Fünf Jahre später sehen nicht alle, dass die Versprechen schon eingelöst wurden. Für Volker Hassemer, ehemaliger Berliner CDU-Kultursenator und heute bei der Stiftung Zukunft Berlin aktiv, fehlt dem Ort die internationale Relevanz. „Die eigentliche Idee, die Vision des Humboldt Forums, ging darüber hinaus“, sagt er. Es sollte nicht nur Kulturen präsentieren, sondern auch aktivieren. „Das passiert im Augenblick in dieser Stringenz nicht. Die Kulturen der Welt fühlen sich nicht aufgerufen, hier zu Wort zu kommen.“ Er wünscht sich einen kulturellen Debattenraum von internationaler Relevanz.

Gemeinsam mit der Stiftung Zukunft Berlin, ein Zusammenschluss für bürgerschaftliches Engagement, fordert er deshalb einen klareren politischen Auftrag für das Humboldt Forum und eine klarere Führungsstruktur. Das Humboldt Forum ist ein Kooperationsverbund der Humboldt-Universität, der Stadt Berlin und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz unter Leitung der Stiftung Humboldt Forum, die aber nicht letztverantwortlich entscheiden kann.

Auch der amtierende Kulturstaatsminister, Wolfram Weimer (parteilos), äußerte sich anlässlich des Jubiläums. Gegenüber der dpa sagte Weimer, dass das fünf Jahre alte Humboldt Forum zwar generell ein Erfolg sei, aber auch eine Zäsur. „Die Phasen der Gründung und des Aufbaus sind vollendet. Jetzt beginnt die anspruchsvollere Aufgabe.“ Nun könne sich das Haus zu einer „Institution mit einem gemeinsamen Selbstverständnis“ entwickeln. In Weimers Aussagen spiegelt sich zumindest der Wille nach Veränderung wider.