Für Borussia Mönchengladbach gibt es bei den ersten beiden Auswärtsspielen der kommenden Saison ein Wiedersehen mit dem Sechser-Paar der vergangenen Saison. Allerdings in zwei Etappen und rund 650 Kilometer voneinander entfernt.

Zunächst treffen die Gladbacher am ersten Spieltag bei RB Leipzig auf Rocco Reitz. Der Spross der Gladbacher Akademie ist für 20 Millionen Euro zu RB Leipzig gewechselt. In seinem Instagram-Account gibt es die ersten Bilder von Reitz im RB-Outfit. „Ein neues Kapitel beginnt“, hat er unter das Video von seinem ersten Tag bei RB geschrieben. Am 29. August ist das Spiel.

Zwei Wochen später geht es für Gladbach dann zum SC Freiburg. Der Sport-Club aus dem Breisgau hat am Samstag Yannik Engelhardt von Como 1907 verpflichtet. Mit dem SC Freiburg war Engelhardt sich längst einig, nun sind auch die Klubs zusammengekommen. Rund 7,5 Millionen Euro werden an Como überwiesen. Engelhardt und Reitz bildeten in der vergangenen Saison meist das Duo vor der Gladbacher Abwehr.

Engelhardt, der 2024 für acht Millionen Euro von Fortuna Düsseldorf nach Como ging und 2025 für eine Saison auf Leihbasis zu Borussia, soll einen langfristigen Vertrag bekommen haben, über die Dauer des Kontrakts machte der SCF aber keine Angaben.

In Gladbach sagte Sportchef Rouven Schröder nach der Saison zunächst, dass Engelhardt „erst mal“ nach Como zurückkehren werde. Doch war schnell klar, dass es nichts werden würde mit einer festen Verpflichtung. Zumal in Enzo Leopold und Zento Uno recht zeitig zwei Neue für das defensive Mittelfeld geholt wurden.

Die Geschichte von Engelhardt gleicht ein wenig der von Haris Tabakovic, wobei der Bosnier noch ein WM-Abenteuer eingeflochten hat. Beide spielten als Leihspieler eine gute Rolle in Gladbach, doch letztlich waren beide für Gladbach nicht erschwinglich. Für Tabakovic zahlt RB Salzburg, sein neuer Klub, fünf Millionen Euro, für Engelhardt nun der SC Freiburg noch mal 2,5 Millionen Euro mehr, sieben Millionen zahlte der Sport-Club unter anderem für einen anderen Ex-Gladbacher, als er ihn von der TSG Hoffenheim zurückholte: Vincenzo Grifo.

Zwölf Millionen Euro wären es in Summe gewesen für Tabakovic und Engelhardt, um beide fix zu verpflichten. Insgesamt 12,5 Millionen Euro hat Schröder bisher in diesem Transfersommer ausgegeben, doch hat er dafür sieben neue Spieler verpflichtet und so den Kader in voller Breite neu aufgestellt.

Beide, Tabakovic wie Engelhardt, haben ihren Job in Gladbach gut gemacht. Doch es gab auch Gründe, von der Verpflichtung abzusehen. Tabakovic wäre mit seinen 32 Jahren keiner mit dem in Gladbach notwendigen Wertsteigerungspotenzial gewesen. Und Engelhardt fehlten letztlich die ganz eindeutigen Führungsqualitäten, die es gebraucht hätte, um zweifellos die von Como geforderte Summe zu investieren.

Jenseits der Tatsache, dass beide nur eine Saison für Gladbach tätig und über die Leihe hinaus nicht erschwinglich waren, gibt es weitere Gemeinsamkeiten. Für beide bedeutet der neue Klub eine Rückkehr. Tabakovic spielt wie schon bei Austria Lustenau und Austria Wien wieder in Österreich und Engelhardt gehörte schon der zweiten Mannschaft der Freiburger an.

Ex-Gladbacher Engelhardt mit Freiburg in der Conference League

Zudem: Tabakovic und Engelhardt spielen in der nächsten Saison international. RB Salzburg spielt in der Qualifikation zur Europa League, die Freiburger sind in der Conference League dabei. Das Europa-Thema hätte Gladbach nicht geboten. Beide Ex-Leihborussen bekommen beim neuen Arbeitgeber langfristige Verträge. Tabakovic unterschrieb bis 2029, bei Engelhardt dürfte mindestens noch ein Jahr dazukommen.

Tabakovic wie Engelhardt werden bei ihren neuen Klubs durchaus Jobs mit einigem Anspruch haben. Tabakovic soll RB Salzburg nach drei Jahren ohne Meistertitel wieder nach ganz oben schießen in Österreich. Und Engelhardt soll in Freiburg Nachfolger von WM-Fahrer Johan Manzambi werden, der für fast 70 Millionen Euro inklusive Bonuszahlungen zu Europa-League-Sieger Aston Villa geht.