Parallel dazu berichten Einwohner der besetzten Stadt Luhansk in der Ostukraine von Explosionen in der Nacht zum 19. Juli. Exilenova Plus verweist auf entsprechende Hinweise aus der Bevölkerung. Wo genau die Detonationen stattfanden und welche Ziele dort getroffen worden sein könnten, bleibt in den verfügbaren Angaben offen.
Unabhängig überprüfen lassen sich die Schilderungen aus Michailowsk und Luhansk anhand der vorliegenden Informationen nicht. Russische Behörden und das ukrainische Militär äußerten sich in dem zugänglichen Material zunächst nicht zu den nächtlichen Angriffen.
Russische Angriffe auf Kiew
Mehrere Explosionen haben in der Nacht zu Sonntag die ukrainische Hauptstadt Kiew erschüttert. Eine Detonation war so stark, dass sie die Alarmanlagen geparkter Autos im Stadtzentrum aktivierte, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die ukrainische Luftwaffe erklärte im Onlinedienst Telegram, dass sich ballistische Raketen Kiew näherten.
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete auf Telegram von brennenden Fahrzeugen und Rauch, der in der Nähe eines Einkaufszentrums aufsteigt. Ein Gebäude sei getroffen worden. Bislang wurde ein Toter gemeldet, mindestens elf Menschen wurden verletzt.
Raketenangriffe auf Odessa
Infolge von russischen Raketenangriffen sind in der südukrainischen Hafenstadt Odessa mindestens zwei Menschen getötet worden. Weitere vier seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Eine Rakete sei in einem Vergnügungspark eingeschlagen. Unter den Trümmern von Fischerhäusern könnten noch weitere Opfer sein. Sechs Autos seien beschädigt worden.
Einen weiteren Verletzten gab es demnach in einem anderen nicht genannten Ort des Gebiets. Dabei seien auch ein Wohnhaus und zwei Autos beschädigt worden.
Selenskyj erwägt Änderungen in der Armeeführung
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf die anhaltenden Proteste gegen die Ablösung von Verteidigungsminister Mychailo Fedorow reagiert und Veränderungen in der Armeeführung angedeutet. „Es gab gestern und heute viele Beratungen. Natürlich höre ich, was die Menschen sagen“, sagte Selenskyj am Samstagabend in einer Videobotschaft. Er habe sowohl mit Fedorow als auch mit Armeechef Oleksandr Syrsky gesprochen. „Entscheidungen bezüglich der Armee werden ausgearbeitet“, sagte Selenskyj. In ukrainischen Medien wurde über eine mögliche Entlassung des Armeechefs spekuliert.
