Andy Burnham ist Parteivorsitzender

Im dritten Anlauf klappt es

Aktualisiert am 17.07.2026 – 13:16 UhrLesedauer: 3 Min.

Bürgermeister von Greater Manchester Andy Burnham.Vergrößern des Bildes

Entscheidende Stunden für Andy Burnham: Der frühere Bürgermeister von Greater Manchester könnte den britischen Premierminister Keir Starmer beerben. (Quelle: Jon Super/AP/dpa/dpa-bilder)

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Andy Burnham ist neuer Labour-Parteivorsitzender. Der frühere Bürgermeister von Greater Manchester steht nun vor der Ernennung zum Premierminister.

Vom Arbeiterkind zum Premierminister: Andy Burnham steht kurz davor, das höchste politische Amt Großbritanniens zu übernehmen. Am Freitag wurde er zum Parteivorsitzenden der Labour-Partei gewählt.

Erst kurz zuvor hatte er die Wahl für den Abgeordnetensitz von Makerfield gewonnen und kehrte nach neun Jahren in der Regionalpolitik ins britische Unterhaus zurück. Erst die Rückkehr ins Parlament verschaffte ihm die Möglichkeit, für den Labour-Vorsitz zu kandidieren. Innerhalb weniger Tage sammelte er breite Unterstützung in der Parlamentsfraktion. Am Montag wird nun die Krönung zum Premierminister folgen.

Streik hat Burnham politisch „radikalisiert“

Politisch beschreibt sich Burnham als Vertreter eines „wirtschaftsfreundlichen Sozialismus“. Zugleich kritisiert er Starmer für Kürzungen bei Sozialleistungen und warnt vor einem „Klima der Angst“ in der Partei. Im Magazin „New Statesman“ sagte Burnham: „Ich kämpfe gegen eine Politik, die die Menschen spaltet.“

In seiner ersten Rede als Labour-Chef am Freitag versprach er eine Wirtschaft, die den Menschen in ganz Großbritannien zugutekommt und die einen „neuen Weg erfordert, im Gegensatz zu dem, den wir in den vergangenen 40 Jahren beschritten haben“. Er kündigte ein „ausgesprochen Labour-typisches“ Wirtschaftsprogramm an und erklärte, seine Pläne beinhalteten eine stärkere öffentliche Kontrolle von Versorgungsunternehmen wie der Wasserversorgung sowie die Reindustrialisierung.

Zudem hob Burnham erneut seine Agenda zur Dezentralisierung hervor, bereits jetzt ein zentrales Anliegen seiner Arbeit seit seiner Rückkehr nach Westminster.

Kritik an Burnham: Zu wenig konkret

Doch Burnham wird vorgeworfen, bisher zu wenig konkret bezüglich seiner konkreten Ziele als Premierminister geworden zu sein. Die Vorsitzende der Konservativen Partei, Kemi Badenoch, forderte Burnham auf, aus seinem „Versteck hervorzukommen, sich einer ordentlichen Pressekonferenz zu stellen und sich der kritischen Prüfung und einigen schwierigen Fragen zu unterziehen“.

Andy BurnhamVergrößern des BildesAndy Burnham wurde heute zum Vorsitzenden der Labour-Partei gekürt. (Archivbild) (Quelle: Yui Mok/PA Wire/dpa/dpa-bilder)

Doch es gibt auch Kritik in der eigenen Partei, etwa von Graham Stringer, einer der 24 Labour-Abgeordneten, die Burnham nicht als Parteivorsitzenden nominiert hatten. Er forderte weitere Details zu Trumps Plänen: „Eine ganze Reihe wichtiger politischer Maßnahmen ist noch immer ein Rätsel.“

Unterstützung bekommt Burnham dagegen unter anderem von Steve Rotherham, Bürgermeister der Liverpool City Region und enger Verbündeter. Er sagte in der BBC-Radio 4-Sendung „Today“, dass diejenigen, die behaupten, in Burnhams Amtszeit als Premierminister werde sich nur die Kommunikation, aber nicht die Politik ändern, „völlig verblendet“ seien.