Ihr Name dürfte selbst weniger cinephilen Menschen ein Begriff sein, auch wenn er mittlerweile deutlich seltener auf Filmpostern prangt als in früheren Zeiten. Vor allem im Zeitraum von den 1950er bis 1970er Jahren gab es an Sophia Loren praktisch kein Vorbeikommen: An der Seite von legendären Stars wie Cary Grant, Frank Sinatra, John Wayne, Charlton Heston, Marlon Brando und Richard Burton spielte sie sich in den Hollywood-Olymp.

Heute genießt die 91-jährige Italienerin den Status einer ikonischen Filmdiva, die trotz fast 100 abgedrehten Produktionen (laut IMDb ) keineswegs an Ruhestand denkt.

Superstar Sophia Loren schrieb mit ihrem Oscargewinn Geschichte

Die 1934 unter dem klangvollen bürgerlichen Namen Sofia Costanza Brigida Villani Scicolone in Rom geborene Loren begann ihre Karriere als Fotomodell und Teilnehmerin von Schönheitswettbewerben. Als sie 1950 bei der Wahl zur Miss Rom Zweitplatzierte wurde, entdeckte sie der Filmproduzent Carlo Ponti (Blow Up), der später auch ihr Ehemann wurde.

Er förderte ihre Schauspiellaufbahn, wodurch sie in Italien erste Auftritte vor der Filmkamera (etwa in Attila, die Geißel Gottes) absolvieren konnte. Ende der 50er folgte dann bereits der Sprung nach Hollywood, wo sie mit Filmen wie dem Abenteuerdrama Stolz und Leidenschaft und der romantischen Komödie Hausboot auf sich aufmerksam machte.

Es sollte jedoch erneut ein Werk aus ihrer Heimat werden, dem Loren ihren wohl größten Erfolg zu verdanken hatte: Für ihre ergreifende Darbietung im italienischen Kriegsdrama … und dennoch leben sie erhielt die damals 27-Jährige 1962 den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Ihr Sieg war historisch und überraschend zugleich, handelte es sich doch um die allererste Schauspielauszeichnung einer nicht-englischsprachigen Filmrolle bei den Academy Awards.

Die Inspiration für ihre Rolle als verwitwete Mutter im zerstörten Rom während des Zweiten Weltkriegs zog sie aus ihren eigenen Kindheitserfahrungen in jener Zeit, die von Armut, Angst und Verzicht geprägt war. So erzählte sie 2020 der Zeitschrift Reader’s Digest :

Damals waren alle arm. Das war die Zeit des Krieges. Meine schönste Kindheitserinnerung ist, wenn ich ein Stück Brot zu essen bekam. […] Wenn es nicht selbstverständlich ist, dass du jeden Tag Essen auf dem Tisch hast, dann lernst du das Leben zu schätzen und in die Hand zu nehmen.

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Rekordhalterin Sophia Loren will „nie in Rente gehen“

Auch wenn Loren – ähnlich wie diese Hollywood-Legende – in der Öffentlichkeit regelmäßig zum Sexsymbol degradiert wurde, nahm man sie nach ihrem Oscar-Triumph erstmals auch als ernstzunehmende Schauspielerin wahr. Diesen Status bestätigte sie nur drei Jahre später mit einer erneuten Nominierung für ihre Performance in der Dramedy Hochzeit auf Italienisch.

Während sie erst 1991 wieder einen Goldjungen entgegennehmen durfte, nämlich den Ehren-Oscar für ihr Lebenswerk, wurden Preise und Dankesreden für sie in ihrer Heimat fast schon zur Gewohnheit: Insgesamt siebenmal wurde Loren mit dem größten italienischen Filmpreis David di Donatello als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet, womit sie bis heute alleinige Rekordhalterin in dieser Kategorie ist.

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Zuletzt gewann sie ebenjene Trophäe 2021 für ihre Rolle einer Holocaust-Überlebenden, die einen Waisenjungen bei sich aufnimmt, im Drama Du hast das Leben vor dir. Für den Film kehrte die Grand Dame nach längerer Abstinenz vor die Kamera zurück, worauf ihre Fans seitdem erneut warten. Und das wohl mit Berechtigung, denn 2024 verkündete sie gegenüber Deadline :

Ich möchte nicht über mein Vermächtnis nachdenken. Ich möchte über meinen nächsten Film nachdenken. Über mein Vermächtnis werde ich mir Gedanken machen, wenn ich in Rente gehe – und ich hoffe, dass ich nie in Rente gehen muss.