmen, gleichzeitig ist eine finanziell verantwortbare Entscheidung nötig“, so Schenkelberg. Bei allen Wünschen werde man schauen müssen, was die Stadt leisten könne. Wie berichtet müssen sowohl die Bühne als auch die Tribüne saniert werden. Die Schäden am Unterbau der Zuschauerränge hatten im Januar überraschend zu einer Schließung in diesem Jahr geführt.

In einer mehr als 15 Jahre alten Grundlagenermittlung war von rund sieben Millionen Euro Sanierungskosten bei der Freilichtbühne die Rede, aber diese Summe gilt nach allgemeinem Dafürhalten als nicht mehr aktuell. Kercher sagte, solange es noch gar keine Planung gebe, sei jede Kosten-Aussage zu gewagt.

Stadt will im Oktober Klarheit zum Ersatzprogramm für 2027 schaffen

Nach wie vor unklar ist, wie in den kommenden Jahren ein Ersatzprogramm aussehen könnte. In diesem Jahr ist das Staatstheater ans Gaswerk umgezogen – eine (wirtschaftliche) Bilanz wird nach Ende der Saison Ende Juli zu ziehen sein. Wie berichtet ist für 2027 eine große Inszenierung am Gaswerk nicht möglich, weil die Zeit (unter anderem zur Sicherung von Spielrechten) dafür nicht mehr reicht. Im Wahlkampf und in der Zeit zwischen Stichwahl und Regierungswechsel wurde die Frage von Ersatzspielorten zwar politisch rege diskutiert, entschieden wurde aber nichts, sodass es aktuell keine klare Perspektive gibt.

Schenkelberg sagte, man sei „als Verwaltung sehr aktiv“, Perspektiven für die Folgejahre zu prüfen. Das alte Kulturreferat habe sich um 2027 jedenfalls nicht mehr gekümmert. Die Grünen, die mit Jürgen Enninger in der vergangenen Periode den Kulturreferenten stellten, hielten dem entgegen, dass seit dem Regierungswechsel Anfang Mai offenbar auch nichts passiert sei. Im Oktober soll es nun einen Bericht zum Stand für Spielstätten ab 2027 geben.