In einer Anfrage der Karlsruher Liste am 19. Mai fragt die Partei, wie hoch das Potenzial sei, für mehr Wohnungsbau in Karlsruhe durch Aufstockung eingeschossiger Immobilien bis 2035. Der Antrag wird nun im Rahmen des Planungsausschusses am 9. Juli. 2026 behandelt.

Sonja Döring (Karlsruher Liste). (Archivbild)

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Sonja Döring (Karlsruher Liste). (Archivbild)
Foto: Karlsruher Liste

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Sonja Döring (Karlsruher Liste). (Archivbild)
Foto: Karlsruher Liste

Stadt identifiziert neue Flächen für Wohnraum

Die Stadt schreibt in ihrer Stellungnahme, dass sie schon 2020 im Förderprogramm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ den Karlsruher Wohnpotenzialflächenatlas mit einem Leitfaden erstellen ließ (KaWoPA). Damit habe Karlsruhe eine gute Übersicht, wo innerhalb bereits bebauter Gebiete noch neuer Wohnraum möglich wäre.

KaWoPA unterscheidet dabei zwei Arten von Flächen:

  • Typ A: Flächen, die anders genutzt werden als vorgesehen oder nur wenig bebaut sind.
  • Typ B: Gebäude, bei denen man zusätzlich aufstocken könnte.

Blick über den Kronenplatz zum KIT-Campus und der Brunnenstraße. (Archivbild)

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Blick über den Kronenplatz zum KIT-Campus und der Brunnenstraße. (Archivbild)
Foto: Carmele/TMC-Fotografie

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Blick über den Kronenplatz zum KIT-Campus und der Brunnenstraße. (Archivbild)
Foto: Carmele/TMC-Fotografie

Wo die Stadt Wohnraum-Chancen sieht

Wohngebiete mit vielen Betrieben

98 Baublöcke sind laut der Stellungnahme grundsätzlich für Wohnen vorgesehen, werden aber stark abweichend genutzt, zum Beispiel durch Supermärkte und andere Betriebe.

Bei 46 Baublöcken sieht die Stadt eine hohe bis sehr hohe Eignung, um dort wieder mehr Wohnraum zu schaffen:

  • Wohnungen auf bestehenden Einzelhandelsgebäuden (oben drauf),
  • Anbauten oder Ergänzungen auf dem Grundstück.

Wohnhäuser entlang des Binsenschlauchs. (Archivbild)

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Wohnhäuser entlang des Binsenschlauchs. (Archivbild)
Foto: Carmele/TMC-Fotografie

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Wohnhäuser entlang des Binsenschlauchs. (Archivbild)
Foto: Carmele/TMC-Fotografie

Garagenhöfe

379 Baublöcke haben eine hohe Konzentration an Garagenhöfen. In 136 Baublöcken passen Zahl und Anordnung der Garagen so gut, dass dort hohes bis sehr hohes Potenzial für zusätzliche Wohnnutzung bestehe.

Was sich für Neubauten ändern soll

Wenn neue Gebäude entstehen oder eingeschossige Gebäude erweitert werden, soll von Anfang an mitgedacht werden, wie man die Fläche besser doppelt nutzen kann, etwa Gewerbe unten, Wohnungen oben. Das soll auch planungsrechtlich abgesichert werden.

Für Neubauten in Karlsruhe sollen künftig Mehrfachnutzungen mitgedacht werden. (Archivbild)

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Für Neubauten in Karlsruhe sollen künftig Mehrfachnutzungen mitgedacht werden. (Archivbild)
Foto: Mia Bucher, dpa (Symbolbild)

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Für Neubauten in Karlsruhe sollen künftig Mehrfachnutzungen mitgedacht werden. (Archivbild)
Foto: Mia Bucher, dpa (Symbolbild)

Bauturbo als neue treibende Kraft

Mit dem sogenannten „Bauturbo“ gibt es zudem nun ein weiteres rechtliches Werkzeug, das solche Bauprojekte schneller möglich macht: In manchen Fällen kann eine Genehmigung erteilt werden, ohne dass vorher ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden muss.

Schwierigkeit bleibt: Immobilien gehören Privateigentümern

Die Stadt betont aber auch: Diese Wohnpotenziale wurden bisher nicht gezielt genutzt, weil dafür zusätzliches Personal nötig wäre. Die größte Herausforderung ist nämlich nicht das Planungsrecht, sondern die Umsetzung in der Praxis. Viele der Flächen, auf denen Wohnraum entstehen könnte, gehören Privatpersonen und diese müssten gezielt von der Verwaltung angesprochen und begleitet werden.

Ein Wohngebiet entlang der B36 im Hintergrund. (Archivbild)

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Ein Wohngebiet entlang der B36 im Hintergrund. (Archivbild)
Foto: Carmele/TMC-Fotografie

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Ein Wohngebiet entlang der B36 im Hintergrund. (Archivbild)
Foto: Carmele/TMC-Fotografie

Stadt Karlsruhe entwickelt Wohnraumstrategie 2040

Sprich: Die Potenziale für neuen Wohnraum seien da, doch es fehle an finanziellen Mitteln, um die Privateigentümer für mehr Wohnraum zu aktivieren.

Darum erarbeitet die Stadt aktuell im Rahmen des IQ-Prozesses (begleitend zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2040) die „Wohnraumstrategie Karlsruhe 2040“. Das Ziel: ein Gesamtpaket an Maßnahmen, damit die Stadt ihre Mittel und Kräfte gezielter einsetzen kann. Die Wohnraumstrategie Karlsruhe 2040 soll dem Gemeinderat am Ende eine abgestimmte Gesamtstrategie vorlegen, wie Karlsruhe künftig genug Wohnraum schaffen und sichern will.